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Die neue Jöchelspitzbahn ersetzt die ehemalige Doppelsesselbahn auf selber Trasse. Foto: Lechtaler Bergbahn GmbH

Klenkhart & Partner

Innovative Seilbahnplanung aus Tirol

Seilbahn-Planungsmanagement ist eine Paradedisziplin von KLENKHART & PARTNER aus Absam. Zahlreiche Projekte wurden rechtzeitig zum Winterstart abgeschlossen, andere befinden sich in der Realisierungsphase, weitere sind bewilligt und warten auf die Umsetzung.

 

Sowohl in Österreich, als auch im benachbarten Ausland vertraut man auf Konzepte und Lösungen des Tiroler Teams. KLENKHART & PARTNER zeichnet vor allem ein multifunktionales Bewusstsein aus.

 

Ein sparsamer Umgang mit Ressourcen versteht sich dabei von selbst. Der permanente Dialog mit den Betreibern/Auftraggebern ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Nach der Erstellung des Anforderungskataloges entstehen die ersten Machbarkeitsstudien, bevor es in die Detailplanung geht.

 

Die oft schwierigen Hürden der Behörden- und UVP-Verfahren werden ebenso von KLENKHART & PARTNER betreut, wie Ausschreibungen und Bauüberwachungen bis hin zur Endabnahme.

 

Durch die jahrzehntelange Erfahrung im „alpine engineering“ sind Christian Klenkhart und Christian Weiler begehrte Partner im Hoch- und Mittelgebirge.

Bahn und Speicherteich in Dienten

So freut sich etwa Dienten über die neue Gabühelbahn und den Bau des neuen Speicherteiches (siehe auch Seite 18-19). Die Gabühelbahn mit einer Förderleistung von 2.400P/h wurde in den Jahren 2018 und 2019 umgesetzt.

 

Zusätzlich wurden zahlreiche Pistenbaumaßnahmen vorgenommen, um die Anbindungen nach Dienten und Hinterthal zu verbessern.

Eingangstor am Nebelhorn

Auch in Oberstdorf beginnt eine neue Ära. Nach 90 Jahren geht die alte Pendelbahn am Nebelhorn endgültig in Pension (siehe auch Seite 20). Mit den Bauarbeiten für die neue Zwei-Seil-Umlaufbahn mit 10er-Kabinen wurde bereits vergangenen Herbst begonnen, wobei der Fokus auf der Sektion II lag.

 

Die bestehende Sektion II stellt im September 2020 ihren Dienst ein. Dann kann mit Hochdruck im unteren Abschnitt gearbeitet werden. Trasse und Stützenstandorte werden weitgehendst belassen. Eine naturnahe Einbindung ist bei KLENKHART „state oft the art“.

 

Die Modernisierung der Kabinenbahn beinhaltet neben einem barrierefreien Einstieg auch eine neue Tal- und Zwischenstation sowie die Erweiterung der Bergstation.

 

Ein architektonisches Highlight wird die neue Talstation der Nebelhornbahn: mit heimischem Holz, imposanten Glaselementen und geschwungenen Linien wird sie das beeindruckende Eingangstor zum Berg. Die Eröffnung ist für Sommer 2021 geplant.

Materialseilbahn statt Wegebau

In den kommenden Jahren ist zudem peu à peu eine Modernisierung des Skiund Wandergebietes Söllereck vorgesehen. Den Anfang machte die neue 6er Sesselbahn Schrattenwang, die rechtzeitig zu Saisonbeginn in Betrieb genommen werden konnte (siehe auch Seite 20).

 

Der Bau der Talstation war sowohl ökologisch, als auch technisch eine Herausforderung. Eine Bewehrte-Erde-Konstruktion sorgt für Bodenstabilität. Sämtliche Baumaterialien wurden mittels einer Materialseilbahn angeliefert. So konnte in dem ökologisch sensiblen Gebiet auf einen Wegebau verzichtet werden.

 

Gleichzeitig wurde die erste Ausbaustufe der Beschneiungsanlage im Bereich „Schrattenwang“ getätigt. Mit dem Bau von rund zwei Kilometern Schneileitungen kann nun die Abfahrt von der Bergstation der Schrattenwangbahn bis ins Tal gewährleistet werden.

Mit der Errichtung der 10EUB Obere Karbahn und dem neuen Funktionsgebäude wurde ein attraktiver Einstieg in das Skigebiet Berwang geschaffen. Fotos: KLENKHART & PARTNER

Lawinenschutzdamm in Berwang

Die Obere Karbahn I ist der neueste Teil des Skigebiets Berwang-Bichlbach. Die 10-er Kabinenbahn ersetzt den Biliglift auf etwas veränderter Trasse. Die umsichtige Planung schuf ein ideales Gesamtkonzept für den Talstationsbereich inklusive barrierefreiem Zugang für den Sommerbetrieb.

