Schweizer Sommerbilanz liegt final vor

Die Schweizer Bergbahnen ziehen eine positive Bilanz der Sommersaison 2026. Von Saisonbeginn im Mai bis Saisonende liegen die Ersteintritte schweizweit acht Prozent über dem Vorjahr. Gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre beträgt das Plus sogar 23 Prozent. Das ist besonders aus einem Grund erstaunlich.

Die Schweizer Bergbahnen konnten heuer die Sommerfrequenzen nochmals steigern. Von Saisonbeginn im Mai bis Saisonende lagen die Ersteintritte schweizweit 8 Prozent über dem Vorjahr. Gegenüber dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre beträgt das Plus sogar 23 Prozent.

Damit bestätigt sich die insgesamt hohe Nachfrage nach Ausflügen und Freizeitaktivitäten in den Schweizer Bergen. Dieses Resultat ist umso erfreulicher, weil traditionell wichtige Kundengruppen aus Asien aufgrund der Krise im Nahen Osten fehlten.

Für das Saison-Monitoring wertet der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) die Gästeanzahl (Ersteintritte) von über 140 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz aus. Die nun vorliegenden Zahlen ermöglichen ein Fazit über die gesamte Sommersaison 2026 (Mai bis Oktober).

Berno Stoffel

Direktor Seilbahnen Schweiz

«Die Bergbahnen haben in den vergangenen Jahren viel in attraktive und vielfältige Sommerangebote investiert. Die erfreulichen Gästezahlen zeigen, dass diese Arbeit Früchte trägt und der Sommer für die Branche weiter an Bedeutung gewinnt. Nun laufen die Vorbereitungen für die kommende Wintersaison auf Hochtouren.»

Regionale Unterschiede

Regional fällt die Bilanz unterschiedlich aus. Besonders erfolgreich entwickelte sich das Berner Oberland mit 26 % mehr Ersteintritten als im Vorjahr. Auch Graubünden verzeichnet mit +9 % einen deutlichen Zuwachs.

In den Waadtländer und Freiburger Alpen (+7 %), der Zentralschweiz (+5 %) und der Ostschweiz (+5 %) liegen die Ersteintritte ebenfalls über dem Vorjahr. Das Wallis (+1 %) liegt leicht über dem Vorjahresniveau, während das Tessin auf dem Niveau des Vorjahres (0 %) abschliesst (vgl. Abb. 1).

Die Entwicklung im Berner Oberland ist teilweise von einem Sondereffekt geprägt: Die Schilthornbahn war im Vorjahr aufgrund von Umbauarbeiten nur eingeschränkt in Betrieb. In der Ostschweiz entwickelten sich insbesondere die Ausflugsdestinationen im Alpstein, im Heidiland und im Toggenburg erfreulich.

Mehrere Unternehmen erreichten im Verlauf der Sommersaison Höchstwerte im Beobachtungszeitraum. Das regionale Gesamtergebnis wird durch den Ausfall der Säntis-Schwebebahn während des Neubaus gedämpft. Diese beiden Effekte prägten die regionalen Resultate während der gesamten Saison.

Abbildung 1:

Ersteintritte – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Oktober 2026.

Wachstum vor allem bei kleinen und großen Bergbahnen

Ein Blick auf die Unternehmensgrößen zeigt Unterschiede in der Entwicklung. Kleinere Bergbahnunternehmen mit einem durchschnittlichen Verkehrsertrag von bis zu zwei Millionen Franken schließen die Sommersaison mit 13 % mehr Ersteintritten als im Vorjahr ab.

Auch die großen Unternehmen mit mehr als 10 Millionen Franken Verkehrsertrag weisen mit +10 % ein deutliches Plus auf. Bei den mittelgrossen Unternehmen mit einem Verkehrsertrag zwischen 2 und 10 Millionen Franken blieb die Zahl der Ersteintritte mit +0,5 % hingegen nahezu unverändert.

Die gute Sommerbilanz zeigt sich damit besonders an den beiden Enden des Größenspektrums: Sowohl kleinere Bergbahnen als auch die großen touristischen Anbieter konnten mehr Gäste verzeichnen als im Vorjahr.

Bergsommer 2026:

Kleine und große Bergbahnen gehören zu den Gewinnern, ebenso Destinationen in mittlerer Höhenlage.

Mittlere Höhenlagen mit deutlichem Plus

Bei der Betrachtung nach Höhenlage zeigt sich ein klares Gefälle. Bergbahnen zwischen 1.000 und 2.000 m Höhe verzeichneten mit +12 % den mit Abstand stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Deutlich geringer fiel die Veränderung bei tiefer und höher gelegenen Anlagen aus.

Bei Bergbahnen unter 1.000 m ü. M. nahmen die Ersteintritte um 1 % zu, während Anlagen über 2.000 m ü. M. auf dem Vorjahresniveau lagen. Damit konzentrierte sich das Wachstum der Sommersaison 2026 insbesondere auf Bergbahnen in mittleren Höhenlagen.

Abbildung 2:

Ersteintritte – Veränderungen zum 5-Jahresschnitt, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Oktober 2026.

Deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt

Die Saisonbilanz bestätigt die positive Entwicklung des Sommergeschäfts der Schweizer Bergbahnen. Die Ersteintritte liegen nicht nur 8 % über dem Vorjahr, sondern mit 23 % auch deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Auch hier sticht das Berner Oberland mit einem Plus von 54 % deutlich hervor. Die Waadtländer und Freiburger Alpen (+25 %) sowie die Zentralschweiz (+22 %) liegen ebenfalls deutlich über dem langjährigen Mittel. Graubünden (+11 %), das Wallis (+8 %) und das Tessin (+7 %) weisen ebenfalls höhere Frequenzen auf.

In der Ostschweiz liegt die Zahl der Ersteintritte 10 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Das regionale Ergebnis ist jedoch stark durch die Betriebseinstellung der Säntis-Schwebebahn während des Neubaus beeinflusst und widerspiegelt damit nur bedingt die Entwicklung der übrigen Ostschweizer Bergbahnen (vgl. Abb. 2).