
SI 6/2025
Thomas fragt, Konstantin antwortet: Wer hat den Après-Ski erfunden?
Als die Skandinavier Ende des 19. Jahrhunderts den Skisport in die Alpen trugen, war es schon üblich, zur Stärkung am Abend z.B. Kartoffelgerichte und Schnaps zu sich zu nehmen. Der Begriff Après-Ski ist jedoch erst zur Winterolympiade 1924 in Chamonix entstanden, als sich die betuchte Gesellschaft nach den Wettkämpfen in die Wärme der Hotels zurückzog.
In Österreich wurde die Bezeichnung aufgegriffen, während in der Boomzeit die Hotels aus dem Boden schossen und mit mehr Komfort auf den Zimmern sowie Musik- und Tanzanlässen die Gäste anwarben.
Ein Wegbereiter sei das Hotel Post in St. Anton am Arlberg gewesen, weiß das amerikanische Magazin „Skiing Heritage“ in Ausgabe 03/2007 zu berichten.

© ski amadé
Doch warum haben die Tiroler ausgerechnet den französischen Begriff für das Amüsieren der Gäste übernommen?
Französisch war damals als Diplomatensprache bekannt, so klang „Après-Ski“ hochwertiger und man wollte sich mit seinen Veranstaltungen etwa von den einfachen Bierschänken absetzen.
Die französischen Erfinder des Ausdrucks konnten die heutige Bedeutung nicht ansatzweise erahnen, und in Österreich war das Angebot ursprünglich etwas gediegener, vielleicht braver gemeint.
Bei allem Rummel ist es doch erfreulich zu sehen, dass Après-Ski nicht mehr für einzelne Schichten gedacht ist, sondern allen etwas zu bieten hat. Anders gesagt: heute feiert „Bier“ gemeinsam mit „Champagner“.
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