Kurzarbeit wegen Schneemangel

Für die Tessiner Skigebiete ist die aktuelle Saison einmal mehr eine schwierige. Es fehlt der Schnee. Erste Bergbahnen des Schweizer Kantons haben bereits Kurzarbeit für ihre Angestellten beantragt.

Für die Schweizer Skigebiete gestaltet sich die laufende Saison erneut schwierig, denn der Schnee bleibt aus. Besonders stark betroffen sind die Skigebiete im Tessin: In der Südschweiz hat es seit Langem nicht mehr so wenig Schnee gegeben wie in diesem Jahr.

Erste Tessiner Gebiete haben bereits Kurzarbeit für ihre Angestellten beantragt, das berichten unter anderem der Schweizer Rundfunk SRF und das Portal Blick. Denn in mehreren Skigebieten im Süden der Schweiz sind die Besucherzahlen stark zurückgegangen, berichtet die Zeitung Corriere del Ticino.

Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt fällt der Schnee in dieser Saison besonders spärlich aus. Da es zu warm war, konnten viele Anlagen nicht technisch beschneit werden, weshalb zahlreiche Pisten über die Weihnachtsfeiertage geschlossen bleiben mussten. Das wirkt sich nun deutlich auf die Einnahmen aus.

Das Tessin ist tiefrot:

Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos GR liegt zurzeit auf der Alpensüdseite 30 bis 60 Prozent weniger Schnee als üblich.

Der Blick auf einzelne Skigebiete

Ein Beispiel dafür ist Carì in der Leventina.

Das Skigebiet auf rund 1650 bis 2300 Metern Höhe präsentierte sich bis vor Kurzem ungewöhnlich schneefrei – und das mitten im Januar. Schon zum Saisonstart war dort kaum Weiß zu sehen.

Das schlägt sich direkt in den Gästezahlen nieder: Wo im Vorjahr noch rund 30.000 Erstbesucher Kurven in den Schnee fuhren, seien es diese Saison nur einige tausend, so Ettore Schranz, Direktor des Skigebiets, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Das ist ein Gästeeinbruch von 80 bis 90 Prozent. Die Verantwortlichen prüfen derzeit, ob für das Personal Kurzarbeit beantragt werden muss.

Weiter oben im Tal, in Airolo, ist die Lage kaum besser.

Das Skigebiet liegt auf ähnlicher Höhe und leidet ebenfalls unter fehlendem Niederschlag. Wegen der ungenügenden Schneedecke konnten nur einzelne Pisten präpariert und geöffnet werden. Generell begann die Saison zehn Tage später – nach Weihnachten und Neujahr – als geplant.

Darum rechnet das Skigebiet mit nur halb so vielen Besuchern wie in den Jahren zuvor. Für die rund 40 Mitarbeitenden wurde bereits ein Antrag auf Kurzarbeit beim Kanton eingereicht.

Weitere Orte sinnen Trübsal

Auch in den beiden anderen Tessiner Wintersportorten im Bleniotal und in Bosco/Gurin verlief der Saisonstart über die Weihnachtstage enttäuschend.

Die Besucherzahlen blieben deutlich unter dem Üblichen und spiegeln die schwierigen Bedingungen wider, mit denen die Skigebiete angesichts der aktuellen klimatischen Verhältnisse konfrontiert sind. Auch das Skigebiet Nara im Nordwesten des Kantons spielt mit dem Gedanken, auf Kurzarbeit umzustellen.

Investitionen und Förderungen

Das ungewöhnliche Klima macht den Skigebieten im Süden deutlich stärker zu schaffen als jenen nördlich des Gotthards. Trotzdem wollen die Tessiner Skigebiete nicht aufgeben.

Im Bleniotal wurden kürzlich neue Beschneiungsanlagen installiert, und auch in Bosco/Gurin sind eine Solaranlage sowie ein Speichersee geplant, um mehr und kostengünstigeren Kunstschnee herzustellen. So soll ein früherer Saisonstart möglich werden, wie es bereits im Bleniotal angestrebt wird.

Denis Vanbianchi, Direktor des Skigebiets im Bleniotal, zeigt sich trotz des schwierigen Starts zufrieden. Zwar musste man teuren Schnee mit Schneekanonen erzeugen, doch konnten den Gästen zumindest Pisten angeboten werden, was ihn sehr freut.

Die Skigebiete erhalten zudem Unterstützung vom Kanton, denn ohne Subventionen wären die meisten Tessiner Wintersportorte nicht überlebensfähig. Das Kantonsparlament hat daher kürzlich erneut einen Kredit von knapp sechs Millionen Franken für die kommenden vier Winter genehmigt.