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Hubschrauberpilot Adrian Roffler fliegt den Abwurfkasten einfach in den Ring des Sprengmasten – ohne auf die Lage der Fracht achten zu müssen. Fotos: INAUEN-SCHÄTTi

INAUEN-SCHÄTTI

Piloten & Betreiber schwören auf den Sprengmast LM32

Das Schweizer Skigebiet Lenzerheide testete als erste Destination den neuen Sprengmast LM32 von Inauen-Schätti. Nicht nur das Team der Pistensicherheit ist von der Anlage begeistert.

 

Romano Meier muss viel und oft Lawinen sprengen. Als Bereichsleiter für den Pisten & Rettungsdienst der Lenzerheide Bergbahnen AG bedient er seit Jahren die drei Sprengmasten in seinem Skigebiet. „Wir haben gute Erfahrungen mit den Zehn-Schuss-Anlagen von Inauen-Schätti gemacht, doch als uns Projektleiter Marco Larghi anbot, die neue 32-Schuss-Anlage zu testen, waren wir sofort dabei“, berichtet der Rettungschef. und so entschied sich die Lenzerheide Bergbahnen AG, den am häufigsten beanspruchten Masten durch den neuen Avalanche Trigger LM32 zu ersetzten. Dieser Sprengmast ist eine Neuentwicklung, die sich vor allem für hohen Sprengbedarf eignet. „Zahlreiche Kunden betreiben Pisten mit Lawinenzügen, in welchen wesentlich öfter für sichere Pisten gesprengt werden muss.

Aber auch die Straßensicherung erfordert oft eine höhere Anzahl Sprengungen pro Jahr. Mit dem Avalanche Trigger LM32 wird diesem Anspruch Rechnung getragen“, sagt Michael Hanimann, Geschäftsfüher von iNAuEN-SCHÄTTi. Basis für die Weiterentwicklung seien zahlreiche Rückmeldungen der Sprengverantwortlichen, aber vor allem ein rastloser Jürg Knobel gewesen, der mit seinen ideen eine zukunftsgerichtete Produktentwicklung forcieren wollte. Diese ideen führten vor zwei Jahren zum Entwicklungsstart für den Avalanche Trigger LM32. Der Sprengmast ist in drei Versionen erhältlich: 16, 24 oder 32 Schuss. Die 16- und 24-Schuss-Version kann jeder Zeit auf 32 Schuss umkonfiguriert werden. Viele Schüsse, viel Sicherheit, Effektivität und Effizienz sollten es sein.

Romano Meier

Bereichsleiter Pisten & Rettungsdienst

„Der umbau zum neuen Lawinenmast LM32 funktionierte problemlos. in einem halben Tag stand die Anlage, Anpassungen waren nicht nötig. Nun sprengen wir viel und oft – ohne in der Saison Nachladen zu müssen. Falls es zu einem Blindgänger kommen sollte, wissen wir, dass die Ladung nicht detoniert. Das gibt mir Sicherheit. Zudem müssen wir nicht mehr mit Schwarzpulver hantieren. Wir planen daher, auch die anderen Masten auf das neue Modell umzurüsten.“

„Basketball-Korb“ für Hubschrauber

Dass dies gelungen ist, bestätigt der Test in Lenzerheide – und das von Anfang an. So musste auf dem Berg lediglich ein Adapter mit einem speziellen Mastring auf das bestehende Mastfundament positioniert werden. „Die Beladung des Abwurfkastens erfolgte komfortabel im Tal“, berichtet Meier. Er und sein Team nutzten dabei das neue S-LOAD-Ladungssystem. Dieses besteht im wesentlichen aus einem Mechanismus, welcher Spreng- und Zündmittel erst kurz vor der Sprengung zusammenführt. Während dem Transport und der Lagerung im Abwurfkasten sind diese getrennt gelagert.

 

Dies freut auch Adrian Roffler, Pilot von SWiSS HELiCOPTER: „Kein Pilot fliegt gerne mit scharfer Ladung herum. Sprengstoff ist unberechenbar und hat eine unglaubliche Zerstörungskraft“. Zusammen mit einem Flughelfer musste er nur zwei (fünf bis zehnminütige) Montageflüge unternehmen, um den LM32 in Lenzerheide startklar zu machen.

