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Bild 1:Die vielleicht drei wichtigsten Werkzeuge zur Seilpflege: Öl, Sandpapier und Kombizange.

Jakob Rope Systems

Seil & Spleisspflege - mit kleinen Mitteln viel erreichen

JAKOB ROPE SYSTEMS empfiehlt: Mit nur drei günstigen Werkzeugen lässt sich die Lebensdauer des Seilbahnseils verlängern: Sandpapier, Sprüh-Öl und Kombizange.

 

Die Weidezäune sind abgebaut, Rollenbatterien geschmiert, die Gehänge revidiert und an den meisten Anlagen sind die Überprüfungen und Abnahmen überstanden. Mit dem Skibetrieb beginnt für die Seile der unzähligen Wintersportanlagen in den Alpen ein neues Lebensjahr.

 

Um möglichst lange Freude an seinem Seil zu haben, kann man als Betreiber schon mit kleinen Mitteln sehr viel erreichen. Bereits mit drei kostengünstigen Werkzeugen können Bergbahner ihrem Seil spielend leicht Gutes tun und dessen Lebensdauer verlängern: Sandpapier, Sprüh-Öl und Kombizange (siehe Bild1).

Bild 2:Beispiel eines unbehandelten Oberflächenschadens. Fotos: JAKOB ROPE SYSTEMS

Sandpapier

Kleine Verschleißspuren auf der Seiloberfläche lassen sich kaum ganz vermeiden. Die Klemmen wandern während der Scheibenumfahrt, manchmal gelingt es einem Gast, den Bügel mit einer Stütze kollidieren zu lassen und vielleicht ist eine kleine Spur an der Stelle sichtbar, wo der Spleiß zum letzten Mal abgespannt wurde.

 

Das ist für das Seil nicht unbedingt schädlich und mit etwas Glück fahren diese Stellen zehn und mehr Jahre mit, ohne dass genau dort ein Drahtbruch entsteht. Wenn man sich die Physik eines Drahtbruchs genau ansieht, kann man an kleinen Schadstellen durch händisches Nachschleifen mit Sandpapier jedoch viel verbessern. Drahtbrüche entstehen überwiegend, indem Haarrisse von der Oberfläche in den Draht hineinwachsen.

 

Wie ein Schwingriss wächst der Schaden mit jeder Biegung über eine Scheibe ein Stück weiter – bis zum Bruch. Deshalb zeigen Dauer-Drahtbrüche ihre markante Form: eine scharfe Bruchkante nahezu exakt rechtwinklig zur Drahtachse.

Bild 3:Beispiel einer sanft angeschliffenen Stelle, Kerben und Mikrorisse sind verschwunden

Oberflächenschäden, Kerben oder spröde Gefügeveränderungen des Drahtes* können die Entstehung eines Haarrisses stark beschleunigen (siehe Bild 2).

 

Daher lohnt es sich, diese Stellen leicht abzunehmen und anschließend mit der Fingerspitze zu fetten (siehe Bild 3). Das Seil „spürt“ das entnommene Material kaum und wird hier auch voraussichtlich nicht korrodieren: zusätzlich zum Fett schützt der benachbarte Zink auch die blanke Stelle elektrochemisch mit.

 

* Auch „Martensit“ genannt. Dies kann vor allem bei Hitzeeinwirkungen durch Blitzschlag, Entgleisungen oder gerutschte Klemmen entstehen.

Bild 4: Dieser Draht führt keine Spannung mehr – kerbt aber seine Nachbarn auf der Rolle.

Sprüh-Öl

Die Lebensdauer der Knoten und Stöße im Spleiß kann stark verlängert werden, wenn diese z.B. während dem Klemmenversetzen oder bei der Sichtprüfung mit Öl besprüht werden. Bei jeder Biegung verschieben sich die Drähte und Litzen im Seil minimal zueinander, um die Krümmung der Scheibe anzunehmen. Im Spleiß wird dieser Vorgang jedoch blockiert, denn hier kommt die Pressung an den Knoten und Stößen hinzu.

 

Um diesen Bereich zu unterstützen, empfiehlt JAKOB ROPE SYSTEMS zu schmieren, z.B. mit Produkten zur Drahtseil-Nachkonservierung ohne Lösungsmittel in Spraydosen. Auf die Grundschmierung des Seils, die Rollengummis oder den Reibwert am Antrieb hat dies nahezu keinen Einfluss, sofern man das Seil nicht nass tränkt und wirklich nur Knoten und Stöße besprüht. Nach wenigen Sekunden Einwirkzeit kann man die Oberfläche zusätzlich abwischen, damit keine Ablagerungen auf den nächsten Rollengummis entstehen.

Bild 6: Auch JAKOB ROPE SYSTEMS hat Spleißer im Einsatz.

Kombi-Zange

Wenn nun doch ein Außendraht bricht, kann es vorkommen, dass ein Drahtende locker ist, hervorsteht oder sogar schon leicht verbogen über den Nachbardrähten liegt (siehe Bild 4).

 

Sollte man dies entdecken, empfiehlt es sich, das Bruchende des Drahtes unbedingt bis in die Litzengasse hinein heraus zu brechen. Bei kleinen, weicheren Drähten funktioniert dies mit einer Kombizange.

 

Bei großen, hochfesten Drähten im Bereich 2060 oder 2160 N/mm² muss der Draht meist mit Schraubenzieher und Hammer vorsichtig scharf umgebogen werden.

 

Die Wirkung des Drahtbruchs ändert sich dadurch in Bezug auf den tragenden Querschnitt nicht. Ein querliegender Draht wird jedoch in den Scheiben- und Rolleneinlagen hart auf die Nachbardrähte gepresst, sodass hier Kerben und Risse entstehen können.

Bild 5: Ein eingefallener Stoss – die Zeit für den Spleißer ist reif. Fotos: JAKOB ROPE SYSTEMS

Dies begünstigt wiederum mehrere Drahtbrüche auf der kurzen Bezugslänge von sechsmal Seildurchmesser und kann schlimmstenfalls zur Ablegereife führen. Sollte der Spleiß jedoch wellig werden oder die Einsteckenden eingefallen sein (siehe Bild 5), oder sollte eine Drahtbruchhäufung auf einer Litze entdeckt werden, kann dem Seil durch Nachspleißen bzw. dem Ersetzen einer Litze geholfen werden.

 

Auch JAKOB ROPE SYSTEMS bietet Spleißarbeiten und Spleißsanierungen mit ihrem eigenen, erfahrenen Personal an (siehe Bild 6). Seit September 2018 sind JAKOB ROPE SYSTEMS für Sicherheitsbauteile und Teilsysteme rund um Zug-, Förderund Spannseile sogar nach Modul H1 der Seilbahnverordnung 2016 zertifiziert. Bei Fragen rund um Seile, deren Wartung und Instandhaltung bietet das Team von JAKOB ROPE SYSTEMS gerne und mit kompetenten Antworten Lösungsvorschläge an.