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Fellhorn-Streit beigelegt
Scheitert am Fellhorn ein ganzes Gesetz? titelten wir Ende Juli in der Causa „Scheidtobelbahn“. Am Fellhorn sollte derzeit eigentlich die alte Scheidtobelbahn durch einen neuen Sechser-Sessellift ersetzt werden.
Das Projekt gilt als erster Testfall für Bayerns neues Modernisierungsgesetz – erstmals ist dabei eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht notwendig. Doch das Gesetz wurde durch den Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) gerichtlich angefochten, die Baustelle stand still.
Nun haben sich Kläger und Beklagte überraschend geeinigt. Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk berichten, vereinbarten Bergbahnbetreiber und Naturschützer zusätzliche Schutzmaßnahmen für seltene Tierarten in den Allgäuer Alpen. Dafür zog die Naturschutzorganisation ihre Klage gegen das Projekt zurück.
Fellhornbahn GmbH:
„Dass diese Einigung ohne Instanzenzug gelungen ist, ist ein gutes Signal für den Umgang miteinander im Oberallgäu – weit über dieses Verfahren hinaus.“

Vereinbarte Naturschutz- und Artenschutzmaßnahmen:
Als Ergebnis des Vergleichs wurden zusätzliche, verbindlich festgelegte Artenschutzmaßnahmen vereinbart, insbesondere zum Schutz sensibler Alpentiere und Lebensräume.
Für das Birkhuhn wird eine 2,4 Hektar große Skigebietsfläche im Winter komplett gesperrt. Das Hilfsprogramm für die Alpen-Mosaikjungfer – eine extrem seltene, vom Aussterben bedrohte Hochgebirgslibelle – wird intensiviert. Zudem unterstützt das Unternehmen lokale Projekte zum Schutz von Zitronenzeisig und Waldbirkenmaus.
Die Umsetzung wird durch konkrete Ausgleichsflächen, ein belastbares Monitoring sowie eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe kontinuierlich fachlich begleitet.
Trotz der Einigung stimmt der LBV den Bauvorhaben der Fellhornbahn keineswegs bedingungslos zu. Laut Geschäftsführer Helmut Beran bleiben die fachlichen Bedenken bestehen, allerdings sichere der Vergleich einen deutlich besseren Artenschutz als der ursprüngliche Genehmigungsstatus.
Infrastruktur und Winterbetrieb:
Durch die Einigung können die Baumaßnahmen am Fellhorn für den Neubau der Scheidtobelbahn nun zeitnah abgeschlossen werden. Damit ist der fristgerechte Liftbetrieb für die anstehende Wintersaison gesichert, was für die gesamte regionale Tourismuswirtschaft im Oberallgäu von hoher Bedeutung ist.
„In Summe ist mit dieser Lösung der Region und dem Naturschutz gedient. Die künftig noch frühzeitigere Einbindung der Naturschutzverbände bei Projekten sehen wir nicht als Zugeständnis, sondern als konsequente Weiterentwicklung unserer gemeinsamen Arbeitsweise,“ so die Fellhorn GmbH.