Inauen-Schätti: Einsatzvielfalt in den Schweizer Bergen

Expresseinsätze, Seilbahnmontagen, Anlagenumbau oder Pistensicherung: Die aktuellen Aufträge für das Unternehmen Inauen-Schätti sind so vielfältig wie die Schweizer Seilbahnbranche selbst.

Intervenieren

Expresseinsatz am Niederhorn

Die Diagnose Lagerschaden an der Umlenkscheibe der Bergstation Niederhorn (Kanton Bern) führte zum umgehenden Einsatz der Inauen-Schätti AG. Stark erhöhte Schwingungswerte im Bereich der Umlenkradlagerung deuteten auf einen Lagerschaden hin.

Mittels Expressaufträgen besorgte und fertigte Inauen-Schätti unter Hochdruck die notwendigen Teile. Die Hauptkomponenten sind massiv und schwer: die Hohlwelle rund 800 Kilogramm sowie die beiden Lagerböcke je etwa 750 Kilogramm.

Neben dem Ersatz der Lager empfahl Inauen-Schätti dem Betreiber, die bestehende Hohlachse konstruktiv zu verstärken, berichtet Geschäftsführer Patrick Inauen:

„Da wir auf der Baustelle keinen Kran zur Verfügung hatten, errichteten wir mithilfe eines Helikopters eine Montage-Nadel, um die Station zu demontieren sowie das Umlenkrad und die Lagerung auszubauen“.

Nach dem Aufhängen des Zugseilspanngewichts und dem Abspannen des Zugseils wurde das Umlenkrad inklusive Lagereinheit vollständig demontiert.

Mit der Montage-Nadel wurden schweren Teile transportiert.

Umlenkscheibe vor Ort vergrößert

Der Ausbau bestätigte den diagnostizierten Schaden. Zusätzlich wiesen die Lagersitze der Lagerböcke Schäden auf, weshalb sie neu gefertigt wurden.

Die Seilbahnexperten vergrößerten die Umlenkscheibe vor Ort auf dem Niederhorn mithilfe einer mobilen Ausdrehvorrichtung im Durchmesser um rund vier Millimeter.

„Diese Technik steht heutzutage zur Verfügung und ermöglicht es, große Bauteile direkt auf der Baustelle zu bearbeiten“, freut sich Inauen. Die neue Lagereinheit wurde im Werk Schwanden komplett vormontiert und geprüft.

Die montierte Einheit wurde Anfang Dezember 2025 per Helikopter zur Bergstation transportiert. Bereits Mitte Dezember 2025 wurde die Anlage an den Seilbahnbetreiber übergeben.

Neuer Lagerbock mit verstärkter Hohlachse.

Montieren

Neubau in Andermatt-Sedrun

Doppelte Kapazität, halbierte Fahrzeit – dafür montierte Inauen-Schätti für die Garaventa AG die neuen Sesselbahnen Val Val-Calmut und Val Val-Cuolm in der Skiarena Andermatt-Sedrun. Die neuen Sesselbahnen erhöhen die Kapazität auf 2.400 Personen pro Stunde.

Die kuppelbaren Hochgeschwindigkeits-Sesselbahnen optimieren die Skiarena Andermatt-Sedrun. Die Sesselbahn der Oberalpseite Val Val-Calmut fährt 900 Meter lang und 350 Meter hoch in 3,40 Minuten.

Die Bahn auf die Sedrunerseite ist 820 Meter lang und 240 Meter hoch und die Fahrzeit beträgt 3,18 Minuten. Beide Bahnen starten von derselben Talstation aus.

Tonnenweise Material wurde mit Lastwagen zur „doppelten“ Talstation geführt.

80 Lastwagen Material

Für die Montage der doppelten Talstation, der zwei Bergstationen und der total 17 Masten waren sechs bis zwölf Fachleute der Inauen-Schätti AG im Einsatz. Für den Aufbau waren 80 Lastwagenfahrten für das Material nötig.

„Außer der Fundamentbetonierung erfolgten sämtliche Arbeiten durch unsere Teams. Dafür war eine entsprechende Auslegeordnung bei der Talstation nötig, wo dann mit dem Helikopter Bauteile Richtung Berg geflogen wurden“, sagt Inauen.

Von Juni bis November 2025 dauerten die Montagearbeiten und rechtzeitig zu Saisonbeginn konnten die Anlagen in Betrieb genommen werden.

Bauarbeiten

an der Talstation im Meierhoftäli.

Renovieren

Umbau in Davos

Ab letztem Winter erleben die Gäste im Meierhoftäli auf Parsenn noch mehr Komfort. Im Auftrag der Garaventa AG ertüchtigte Inauen-Schätti die Sesselbahn im Meierhoftäli.

Der Umbau der 4er-Sesselbahnen umfasste einerseits neue Elemente, wie Sessel mit Wetterschutzhauben, eine moderne Garagierung und eine neue Steuerung. Andererseits wurden auch Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am Bestand durchgeführt.

Die Montagearbeiten der optimierten Anlage wurden ebenfalls von der Inauen-Schätti AG realisiert.

Absichern

Lawinenschutz in Scuol

Elf Lawinenmasten LM32 und zwei Lawinenwächter LW5400 schützen neu die Pisten in den beiden Skigebietsteilen Mischun und Champatsch in Scuol.

Diese wichtigen Pisten liegen unter einem Lawinenzug in der Silvretta- Kette auf 2.800 Metern Seehöhe, wo sich häufig spontan Lawinen auslösen.

Heli-Transport der LM32 in Scuol.

„Die Pistensicherung in Minschun und Champatsch durch die Lawinenmasten und Lawinenwächter erforderte den vollen Einsatz unseres Fachteams“, betont Inauen. Im steilen und unwegsamen Gelände konnte nur mit dem Einsatz des Helikopters gearbeitet werden.

In einem kurzen Zeitrahmen erstellte Inauen-Schätti die Fundamente und führte sämtliches Material mit dem Hubschrauber zu. Anfang September bis Anfang Oktober 2025 erfolgte die Montage der Masten und der Sprengkästen.

Pünktlich vor dem ersten großen Schnee wurden die Sprenganlagen mit 288 Ladungen befüllt. Einzel- und Gruppensprengungen sind in der Wintersaison 2025/26 bereits erfolgt, womit die Pisten im Scuoler Skigebiet gesichert sind