
Management & Tourismus, Planen & Bauen
Eine Seilbahn auf den Gotthard? Großprojekt sorgt für Diskussionen
Auf dem Gotthardpass könnte in rund zehn Jahren eine neue ganzjährige Tourismusdestination entstehen. Dabei geht es um das Projekt „Porta Gottardo“, das mehrere Gebiete miteinander verbinden soll – darüber berichtet das Medium SRF Schweizer Radio und Fernsehen.
Geplant wäre eine Seilbahn von Airolo auf die Passhöhe. Von dort ist eine Verbindung zum Gemsstock auf fast 3.000 Metern über Meer vorgesehen – mit Anschluss an das Skigebiet Andermatt. Eine zweite Linie soll den Pass mit Realp verbinden.
Diego Baratti, Sprecher des „Gruppo promotore Porta Gottardo“, teilte mit, dass hinter der Idee private Akteure aus den Regionen Airolo und Andermatt stehen. Ein nächster Schritt könnte laut ihm die Gründung eines Vereins sein.
Die Machbarkeit des Projekts muss dabei noch geprüft werden – Untersuchungen wurden bisher nicht durchgeführt.
Umweltorganisationen zweifeln
Umweltorganisationen befürchten Eingriffe in die Natur. Würden mehrere Seilbahnen in eine noch weitgehend intakte Landschaft gebaut, „dann wären dies großen Eingriffe in ein wildes Gebiet“, zitiert das Schweizer Medium SRF Franziska Grossenbacher, Co-Geschäftsleiterin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz.

Im Sommer fahren am Gotthardpass viele Touristen in Richtung Süden, um die Staus vor dem Gotthard-Tunnel zu meiden.
Andere sehen Potenzial
Jürg Stettler, Professor für Tourismus an der Hochschule Luzern, ist der Ansicht, dass das Projekt Potenzial habe und für die Kantone Tessin und Uri von Vorteil sein könnte. Ein Vorteil sei seiner Meinung nach, dass versucht werde, ein hochgelegenes, potenziell schneesicheres Gebiet zu erschließen.
„Wenn man dieses größere Gebiet entwickelt, kann durchaus eine Nachfrage bestehen.“
Gleichzeitig sieht er aber auch Risiken. Unklar sei insbesondere, ob es im Rahmen eines eher gesättigten Marktes mit Überkapazitäten gelingen werde, eine solche Gebietserweiterung wirtschaftlich zu betreiben.
Der Gotthardpass ist eine der bekanntesten Alpenpässe der Schweiz, er verbindet die Ortschaften Andermatt in der Talschaft Urseren im Kanton Uri und Airolo in der Valle Leventina im Kanton Tessin. Die Passhöhe liegt auf einer Höhe von 2107 Metern über Meer.