
Stadt
RhyLift: Seilbahn von Software-Ingenieur für Schaffhausen
In der Schweizer Stadt Schaffhausen wird der Bau einer neuen Seilbahn vorgeschlagen. Sie soll vom Landhaus hinter dem Schaffhauser Bahnhof direkt hinauf zum Kreisel auf dem Stadtviertel „Breite“ führen.
Die vorgeschlagene Strecke ist rund 447 Meter lang, die Talstation soll auf einem bestehenden Gebäude am Bahnhof entstehen, während die Bergstation im Bereich des Breite-Kreisels geplant wäre.
Interessant ist, dass die Idee von einem Bewohner stammt: Arthur Weder, der selbst mit seiner Familie auf der Breite lebt. Der Software-Ingenieur hat das Projekt „RhyLift“ als Einmannprojekt ins Leben gerufen, wie das Medienportal Schaffhausen24 berichtet.
Lösung für das Mobilitätsproblem
Wie auf der Projektwebsite erklärt wird, ist die Verbindung zwischen dem Bahnhof Schaffhausen und dem Stadtquartier heute ein täglicher Engpass – für Tausende Pendler.
Busse benötigen laut Projektinitiator für die rund 447 Meter lange Strecke je nach Verkehrslage etwa 7 bis 15 Minuten. Zu Fuß dauert der Weg bergauf mehr als 20 Minuten.
Radfahrende müssen die steile Strecke heute auf der Straße bewältigen, und durch überholende Autos kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen.
Zu Fuss dauert der Weg bergauf über 20 Minuten.
Mögliche Strecke der Seilbahn

So ist das Seilbahnprojekt konzipiert
Die 447 Meter lange Seilbahn könnte ihre Talstation auf dem bestehenden Gebäude am Bahnhof Schaffhausen haben und einen direkten Anschluss an den SBB-Fernverkehr, die S-Bahn, Busse sowie das Radwegenetz bieten.
Die Bergstation wäre direkt im Breite-Kreisel geplant, dem meistbefahrenen Kreisverkehr Schaffhausens. Von dort aus wären das Quartier Breite, Schulen, Fußballplätze, der KSS-Freizeitpark und weitere wichtige Sport- und Freizeiteinrichtungen optimal erreichbar.
Die Stationsgebäude sollen in moderner Holz-Glas-Architektur gestaltet werden – als neue Wahrzeichen Schaffhausens, die Funktionalität und Ästhetik vereinen.
Laut den Berechnungen des Projektinitiators wären zudem drei Stützen für die Strecke erforderlich.
Paris als Vorzeigeprojekt:
Der Projektinitiator führt die urbane Seilbahn in Paris als gelungenes Beispiel dafür an, wie städtische Verkehrsprobleme gelöst werden können.

Finanzierung des Projekts
Nach Berechnungen von Arthur Weder würde die Umsetzung des Projekts rund 28 Millionen Schweizer Franken kosten. 40 Prozent könnten vom Kanton Schaffhausen und 25 Prozent von der Stadt getragen werden. 20 Prozent kämen vom Bund, 15 Prozent von privaten Investoren.
Wie es weitergeht
Derzeit sammelt Arthur Weder Unterschriften von Unterstützern. Ihm sei durchaus bewusst, dass seine Idee auf den ersten Blick etwas verrückt wirke, berichtet Schaffhausen24.
„Das Projekt ist bewusst etwas provokativ angelegt. Es soll Aufmerksamkeit erzeugen, denn manchmal muss man etwas verrückt sein, damit überhaupt eine Diskussion entsteht“, so der Schaffhauser.