
Management & Tourismus
Konzepte gegen alpinen Brain-Drain
Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen, ein Wachstum von rund 60 Prozent bei den Mitgliedern in den vergangenen zwei Jahren sowie eine immer größere Reichweite auf den verschiedensten Kanälen und regelmäßig Gast bei Diskussionsrunden.
„Die Relevanz von VITALPIN wird immer größer. Unternehmen wollen den Dialog mit den Menschen im Alpenraum und die Zukunft des alpinen Tourismus mit uns gestalten. Und auf der Gegenseite wird unsere Organisation immer bekannter und wir kommen noch mehr in den Austausch mit den Menschen und suchen gemeinsam nach Lösungen. Genau dies ist unsere Aufgabe als Brückenbauer“, so VITALPIN-Geschäftsführer Manuel Lutz.
Über Vitalpin
Der gemeinnützige, unpolitische Verein versteht sich als Redaktionsservice und Kommunikationsmanufaktur und schafft bei kontroversen Themen Klarheit, widerlegt mit Fakten falsche Informationen und stärkt das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Tourismus in den Alpen. VITALPIN arbeitet als Brückenbauer und Sprachrohr und vermittelt zwischen Unternehmen und Menschen im Alpenraum mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen für alle Beteiligten zu finden und einen funktionierenden Tourismus zu sichern. VITALPIN-Mitglieder sind Unternehmen quer durch alle Branchen, die von und mit dem Tourismus direkt sowie indirekt leben.
Wissensdatenbank mit über 640 Studien
Vor Touristikern aus Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Bayern, Südtirol und Graubünden zeigte Lutz einige KPIs der Organisation. Die Wissensdatenbank, die dank Kooperationen mit den verschiedensten Hochschuleinrichtungen im Alpenraum möglich wurde, umfasst bereits über 640 Studien.
„Unsere Mitglieder können sich dadurch auf Zahlen und Fakten stützen. Dies ist für eine sachliche Argumentation sowie Zukunftsentscheidungen wichtig“, so Lutz.
Dass auch gute Geschichten über den Tourismus die Menschen interessieren, zeigt der VITALPIN-Podcast „Be/r\gegnungen“: Bereits über 16.000 Zuhörer hören den Podcast. „Dies zeigt, dass Best-Practice- Beispiele und der Dialog mit der Wissenschaft überzeugt“, sagt Lutz.

VITALPIN-Generalversammlung bei Red Bull Salzburg
Zusammenarbeit Tourismus mit der Landwirtschaft
In diesem Jahr konnte Vitalpin den Südtiroler Tourismusexperten Thomas Aichner für seine Generalversammlung bei Red Bull in Salzburg gewinnen.
Der ehemalige IDM-Südtirol-Präsident sowie Marketingleiter der Bergsportmarke Salewa beleuchtete unter dem Titel „Berge – Lebensraum und Sehnsuchtsort“ Chancen und Herausforderungen des alpinen Tourismus.
Als ersten Erfolgsfaktor für den Tourismus nannte er die einheimische Bevölkerung, die von der Tourismuswirtschaft als strategischer Partner und wertvolle Ressource gesehen werden sollte.
Besonders wichtig sei die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft, aus der beide Partner Vorteile schöpfen können. „Wir sollten unseren Werdegang nicht vom Bergbauern zum Tourismusunternehmer beschreiben, sondern als Bergbauer und Tourismusunternehmer“, so Aichner.
„Unser Jahrhunderte alter Erfahrungsschatz im Umgang mit der alpinen Natur ist ebenso wie unsere Tradition ein wichtiges Werkzeug für die zukünftige Orientierung beider Sektoren.“

VITALPIN-Geschäftsführer Manuel Lutz:
„Die Impulse und Gedanken von Thomas Aichner sind für den Alpenraum äußerst wichtig. Zusammen mit unseren Mitgliedern arbeiten wir daran, den Alpenraum zu schützen, auf die Bevölkerung zu achten, jedoch auch den Tourismus zu stärken, der ein unverzichtbarer Wirtschaftszweig ist und für Wohlstand sorgt.“
Konfliktfeld Ressourcen
Damit leitete Aichner auf das Thema der Ressourcen über: Vor allem Wasser und Strom, aber auch Grundflächen und Verkehrswege seien von entscheidender Bedeutung für alle Wirtschaftssektoren am Berg sowie für die Gesamtheit der Bevölkerung.
Das Thema sei komplex, konfliktgeladen und regelmäßig im Fokus der Medien. Lösungen müssen langfristig angelegt werden und können nur im Netzwerk aller Beteiligten gefunden werden.
Eine besondere Bedeutung komme dem Erhalt der alpinen Natur zu, die keine eigene Stimme habe und die trotzdem eine Schlüsselrolle für alle Sektoren spielt. Ein Thema, das VITALPIN ebenso stets in den Fokus rückt.


Nach der Generalversammlung fuhren die Teilnehmer zu den Salzwelten Hallstatt, die mit neuer Standseilbahn und Erlebniswelt viel investiert haben.
Skilehrer mit Hochschulabschluss
An diesem Punkt verweist Aichner auf die Rolle der jungen Generation als wertvolle Ressource für die Weiterentwicklung des Lebensraums Alpen weiter.
„Junge Menschen, die in den Bergen aufwachsen und mit ihnen vertraut sind, sollte nicht nur in den großen urbanen Zentren, sondern auch hier in den alpinen Tälern Zukunftsaussichten finden“.
Es sei eine hohe Verantwortung der Betriebe, sowohl Lehrberufe als auch akademische Ausbildungen der nächsten Generation zu fördern.
Je mehr gut ausgebildete Menschen nach Studien- und Erfahrungsjahren in die Berge zurückkehren und berufliche Chancen vorfinden, desto schneller werden die alpinen Unternehmen zu Kompetenzzentren, die aus eigener Kraft innovative Lösungen für neue Herausforderungen entwickeln.
Aichner spricht von „Skilehrern mit Hochschulabschluss“ an Stelle von Brain-Drain in den Bergdörfern.