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Schneekanone im Sommer: Ungewöhnliche Abkühlung in Südtirol
In der Skiworld Ahrntal in Südtirol wird Schneekanone umfunktioniert: Sie sorgt für eine Abkühlung im Family Park Klausberg. Jeden Tag um 14:00 Uhr sprüht die Schneekanone den Wasserstaub in den Himmel.
Wie das Medium Merkur.de berichtet, entstand die Idee eher zufällig bei einer Wartung, bei der das Gerät kurz eingeschaltet werden musste.
„Dann sind alle Kinder heraufgerannt und hatten eine Freude am Wasser“, sagte der Sprecher der Skiworld Ahrntal gegenüber Merkur.de. „Also haben wir uns gedacht: Schalten wir sie mal zwei Minuten ein, wenn es heiß ist.“
Die „Regenbogenmaschine“
Auf Facebook nennt die Skiworld Ahrntal das Gerät „Regenbogenmaschine“:
„Wenn die Sommersonne so richtig einheizt, wartet im Family Park Klausberg eine ganz besondere Überraschung auf euch! An besonders heißen Tagen verwandelt sich unsere Schneekanone in eine Regenbogenmaschine und sorgt für eine erfrischende Abkühlung – ein Spaß für Groß und Klein!“
Wie viel Strom verbraucht die Anlage?
Der Betreiber rechnet vor: „Eine Schneekanone benötigt bei voller Leistung rund 20 Kilowatt pro Stunde. Unsere Regenbogenmaschine läuft an heißen Sommertagen um 14:00 Uhr jedoch nur für 2 Minuten. Das entspricht lediglich 0,67 kWh Strom – etwa so viel, wie eine Klimaanlage in kurzer Zeit verbraucht.“
Die Düsen werden zudem auf ein Minimum eingeschaltet. Dabei werden rund zwei Liter Wasser pro Sekunde versprüht.

Screenshot aus dem Instagram-Konto des Skigebiets:
Die Initiative begeistert die einen, die anderen kritisieren sie.
Kritik an der Aktion
In den sozialen Netzwerken gibt es jedoch nicht nur Begeisterung, sondern auch Kritik. Wie Merkur.de schreibt, beklagt ein Teil der lokalen Bevölkerung Wasserverschwendung und eine Ungleichbehandlung.
Der Vorwurf: Bauern und Anwohner in den Alpen würden zum Wassersparen aufgerufen, während das Skigebiet das kostbare Nass scheinbar einfach in die Bergwelt verspritzt.
Der Betreiber weist diese Bedenken allerdings zurück. Gegenüber Merkur.de sagt er: „Wenn das Wasser nicht rausgespritzt wird, läuft es den Berg hinunter.“
Laut der Skiworld Ahrntal stammt es direkt aus den Bergen. Es fließt aus natürlichen Quellen rund um den Klaussee, der auf etwa 2.300 Metern Höhe liegt. Von dort fließt das Wasser über den Kleinklausenbach in die Ahr und weiter in die Etsch.
Durch den großen Höhenunterschied steht das Wasser in den Leitungen bereits unter einem natürlichen Druck. Das Skigebiet erklärt, dass die Maschine im Sommer deshalb gar keine zusätzliche Pumpstation benötigt.