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Die Gabühelbahn in Dienten schließt das Nadelöhr der Skirunde „Königstour. Foto: SI/Surrer

Klenkhart & Partner

Spannende Projekte im Detail

Ob Dienten, Oberstdorf oder Brauneck – drei Projekte des Ingenieurbüros KLENKHART & PARTNER sind es wert, genauer betrachtet zu werden.

 

Dienten freut sich über die neue Gabühelbahn. Die Hochkönig Bergbahnen GmbH errichtete im Jahr 2010 das Skizentrum Dienten, das im Zentrum der Königstour liegt. Diese Skirunde führt von Mühlbach bis nach Maria Alm über sechs Gipfel mit 7.500 Höhenmetern und insgesamt 35 Pistenkilometern.

 

Damals wurde auch die 6-KSB Bürglalm errichtet. Zukunftsweisend wurde gleichzeitig ein Platz für einen weiteren Ausbau reserviert. 2018 war es dann soweit und der etwas in die Jahre gekommene Doppelsessellift, der als das Nadelöhr in der Skirunde galt, wurde durch die 10er Gondelbahn Gabühel ersetzt.

 

Der erste Bauabschnitt mit Errichtung der Talstation und der Strecke erfolgte noch im selben Jahr. Die Bergstation folgte 2019 gemeinsam mit dem Bau des neuen Speicherteiches. Dem Naturschutz wurde dabei voll Rechnung getragen, indem man während der Bauarbeiten an die 35.000 Amphibien übersiedelte.

 

 

Die neue Gabühelbahn hat eine Beförderungskapazität von 2.400 Personen/Std. Zusätzlich wurden zahlreiche Pistenbaumaßnahmen vorgenommen, um die Anbindungen nach Dienten und Hinterthal zu verbessern.

In Oberstdorf beginnt eine neue Ära

Nach 90 Jahren geht die alte Pendelbahn Nebelhornbahn endgültig in Pension. Die Nebelhornbahn ist ein Stück Geschichte in Oberstdorf. Sie startet mitten aus dem Ortszentrum und führt zur längsten Talabfahrt Deutschlands. Mit den Bauarbeiten für die neue 2-Seil-Umlaufbahn mit 10er-Kabinen wurde bereits vergangenen Herbst begonnen, wobei der Fokus auf der Sektion II lag.

 

Die bestehende Sektion II stellt im September 2020 ihren Dienst ein. Dann kann mit Hochdruck im unteren Abschnitt ge- arbeitet werden. Trasse und Stützenstandorte werden weitgehend belassen. Eine naturnahe Einbindung ist bei KLENKHART „state oft the art“.

 

Die Modernisierung der Kabinenbahn beinhaltet neben einem barrierefreien Einstieg auch eine neue Tal- und Zwischenstation sowie die Erweiterung der Bergstation. Komfort steht hier an erster Stelle: Sitzmöglichkeiten für jeden Gast ermöglichen eine aussichtsreiche Fahrt, kein Umsteigen an der Zwischenstation – ohne Wartezeiten weiter Richtung Gipfel.

 

Die Förderkapazität der neuen 10er Kabinenbahn beträgt an die 1.200 Personen/Std. Ein architektonisches Highlight wird die neue Talstation der Nebelhornbahn: Mit heimischem Holz, imposanten Glaselementen und geschwungenen Linien wird sie das beeindruckende Eingangstor zum Berg. Die Eröffnung ist für Sommer 2021 geplant.

Die Schrattenwangbahn ist der Anfang der Modernisierungswelle am Söllereck. Foto: Bergbahnen Oberstdorf-Kleinwalsertal

Söllereck macht Sprung nach vorn

Die Oberstdorfer Bergbahn AG betreibt im Gemeindegebiet des Marktes Oberstdorf ein Ganzjahresgebiet, wobei nur die Hauptseilbahn Söllereck und der Allgäu Coaster ganzjährig betrieben werden. Schlepplifte sowie mehrere Förderbänder laufen ausschließlich im Winter.

 

Das Söllereck liegt an der steilen Zufahrtsstraße ins österreichische Kleinwalsertal und stellt das Hauptzentrum des Ski- und Wandergebietes dar – mit entsprechender Frequenz. In den kommenden Jahren ist peu à peu eine Modernisierung des Ski- und Wandergebietes Söllereck vorgesehen.

 

Den Anfang machte die neue 6er Sesselbahn Schrattenwang, die rechtzeitig zu Saisonbeginn in Betrieb genommen werden konnte. Sie ersetzt den alten Schlepplift aus dem Jahr 1969. Die auf gleicher Trasse errichtete Sesselbahn ist modernst ausgestattet und läuft zu 100 Prozent mit Ökostrom.

 

 

Eine Kindersicherung und Wetterschutzhauben machen den Komfort perfekt. Die Kapazität ermöglicht eine Förderleistung von bis 2.000 P/h. Der Bau der Talstation war sowohl ökologisch, als technisch eine Herausforderung. Eine bewehrte Erde Konstruktion sorgt für Bodenstabilität.

 

Sämtliche Baumaterialien wurden mittels einer Materialseilbahn angeliefert, so konnte in dem ökologisch sensiblen Gebiet auf einen Wegebau verzichtet werden. Gleichzeitig wurde die erste Ausbaustufe der Beschneiungsanlage im Bereich „Schrattenwang“ getätigt.

 

Mit dem Bau von rund zwei Kilometer Schneileitungen kann nun die Abfahrt von der Bergstation der Schrattenwangbahn bis ins Tal gewährleistet werden.

Die Talstation der Nebelhornbahn wird ein architektonisches Highlight und zum neuen Eingangstor am Berg. Foto: Bergbahnen Oberstdorf-Kleinwalsertal

Das Brauneck in Lenggries rüstet auf

Der Bau der Schrödlsteinbahn ist Teil eines Masterplans, den das Skigebiet Brauneck gemeinsam mit dem Ingenieurbüro KLENKHART & PARTNER seit Jahren verfolgt. Die neue Schrödlsteinbahn verläuft im Bereich des Skigebietsteils Finstermünz, das auch erstmals mit einer Beschneiungsanlage versehen wurde.

 

Umgesetzt wurde die neue Aufstiegsanlage als kuppelbare 6-er Sesselbahn, ausgestattet mit allen modernen technischen Finessen: Wetterschutzhauben, Sitzheizung, höhenverstellbarem Hubtisch – angetrieben von einem effizienten und wartungsfreundlichen Direct Drive. Die Talstation wurde sehr ausgeklügelt in die Landschaft eingepasst.

 

Sie ist multifunktional gehalten und bietet neben dem Bahnhof mit automatischem Stichgleis auch Platz für Pistenraupen, Tankstelle und Trafostation. Die neue Bahn wurde im Rekordtempo errichtet – zwischen dem Abriss der alten und dem Seilspleiss der neuen Seilbahn lagen nur etwas mehr als vier Monate. Das Untergeschoss wurde in Beton-Massivbauweise errichtet und das Obergeschoss mit einer lichtdurchlässigen, leichten Holz-Glas Fassade verkleidet.