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Foto: Starjack/Fotolia

SI-Trend Check

Positive Reise-Trends für 2019

Marketing-Experte Oliver Pichler stellt Trends vor, die für die Seilbahn- & Tourismusbranche interessant sind.

 

Sehr positiv fällt der Ausblick auf das Reisejahr 2019 aus deutscher und österreichischer Sicht aus. Zwei Studien, ein Bild: Daumen nach oben. Nach dem vielversprechenden Vorjahr, dürfte auch 2019 von großer reisefreude geprägt sein.

 

88 Prozent der Österreicher planen heuer zu verreisen. Wobei dafür sehr oft mehr Geld und Zeit zur Verfügung steht, als 2018. Diese Erkenntnisse liefert der aktuelle ruefa-reisekompass. Ähnlich die Situation in Deutschland: Vier von fünf Befragten planen bereits ganz konkret eine oder mehrere Urlaubsreisen.

 

Das zeigt die reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub & reisen (FUr). Auch die deutschen Experten erwarten eine leichte Steigerung der Menge ihrer Landsleute, die auf Urlaub fahren.

Und sie rechnen mit einer höheren Ausgabebereitschaft. Interessant ist zweierlei: Beachtliche 43 Prozent wollen heuer ein reiseziel besuchen, an dem sie noch nie waren. Und für sehr viele deutsche Urlauber ist „draußen sein“ bei Ferienreisen ganz zentral. Wandern, Naturattraktionen besuchen, radfahren und Wintersport stehen auf der Aktivitäten- Hitliste ganz oben.

 

Neben Sportlich- Schweißtreibendem wird Outdoor allerdings mehr denn je auch mit „Natur erleben“ und Erholung sowie Entspannung ohne Anstrengung verbunden. Für diese gemütlichen „Natururlaube“ seien die Alpen überdurchschnittlich beliebt.

 

Bei den Österreichern zeigt sich ein immer größer werdendes Interesse, mehrere (Kurz)-Urlaube im Jahresverlauf zu machen. Jeder Fünfte verreist viermal oder öfter. 59 Prozent werden zwei oder drei Mal auf Urlaub sein. Einzig daran, dass die meisten Haupturlaube im Juli und August (51 Prozent) stattfinden, ändert sich nichts.

 

Quellen: „Ruefa Reisekompass Österreich 2019“, 10.1.2019 | „Urlaubsreisetrends 2019“ der deutschen Forschungsgemeinschaft Urlaub & Reisen (FUR), 11.1.2019

Influencer-Marketing:

Zwischen Hype & Flop

Alles begann mit einem großen Missverständnis. Influencer wurden als Heilsbringer gehandelt. Lang wurden sie als ebenso „billiger“ wie effizienter Weg der Kommunikation mit potenziellen Gästen missverstanden. Nach dem ersten Hype begann das Pendel in die Gegenrichtung auszuschlagen.

 

So wurde mehrfach attestiert, dass der Influencer-Boom vorbei sei. Und eine große europäische Hostelkette verkündete vor Weihnachten vollmundig, „kein Geld mehr für Influencer-Marketing“ ausgeben zu wollen.

Influencer als Marketing-Faktor

Ob schlecht- oder schöngeredet, Influencer, Blogger & Co, sprich echte oder digitale Persönlichkeiten mit starkem Mitteilungs- und Kommunikationsbedürfnis, sind als digitale Meinungsbildner ein Faktor des modernen Marketings. Alleine, sie sind weder Heilsbringer, noch Bedrohung.

 

Niemand muss Influencer in seine Marketing-Strategie integrieren. Und das geschickteste Influencer-Marketing wird alleine nicht die Lösung aller Probleme bringen. Einzig, wer nicht anerkennt, dass Influencer die digitale Wahrnehmung von Produkten, Dienstleistungen u.v.m. teils massiv beeinflussen können, verweigert sich der realität.

bewusster umgang unabdingbar

Damit, wie das Zusammenwirken von Unternehmen und Influencern am besten gelingen kann, hat sich der deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) befasst. Vier zentrale Erkenntnisse: 1. Influencer und mit ihnen kooperierende Unternehmen müssen gut zueinander passen.

 

Ist beispielsweise ein Influencer nur an Sonne-, Strand- & Meerurlaub interessiert und thematisiert er nur solche Themen, macht eine Partnerschaft mit einem Seilbahnunternehmen keinen Sinn. Der Grad der Sportlichkeit eines Influencers ist hingegen nicht so entscheidend, sofern alpine Themen, Winter, Naturerlebnisse usw. zu „seinen“ Themen gehören.

 

 

2. Wenn Influencer dafür bezahlt werden, Informationen zu transportieren, dann ist diese Werbung als solche klar zu kennzeichnen. Hier sind Influencer wie Unternehmen gefordert.

 

 

3. Es gibt erfahrene, auf Influencer- Marketing spezialisierte Agenturen und Berater. Sowohl für Unternehmen, die Kontakt zu Influencern suchen als auch für Influencer, die Kooperationen anstreben, kann deren Unterstützung sinnvoll sein.

 

4. Spätestens, wenn ins Influencer- Marketing relevante Budgets fließen, braucht es klare Ziele. Was soll erreicht werden? Direkte Verkaufswirkung? Steigerung der Bekanntheit? Image- Bildung? Quelle: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Absatzwirtschaft, 15.12.2018