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Fotos: Armin Walcher

Sommertrend Bikepark

Wer mitmischen will braucht einen guten Plan

Schladming ist bereits seit vielen Jahren im Bikesport zuhause und durch die Erweiterung des Bikeparks soll nun eine ganz neue Zielgruppe angesprochen werden.

 

Es ist noch nicht lange her da waren Biker in den Bergen nicht gerne gesehen. Einige Betreiber bildeten zwar Ausnahmen doch der generelle Ton gegenüber den Sportlern auf zwei Rädern war doch eher skeptisch. Mittlerweile versucht man fast jeden Berg oder Hügel mit einem geeigneten Angebot für die kaufkräftige Zielgruppe zu versehen, dabei wird aber häufig ein eher einfacher Weg gegangen.

 

Das Konzept ist nicht durchdacht und auch die Zielgruppe die durch die Erschließung angesprochen werden soll ist nicht klar definiert. Doch wer den Tourismusfaktor Mountainbiken nutzen möchte darf keine halben Sachen machen.

 

In Schladming hat man früh das Potenzial des Bikesports erkannt und bereits vor 15 Jahren einen Downhill Trail gebaut. Diese meist anspruchsvolleren Strecken sprechen vor allem die sportlichen Fahrer an, doch die Zukunft liegt auch in einem breiten Angebot für alle Könnerstufen, ist sich Geschäftsführer der Planai Bergbahnen Georg Bliem sicher.

 

 

In einem groß angelegten Bauprozess wurde die Strecken um 15 Kilometer erweitert und bieten nun ein abwechslungsreiches Angebot für alle. Damit will man sich nicht nur für die Zukunft des Bergbikens wappnen, sondern diese aktiv vorantreiben.

 

Der neue Bikepark Schladming bietet deshalb nun 35 Kilometer Bikestrecke in allen Schwierigkeitsstufen. Gerade durch die Entwicklung der EBikes wurde Mountainbiken aus seinem Nischendasein herausgeholt und Breitensport tauglich.

 

Gleich nach dem Klassischen MTB (34%) fallen die E-Bikes mit 20% auf Platz zwei des Marktanteils, Tendenz steigend. Trotzdem werden die elektrischen Fahrräder immer noch von vielen Betreibern kritisch betrachtet. In Schladming ist man dagegen bereits voll und ganz überzeugt und stellt auch hier mit über 300 Verleih E-Bikes das nötige Angebot zur Verfügung.

 

Bei einer Testfahrt mit den akkuunterstützten Sportgeräten waren die Grundbesitzer in Schladming so überzeugt von dem Konzept Bikepark, dass nicht nur das OK für den Bau der neuen Trails gegeben wurde, sondern auch die Forderung nach einem speziell für EBikes konzipierten Uphillflowtrail.

 

Diesem Wunsch kam man bei den Bergbahnen Schladming selbstverständlich gerne nach.

Infrastruktur

Mit der Errichtung der Trails ist erst ein Teil geschafft. Die Berreitstellung der richtigen Infrastruktur ist ein mindestens genauso wichtiger Faktor, weiß Georg Bliem. „Der Ausstellungsraum Planaiwelten wurde aufgelöst und soll ab diesem Sommer einen großen Bereich für Verleih und Service von Bikes bieten.

 

Bereits jetzt wurden 100 neue Bikes bestellt. Erste Prognosen lassen aber vermuten, dass diese nicht ausreichen werden. Im ersten Jahr erwarten wir alleine auf der Planai 170.000 Bikefahrten. Damit würde der Biketrail bei weitem noch nicht an seine Grenzen stoßen.“ Eine definierte Zielgruppe und eine gute Infrastruktur sind wichtige Faktoren aber für die Anbieter wird die Finanzierung beziehungsweise Refinanzierung immer ein Kernanliegen sein.

 

In Schladming hat man für die neuen Trails 2019 1,2 Millionen Euro in den Sommersport Biken investiert. Vor dem Bau wurden die Vor- und Nachteile von weltweit erfolgreichen Parks analysiert um genau zu wissen was gerade von den Besuchern gewünscht wird.

 

Wie so oft zeigte sich auch beim Trailbau, dass es auf die Qualität ankommt. „Wenn die Qualität beim Trailbau nicht stimmt rächt sich das schnell. Wir haben deshalb darauf geachtet gleich zu Beginn auf Topleute und ihr Know-how zu setzten dann erspart man sich später böse Überraschungen“ so Bliem.

Zielgruppe

Gerade die Generation 45+ sowie der Kinderbereich wachsen aufgrund des immer breiteren E-Bike Angebotes. Damit löst auch die Freizeitorientierung die Wettkampforientierung des Trailbaus langsam ab. Die Besucher wollen einen Fahrspaß ohne großes Risiko und ein Sporterlebnis für die ganze Familie.

Trails

Die Trails haben verschiedene Schwierigkeitsstufen und sprechen so eine breite Zielgruppe an. Von den anspruchsvollen Jumplines und Downhillstrecken gibt es auch leichtere Flowtrails welche ein Gefälle von 6% nicht überschreiten und so auch für Anfänger geeignet sind.

Fotos: Roland Haschka/Alpreif

Neue Zielgruppe

Die Bergsportler von gestern waren aufgrund der schwierigen Trails meist richtige Experten ihres Hobbies die viel Zeit auf zwei Rädern verbrachten. Durch die Erweiterung der Zielgruppe in die Breite ist dies aber nicht immer der Fall. Es geht ums Probieren, Spaß haben und darum die eigenen Grenzen auszutesten.

 

Die richtige Kennzeichnung der Trails wird so noch wichtiger. Oft reicht die gewohnte Abstufung von einfach bis schwer nicht aus. Georg Bliem hat sich viele Bikeparks angesehen und auch selbst ausprobiert sein Tipp: Eine kurze Beschreibung über die nötigen Skills für die einzelnen Strecken oder auch über mögliche sichere und beschilderte Ausstiege falls man sein Können überschätzt hat.

 

„Mit den neuen Bikestrecken wollen wir eine breitere Zielgruppe ansprechen und so müssen wir auch dafür sorgen, dass sich alle zurechtfinden und ihre Zeit bei uns genießen“ erklärt Bliem. Bereits beim Anlegen der neuen Trails hatte man die Zielgruppe Familien im Auge weshalb man darauf geachtet hat die leichteren Flowtrails von den anspruchsvolleren Downhillstrecken so weit wie möglich auch geografisch zu trennen.