 

Dort finden sich auch die Indoor-Kassen, die Sanitärbereiche, ein Shop mit Depot, Kinderverpflegungsräume und Büros. Die Mittelstation der Oberen Karbahn und Bergstation der ersten Sektion soll künftig zusammen mit einem belebten und großzügigen Platz zum Herzen des Skigebietes werden.

 

In diesem Bereich war es wichtig, den Naturgefahren zu begegnen. Zur Sicherung der Mittelstation wurde ein Lawinenschutzdamm errichtet, zudem sind eine ca. drei Hektar große Lawinenstützverbauung und die Installation von vier neuen Lawinensprengmasten notwendig, um die geplante und zu einem späteren Zeitpunkt zu errichtende Bergstation zu sichern.

 

Um den Betrieb des Kurvenschleppliftes in gewohnter Weise zu ermöglichen, wurde eine Durchfahrt durch den Damm geschaffen. Im Modernisierungsplan folgen die Erneuerung der Sektion Obere Karbahn II, die neue kuppelbare 6er-Sesselbahn Thanellerbahn, zusätzliche Skiabfahrten sowie der Ausbau der Beschneiungsanlage.

Der Bau der Schrödlsteinbahn ist Teil eines Masterplans, den das Skigebiet Brauneck gemeinsam mit dem Ingenieurbüro KLENKHART & PARTNER seit Jahren verfolgt.

Trapezblechfassade im Lechtal

Bach im Lechtal freut sich über die neue 8-EUB Jöchelspitzbahn (siehe auch Seite 26-27). Der alte Doppelsessellift war in die Jahre gekommen. Die Trasse für die neue Bahn verläuft annähernd deckungsgleich. In der Talstation wurden Kassa und Führerstand situiert, am Berg finden sowohl die Seilbahnstation, als auch die Fahrzeuggaragierung inkl. Wartungsstand ausreichend Platz in der Stahlhalle.

 

Die Stahlbauweise wurde im Außenbereich mit einer dunklen Trapezblechfassade designt, um die Gebäude in die Landschaft zu inte-grieren. Im Tal hingegen wurde der Stil der umliegenden Gebäude aufgegriffen und Holz kam zur Verwendung. Insgesamt werden 14 Fahrzeuge in zwei Stichgleisen parallel zur Bahnachse garagiert.

 

Die neue Seilbahn verfügt über eine Förderleistung von 1.150 Personen/Std (im Endausbau) und verringert die bisherige Fahrzeit von 15 Minuten auf ca. sechs Minuten. Um vor eventuellen Naturgefahren geschützt zu sein, wurde im Zuge der Bauarbeiten der an der Bergstation bestehende Lawinenschutzdamm verbessert.

 

Dies erfolgte in Form einer Vertiefung des Fallbodens. Das dabei entstandene Aushubmaterial wurde zur Ertüchtigung der Pisten verwendet.

Entflechtung in Pfronten-Steinach

Nachdem im Skizentrum Pfronten- Steinach in den vergangenen Jahren die Beschneiungsanlagen ertüchtigt wurden, war der Bau des Tellerliftes als Ersatzanlage für einen veralteten Seillift ein weiterer Ausbauschritt des grundlegenden Masterplans.

 

Die Streckenführung wurde in etwa beibehalten, der Einstieg aber so konzipiert, dass es keine Berührungspunkte zwischen den einzelnen Liften gibt und auch der „Skifahrerverkehr“ in Richtung Talstation Pfronten entflechtet und kreuzungsfrei erfolgt.

 

Auch die neue Bergstation wurde etwas weiter bergwärts situiert, um von diesem Punkt aus skitechnisch sämtliche Talstationen der weiteren Aufstiegshilfen erreichen zu können.

Swisscord-Lift am Spitzingsee

Die Alpenbahnen Spitzingsee suchten schon lange nach einer Lösung für eine bessere Anbindung zwischen der Bergstation Osthanglift und der Talstation Fürstalm. Dies wurde mit der Errichtung eines so genannten Swisscord-Liftes (Seillift mit vertikaler Seilführung), der fünf Meter über der Bergstation situiert wird, gefunden.

 

Die Strecke des Swisscord- Lifts verläuft auf rd. 60 Meter auf dem bestehenden Untergrund, ohne dass erdbautechnische Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Allein durch die Höherlegung kann man nun problemlos in die Piste Fürstalm einfahren.

 

Der Vollständigkeit halber sei noch der Bau der Schrödlsteinbahn im Rahmen des Masterplans des Skigebiets Brauneck erwähnt. Wir haben darüber bereits in der Ausgabe SI 6/2019 berichtet (Seite 30-31).