Teufelberger-Redaelli: Full-Service im Alltag

Die Zermatt Bergbahnen und die Silvrettaseilbahn AG in Ischgl setzen auf den Full Service Ansatz von Teufelberger-Redaelli. In Zermatt ist dazu bereits das KI-basierte Tool AIM im Einsatz und überwacht die dortigen Seile.

„Wenn intelligente Seilüberwachung zum Arbeitsalltag wird“ – so könnte man die aktuelle Betriebspraxis bei den Zermatt Bergbahnen überschreiben. Das Skigebiet setzt auf das AIM-Tool der Expertenallianz, welches im Frühjahr 2026 auf der Messe Mountain Planet seinen Marktstart erfuhr.

Zudem profitieren die Zermatt Bergbahnen vom Full-Service-Ansatz von Teufelberger-Redaelli und folgen damit dem Beispiel der Silvrettaseilbahn AG in Ischgl.

AIM – kurz erklärt

Das Tool entspringt der Alliance for Intelligent Rope Monitoring (AIM), in der auch die KI-Softwareexperten von Raydn und Messspezialisten ihr Know-how einbringen.

Das All-in-one-Gerät vereint kamerabasierte Zustandsüberwachung, Magnetic Rope Testing (MRT) sowie Künstliche Intelligenz (KI) und erkennt Anomalien, Defekte und Korrosion des Seils frühzeitig. Die Daten sind in Echtzeit und ortsunabhängig verfügbar.

Die Allianzpartner eröffnen mit dem AIM-Tool völlig neue Möglichkeiten der Kombination von MRT und kamerabasierter Zustandsüberwachung. Sie erhöhen damit die Anlagenverfügbarkeit für die Betreiber, reduzieren Stillstandszeiten und ermöglichen eine vorausschauende Wartung.

Ununterbrochen live in Zermatt

Ein Blick in die Praxis: Zu Testzwecken wurde in Zermatt das AIM-Tool an der kuppelbaren 4er-Sesselbahn Findeln mit einer Fahrgeschwindigkeit von 5 m/s installiert und mit dem Netzwerk des Betreibers verbunden.

Visuelle Analyse und MRT arbeiten gemeinsam. Die automatisierte Auswertung liefert kompakte Informationen über den Seilzustand. Das System läuft nun seit Monaten ununterbrochen.

Die fordernden Lichtverhältnisse vor Ort werden von den Kameras ausgeglichen; diese bieten eine sehr hohe Bildqualität.

Die Synchronisation mit dem MRT-System verläuft reibungslos, und die automatisierte Berichterstattung liefert bereits prägnante Zusammenfassungen des Seilzustands, berichtet Fabian Imboden, Bereichsleiter Technik Nord bei den Zermatt Bergbahnen:

„Das System hat das Potenzial, uns sehr viel Zeit zu sparen.“

Fabian Imboden

Bereichsleiter Technik Nord Zermatt Bergbahnen

Rasch montiert in Zermatt

Ein wesentlicher Aspekt liegt in der Praktikabilität der Installation: Das System wurde während eines kurzen Zeitfensters montiert – am Abend nach Betriebsschluss und am folgenden Morgen vor der Wiedereröffnung.

Das Kamerasystem ist zudem physisch in die MRT-Einheit integriert, was einen kombinierten Inspektionsablauf in einem kompakten Aufbau ermöglicht. Betrieblich hat sich die Installation als äußerst zuverlässig erwiesen.

Die Hintergrundverarbeitung der Kamera arbeitet selbst dann robust, wenn sich bewegende Sessel, Fahrgäste und andere dynamische Elemente im Sichtfeld befinden. Gleichzeitig isoliert das KI-Modell das Seil präzise und identifiziert kritische Stellen wie den Spleiß.

Das freut Fabian Imboden besonders: „Jetzt können wir den Seilzustand bequem vom Büro aus kontrollieren.“

Heute erkennt das Tool den aktuellen Zustand des Seils. Morgen sollen historische Inspektionsdaten und kontinuierlich erhobene Informationen zunehmend dazu beitragen, Entwicklungen des Seilzustands und die verbleibende Lebensdauer besser einzuschätzen.

Ein Video zeigt die Lieferung und Montage des Seils an der Höllkarbahn.

Full-Service ein Seilleben lang

Die Denkweise der Zermatt Bergbahnen deckt sich mit dem Full-Service-Ansatz von Teufelberger-Redaelli, nicht einfach nur ein Seil zu liefern, sondern dessen gesamten Lebenszyklus zu begleiten.

Das Unternehmen berät, beliefert und überwacht, interpretiert Daten gemeinsam mit den Kunden und plant Wartung und Ersatz. Ein gutes Beispiel hierfür ist die neue 8er-Sesselbahn Höllkar C2 in Ischgl, Österreich.

Das dortige Solitec-Seil hat einen Durchmesser von 50 Millimetern und eine Länge von 3.840 Metern. Es ist bereits das dritte Seil von Teufelberger-Redaelli für Ischgl in kürzester Zeit.

Schon im vergangenen Jahr durfte das Unternehmen zwei Exemplare liefern – ein 880 Meter langes für die 8er-Sesselbahn Sassgalun C3 und ein 2.740 Meter langes für die 8er-Sesselbahn Höllboden C1.

Beide Seile haben einen Durchmesser von 48 Millimetern. Die Sassgalunbahn ist übrigens die erste Anlage Österreichs, die mit dem neuen Seil Solitec XD ausgestattet wurde.

Zentraler Ansprechpartner für die Silvrettaseilbahn AG rund um das Seil war und ist Area Sales Manager Rudolf Wagner:

„Von der Projektierung über die Lieferung bis zur Montage habe ich das Seil bereits begleitet und die Gewerke vor Ort koordiniert. Mit der Inbetriebnahme zur Wintersaison werde ich weiterhin beratend zur Verfügung stehen.“

Die Bergbahn muss sich also um nichts kümmern und hat stets eine einzige Anlaufstelle.

Vertrieb mit Weitblick

Der Full-Service-Ansatz ist also durchaus ein sehr persönlich-menschlicher. Deswegen sucht Teufelberger-Redaelli ab sofort einen Area Sales Manager (m/w/d) für Seilbahnen in der Schweiz, quasi eine Kollegin bzw einen Kollegen für Rudolf Wagner.

Gesicht für die Schweiz gesucht

Die Aufgabe: Kundenbeziehungen aufbauen, Projekte begleiten und Innovationen in die Höhen des Schweizer Tourismus bringen – direkt vor Ort, auf Messen und im Gespräch.

Die Position dient als „Gesicht der Marke“ am Schweizer Markt, und verlangt, dass man sich mit Branchen-Innovationen beschäftigt und dieses Produktwissen an Bergbahnen, Industrie, Seilzieher und fallweise an Händler weitergibt.

„Ich kann den Beruf nur empfehlen: Er ist extrem vielseitig, man ist von der Projektierung über Logistik und Montage bis zum After Sales in den gesamten Prozess involviert,“ betont Wagner.

Eigentlich sei man nicht im Verkaufs-, sondern im Projektmanagement tätig, so der Area Sales Manager: „Man sitzt nicht nur im Büro oder Auto, sondern arbeitet dort, wo andere Urlaub machen – in den Bergen!“