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Schneesimulationen für Investitionsentscheidungen, Anwendungsbeispiel Annaberg. Grafik: Steiger

Niederösterreich

Investitionen aufgrund von Schneesimulationen

Im Rahmen der Niederösterreichischen Seilbahntagung zeigte der Wissenschaftler Robert Steiger, wie Schneesimulationen als Grundlage für Investitionsentscheidungen dienen können.

 

Seit mehr als 15 Jahren forscht Robert Stadler vom Institut für Finanzwissenschaften an der Universität Innsbruck im Bereich Klimawandel und Tourismus. Zurzeit beschäftigt er sich mit regionalen Risikoanalysen für Skigebiete – oder kurz gesagt, wann und wie Skigebiete beschneien müssen, damit sie in 20 bis 30 Jahren noch existieren.

 

„Internationale Forscherteams führen weltweit regionale Risikoanalysen nach identischem Schema durch“, erklärte Stadler die Vorgehensweise kürzlich im Rahmen der Niederösterreichischen Seilbahntagung.

 

„Ein computergeneriertes Schneemodell simuliert täglich Schneefall, produzierten Schnee, Schneeschmelze, und die Schneehöhe auf der präparierten Piste für jede beliebige Höhenlage“, führte der Wissenschaftleiter weiter aus. Als schneesicher werden nur die Skigebiete eingestuft, welche 100 Tage im Betrieb sein können.

Robert Steiger Foto SI/Surrer

Wenn ein Skigebiet solch eine Schneesimulation möchte, müssen bestimmte Daten und Informationen bereit gestellt werden, wie Stadler betont: „Zuallererst benötigen wir Daten einer nahe gelegenen Wetterstation (Temperatur, Niederschlag), Dann einen Plan der Skipisten und der Beschneiungsanlage, sowie deren technischen Daten.“

 

Dazu zählen die Pumpenleistung zu den Schneeerzeugern (l/s), sowie das Volumen (m3) und die Nachfüllung des Speicherteichs (l/s). Nicht- zuletzt benötigt die Schneesimulation Betriebsdaten, wie Wasserverbrauch der Beschneiungsanlage und Start/Ende der Saison von mehreren Jahren, sowie Schneiprioritäten. „Nicht berücksichtigt werden Abschattung, Wind und Luftfeuchtigkeit“, so Steiger.

Investitionsvarianten werden geprüft

Am Beispiel des Skigebiets Annaberg (NÖ) zeigte der Wissenschaftler, wie durch die Schneesimulation Investitionsmöglichkeiten verglichen werden können. „Wir prüften den Status Quo, die Schließung von Pisten, die Verlegung von Schneeerzeugern, die Erhöhung der Pumpleistung und die Vergrößerung des Speicherteichs“, sagte Steiger. Im konkreten Fall war die Konzentration der Beschneiung auf einen Teilbereich des Skigebiets die beste Lösung. ts

SI Redakteur Thomas Surrer

Wieso macht der Kabinenbegleiter bei der Pendelbahn oft die Tür so lange nicht auf?

 

Kennt ihr das Gefühl: die Kabine steht schon ewig in der Station und die Türen gehen nicht auf? In Wirklichkeit erreichen die Kabinen der Pendelbahn die Stationen gar nicht gleichzeitig.

 

Auf der Seite mit dem Spanngewicht kommt die Kabine etwas früher an und wird mit dem Zugseil dann gegen den Puffer verspannt. Die Kabine an der Antriebsstation fährt noch ein kurzes Stück bis zur Endstellung. Daher kommt es einem an der Spannstation oft vor, als würde die Bahn schon stehen.

SI Experte Konstantin Kühner Jakob Rope Systems

An der Gegenfahrbahn kann man aber sehen, dass das Zugseil noch in Bewegung ist – und das Spanngewicht anhebt. Wozu ist das gut? Großkabinen werden mit einigen Tonnen beladen. Wenn das Zugseil nicht etwas mehr gespannt würde, könnte die Kabine in der Talstation beim Aussteigen ein Stück zurück zu Berg oder in der Bergstation beim Einsteigen sogar abwärts rollen.

 

Auch der Kabinenbegleiter darf die Tür nicht zu früh öffnen. Wenn die Bahn noch fährt, kann das für die Steuerung ein komplexer Fall sein. Bei älteren Bahnen musste man häufig die Tür nochmal schließen, wieder ein Stück herausfahren, neu sauber bis zum Ende einfahren – und später eine Runde zahlen.