Strafe für Bergstation in Damüls?

Trotz erfolgreicher Inbetriebnahme der neuen Sesselbahn „Hohes Licht“ in Damüls droht den Betreibern Ärger. Da die Bergstation um sechs Meter versetzt wurde, prüft die BH Bregenz eine Strafe. Die Verantwortlichen verteidigen den Schritt als geologisch notwendige Anpassung, zeigen sich zum Thema verwundert und zugleich zuversichtlich.

Rund 12,5 Millionen Euro hat das Skigebiet Damüls in die neue 6er-Sesselbahn „Hohes Licht“ investiert und damit eine 50 jahre alte 2er-Sesselbahn ersetzt. Nun trübt aber juristischer Ärger die Freude über die neue Anlage.

Wie der ORF Vorarlberg, die Kronenzeitung und Vol.at übereinstimmend berichten, prüft die Bezirkshauptmannschaft Bregenz eine Verwaltungsstrafe, da die Bergstation  um sechs Meter weiter bergwärts errichtet wurde als ursprünglich geplant. Die ursprünglichen Pläne sahen zwar eine Verlegung der Talstation um 300 Meter vor, nicht jedoch eine Verlegung der Bergstation.

Die tatsächliche Ausführung wich von den Plänen ab: Wie die Bezirkshauptmannschaft Bregenz gegenüber dem ORF bestätigte, wurde die Bergstation sechs Meter weiter hangaufwärts und 70 Zentimeter höher errichtet. Daraufhin erstatteten die Seilbahn- und Naturschutzbehörden Anzeige. Die BH prüft nun, ob dies eine Verwaltungsstrafe zur Folge hat.

Neue Anlage mit Potential:

Die 6er-Sesselbahn „Hohes Licht“ löst die gleichnamige 2er-Sesselbahn auf einer optimierten Linie ab und bietet so eine annähernd halbierte Fahrzeit, mehr Komfort und eine deutlich erhöhte Förderkapazität.

Bergbahn verwundert über Vorgehen

Markus Simma, Geschäftsführer der Damülser Seilbahnen, zeigte sich auf ORF-Anfrage überrascht und gab an, von einer möglichen Strafe nichts gewusst zu haben.

Er begründet die Abweichung mit geologischen Ursachen: Nach dem Abriss der alten Bahn und während der Aushubarbeiten habe sich der Untergrund als nicht ausreichend tragfähig erwiesen.

Eine Verlegung der Station um sechs Meter bergwärts sei daher notwendig gewesen – eine laut Simma im Gesamtkonzept nur geringfügige Änderung innerhalb des für den Bau vorgesehenen Areals.

Es sei wegen der Abweichung vom Bauplan zu keiner landschaftlichen Beeinträchtigung gekommen, erklärt Simma auf „Krone“-Nachfrage: „Es geht hier um sechs Meter – bei einer Bahn, die insgesamt 1400 Meter lang ist.“

Die Bezirkshauptmannschaft soll die Angelegenheit nun prüfen, wurde bei Simma deswegen aber noch nicht vorstellig. Einer eventuellen Prüfung der Umstände sieht er jedenfalls „zuversichtlich“ entgegen. Zur Frage, ob der Bau ohne die nötige Zusatzbewilligung erfolgte, wollte er sich auf Nachfrage nicht äußern.