
Management & Tourismus, Planen & Bauen
Kasachstan schafft neue Skiregion
Kasachstan treibt die Entwicklung der zentralen, nördlichen und westlichen Ausläufer des Tian Shan zu einem ganzjährigen Tourismuskorridor massiv voran. Das Projekt „Almaty Mountain Cluster“ verbindet alte und neue Skigebiete im Ile-Alatau-Gebirge und schafft so ein zusammenhängendes Areal der Superlative, berichtet Euronews.
Auf direkte Anweisung von Präsident Kassym-Jomart Tokajew genehmigte die Regierung einen umfassenden Entwicklungsplan. Das Ziel: Das Gebiet soll zu einer internationalen Destination mit erstklassigen Pisten und verbessertem Zugang zu den abgelegenen Landschaften des Nationalparks Ile-Alatau aufsteigen.
Der Bedarf ist groß
Aktuell verfügt Kasachstan nur über ein einziges Resort mit internationaler Top-Infrastruktur. Dieses stößt jedoch an seine Grenzen: In den vergangenen drei Jahren haben sich die Besucherzahlen im wichtigsten Resort des Landes verdreifacht.
„Allein in der letzten Saison begrüßten wir 1,5 Millionen Gäste – fast das Doppelte der geplanten Kapazität“, erklärt Daniel Serjanuly, stellvertretender Vorsitzende des kasachischen Tourismusverbandes. Die begrenzte Wegelänge und Kapazitätsengpässe machten die Erweiterung unumgänglich.
Große Investitionsoffensive
Nicht weniger als 26 neue Seilbahnen werden geplant.

Ein Netz aus 42 Seilbahnen
Das Kernstück der Erweiterung ist die Vernetzung: Die bestehenden Gebiete Shymbulak, Pioneer und Oi-Qaragai werden mit den Schluchten Kimasar und Butakovka verbunden. Dafür planen die Behörden den Bau von 26 neuen Seilbahnen, wodurch sich die Gesamtzahl auf 42 erhöht.
Besucher können künftig mit einem einzigen Skipass alle miteinander verbundenen Lifte und Pisten nutzen. Bis zur geplanten Fertigstellung 2029 soll das Skigebiet bis zu 24.000 Gäste täglich beherbergen und jährlich 1,7 Millionen internationale Touristen anziehen.
Projekt „Almaty Superski“
Parallel zur Vernetzung entwickelt der Staat unter dem Arbeitstitel „Almaty Superski“ ein neues, familienfreundliches Areal. Geplant sind 17 moderne Lifte und zusätzliche 60 Pistenkilometer, die vorwiegend im blauen und grünen Bereich liegen, um Anfänger und Fortgeschrittene anzusprechen.
Zusammengenommen – die Vernetzung der Bestandsgebiete (ca. 162 km) und der Neubau (ca. 60 km) – entstehen so über 200 Pistenkilometer auf fünf Hauptrouten. Während das Dachprojekt einen neuen Namen erhalten soll, behält jedes Resort seine eigene Markenidentität.
Das Projekt umfasst neben den Seilbahnen auch neue Wanderwege und Serviceeinrichtungen sowie die Erweiterung bestehender Ferienanlagen unter strikter Einhaltung von Umwelt- und Sicherheitsstandards.
Unberührtes Reservoir
Der große Almaty-See liegt nur 30 Kilometer von der gleichnamigen kasachischen Großstadt entfernt: Er leuchtet im Sommer türkis und im Winter eisblau.

Erschließung neuer Horizonte
Ein zentraler Aspekt der Entwicklung ist die verbesserte Erreichbarkeit des Ile-Alatau-Nationalparks. Im Fokus steht dabei der Große Almaty-See, ein Hochgebirgssee nur 30 Kilometer außerhalb der Stadt.
Um das sensible Ökosystem zu schützen und gleichzeitig den Zugang zu gewährleisten, ist in einer späteren Projektphase die Errichtung von Seilbahnen geplant. Sie sollen Touristen direkt zu dem Gewässer bringen, das als eines der landschaftlichen Wahrzeichen der Region gilt.