
Beschneiung & Pistenpflege, SI 1/2026
Saatgut als Grundlage: Standortgerecht kultivieren
Der Beginn
Teure Pflege – mangelnder Erfolg
Mitte der 1980er-Jahre sahen sich die alpinen und hochalpinen Skigebiete zunehmend mit der Frage nach einer nachhaltigen Begrünung konfrontiert. Sehr oft wurde alles getan, was nach dem damaligen Stand der Technik in der Begrünung für notwendig erachtet wurde.
Und trotzdem war der Erfolg meistens mangelhaft oder mit teuren Pflegemaßnahmen wie ständiger Düngung und regelmäßiger Nachbesserung teuer erkauft.
Ein großer Teil dieser Probleme war auf die Verwendung von falschem Saatgut zurückzuführen, das für die Grünlandbewirtschaftung gezüchtet wurde und für Standorte im Gebirge einfach nicht geeignet war.
Es war eine logische Schlussfolgerung, für Begrünungen das Saatgut von Gräsern und Kräutern zu verwenden, die von Natur aus auf alpinen Wiesen und Weiden wachsen. Allerdings galt so eine Produktion aus damaliger Sicht als ökonomisch nicht machbar.

Nachhaltige Begrünung im Gebirge
Mitte der Achtzigerjahre begannen in Kärnten erste Versuchsarbeiten in diesem Bereich. In den darauffolgenden zehn Jahren wurden die Grundlagen für eine Produktion alpiner Wildpflanzen an der HBLFA Raumberg – Gumpenstein erarbeitet.
Nach dem Überwinden der unvermeidlichen Rückschläge konnten 1995 die ersten Saatgutmischungen für die Begrünung von Skipisten und sonstigen Planieflächen in Hochlagen angeboten werden.
Gemeinsam mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein leistete KÄRNTNER SAATBAU auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Das Resultat war ein neues Geschäftsfeld. Mittlerweile kommen in den Mischungen hundert Prozent subalpine und alpine Wildpflanzen zum Einsatz.
Das Artenspektrum umfasst neben Gräsern und Leguminosen auch Kräuter. In der Ausweitung des subalpinen und alpinen Kräutersortiments liegt auch der Fokus der nächsten Jahre.

Der nächste Schritt
Artenreiche Ansaaten in tieferen Lagen
Mitte der 2000er-Jahre gewannen artenreiche Ansaaten mit standortgerechtem Saatgut in tieferen Lagen zunehmend an Bedeutung. KÄRNTNER SAATBAU hat begonnen, sich diesem Thema zu widmen und eine großflächigere Produktion von standortgerechten Arten für Begrünungen in Tieflagen aufzubauen.
Es wurden aus dem verfügbaren Artenspektrum ReNatura® Spezialbegrünungsmischungen für Begrünungen in den Niederungen entwickelt. Zu Beginn lag die Konzentration unter anderem auf Flächen, die hohe Kosten für die Pflege verursachen, wie zum Beispiel Böschungen an Verkehrswegen oder Eisenbahnböschungen.
Ziel war es durch die Verwendung standortgerechter, pflegeextensiver Saatgutmischungen die Aufwendungen für die Pflege zu reduzieren. Die Entwicklung ging weiter und das Artenspektrum wurde erweitert.
Heute kann KÄRNTNER SAATBAU eine Vielzahl an Mischungen anbieten, die in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden.
Anwendungsgebiete
- Alpinbegrünung
- Begrünungen im Bereich des Waldgürtels
- Anlage von Äsungsflächen
- Anlage von Bienenweiden
- Anlage extensiver Grünlandflächen in der Landwirtschaft
- Blühmischungen auf Ackerflächen
- Randbereiche von Straßen, Böschungsbegrünungen
- Retentions- und Versickerungsflächen
- Schotterrasen
- Hochwasserschutzdämme
- Erweiterungsflächen von Gewerbebetrieben
- innerstädtische Brachflächen, Park- und Rasenflächen, Verkehrsinseln und Hausgärten
Der besondere Wert der Regionalität
Das gesamte Wildpflanzensortiment der Kärntner Saatbau wird nach dem „Gumpensteiner Herkunftszertifikat“ (G-Zert) zertifiziert. Dabei wird Herkunft, Regionalität, Produktion, Mengenfluss und Generationenfolge des Saatgutes bis zum Endverbraucher hin transparent und nachvollziehbar gestaltet und geprüft.
Ausblick
Die Entwicklung geht weiter
KÄRNTNER SAATBAU passt die Saatgutmischungen laufend an die aktuellen Erfordernisse an und entwickelt die Produktionstechnik mit den Saatgutproduzenten weiter. Damit kann das Unternehmen neue Arten in Kultur nehmen und das Spektrum erweitern.