 

innovation mal drei: Die zweigliedrige Sprengladung „S-Load“ (links), die Steuerungssoftware ATMS (Mitte) und der Abwurfkasten mit 32 Schuss.

„Vor allem das Basketball-Korb-System hilft mir enorm. ich kann die Anlage ohne Bodenpersonal sehr leicht montieren und demontieren“, schwärmt der Hubschrauberpilot. Denn wie beim Basketball kann er mittels der automatischen Helikopterkupplung Auto-Loc den LM32-Abwurfkasten zentriert in den Mastring einfliegen. „ich muss auf keine spezielle Ausrichtung oder Lage achten, da am ganzen umfang des Mastes Solarzellen angebracht sind“, sagt Roffler. „Die Montage des LM32 war so problemlos, ich würde ihn jederzeit gerne wiederfliegen“, resümiert Roffler. und auch Meier sieht in dem sicheren und einfachen Transport zahlreiche Vorteile: „Wir sparen uns zahlreiche Flüge, da die Montage sehr einfach ist, und wir dank der 32-Schuss nur selten nachladen müssen.

Getrennte Teile für mehr Sicherheit

Das S-LOAD-System sichert aber nicht nur den Transport, sondern auch den Betrieb des LM32. Die Sprengladung ist in zwei Teile aufgegliedert. Der obere Teil beinhaltet den Spulenkörper und die Zündfolge (Schlagzünder, Sicherheitsanzündschnur und Sprengkapsel), wobei im unteren Teil der Sprengladung die Sprengmittel (Sprengstoff und Sprengschnur) positioniert sind. „Beim Transport und Lagerung sind die Spreng- und Zündmittel durch ein geprüftes Gehäuse getrennt. Bei einer umsetzung der Zündmittel ist gewährleistet, dass die Sprengmittel nicht injiziert werHelikopterden können“, erklärt Entwickler Jürg Knobel. Auch eine Massenzündfähigkeit sei geprüft und ausgeschlossen.

 

Pistensicherheitschef Meier bestätigt dies ganz praktisch: „Sollte eine Ladung als Blindgänger erkannt werden, wissen wir, dass die Ladung nicht detoniert, das gibt mir Sicherheit. Zudem müssen wir nicht mehr mit Schwarzpulver hantieren.“ Durch das Herunterfallen der Sprengladung aus dem Magazinkasten, hat die Halteschnur drei Aufgaben zu erfüllen: das Abreißen der Schlagzünder, das Verbinden der Spreng- und Zündmittel und letztlich das Halten der Sprengladung zwei bis drei Meter über der Schneedecke. Nachdem die Sprengladung an der Abwurfleine hängt, ist nun der Schuss scharf und die Lawine wird ausgelöst.

Adrian Roffler

Hubschrauberpilot bei SWISS HELICOPTER

„Kein Pilot fliegt gerne mit scharfer Ladung herum. Mit dem S-LOAD-System fühle ich mich dagegen sicherer. und einfacher ist der Flug dank des Basketball-Korb- Systems auch. ich kann die Anlage ohne Bodenpersonal sehr leicht montieren und demontieren ohne auf spezielle Ausrichtung oder Lage zu achten. Die Montage des LM32 war so problemlos, ich würde ihn jederzeit gerne wiederfliegen.“

Steuerung bequem per GSM oder Funk

Kontrolliert wird der ganze Vorgang mithilfe der neuen web-basierten Steuerung ATMS. „Einmal im Ring angekommen, wird per GPS und weiteren Sensoren die Position des Kastens ermittelt und zur Auslösebereitschaft aktiviert“, erklärt Projektleiter Marco Larghi. Nun läuft das System auf stand-by und kann bei Bedarf aktiviert und die 5kg-Sprengladungen per Computer, Tablet oder Handy ferngesteuert ausgeworfen werden. und das bei hoher Benutzerfreundlichkeit, wie Romano Meier bestätigt: „Die Software ist übersichtlich, leicht zu bedienen, zeigt mir die Sprengergebnisse an und schreibt selbst die Protokolle.“ Zusammen mit der sicheren und einfachen Montage, der Software und dem erfolgreichen Betrieb sei der neue LM32 für Lenzerheide ein echter Glücksgriff: „Wir planen auch die anderen beiden Masten umzurüsten“. ts