Branchenmesse thematisiert urbane Seilbahnen

Im Rahmen der Mountain Planet - der internationalen Branchenmesse für Bergtourismus im französischen Grenoble - standen auch urbane Seilbahnen auf der Agenda. Die Konferenz "City Cable Car Solutions 3CS" vernetzte fünf spannende Speaker mit rund 70 Interessierten. Ein erster Eindruck.

Die österreichische Congress Messe Innsbruck, Veranstalterin der Seilbahnleitmesse Interalpin, brachte am 22. April 2026 eine wegweisende Plattform für urbane Seilbahnlösungen nach Frankreich.

Nach der erfolgreichen Premiere 2025 in Innsbruck wurde „City Cable Car Solutions 3CS“ erstmals im Rahmen der Messe Mountain Planet in Grenoble präsentiert. Das zentrale Kongressprogramm richtete sich an Hersteller, Verkehrsbetriebe, Behörden und politische Entscheidungsträger.

Rund 70 Teilnehmende fanden sich im Amphithéâtre Jean Prouvé am Messegelände ein – auch wir von SI Urban waren als offizieller Medienpartner vor Ort. Unterstützt wurde das Event von den beiden großen Seilbahnherstellern Doppelmayr und POMA.

Von den Bergen in die Städte:

Verkehrsforscher Stephan Tischler trug wissenschaftliche Erkenntnisse zu urbanen Seilbahnen zusammen.

Inputs aus der Theorie…

Den Anfang machte Salah Regan, Manager Knowledge and Innovation des internationalen Verbands für öffentliches Verkehrswesen UITP. Er warb entschieden für Seilbahnen als urbanes Verkehrsmittel der Zukunft.

Damit dieses Ziel erreicht wird, müssen Seilbahnen in die Verkehrspolitik integriert werden. Alexandre Magny, Generaldirektor des französischen Verbands der Aufgabenträger im Transportwesen GART, sprach über Herausforderungen, bisherige Erfahrungen und Zukunftsaussichten zu diesem komplexen Thema.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Seilbahnen als urbane Verkehrssysteme lieferte im Anschluss Stephan Tischler, Mobilitätsforscher der Universität Innsbruck. Er sprach unter anderem über sozialen Urbanismus – und wie Seilbahnen das Leben in Städten auf mehrere Arten verbessern können.

Von Stützen und Stationen:

Benjamin Croze von Île-de-France Mobilités ging auf spannende Details zur urbanen Seilbahn Câble 1 nahe Paris ein.

..und aus der Praxis

Einblicke in die Praxis gewährte Benjamin Croze vom Mobilitätsdienstleister Île-de-France Mobilités. Er war federführend involviert bei der Realisierung von Câble 1, der ersten urbanen Seilbahn in der Region Île-de-France.

Er sprach unter anderem über die fordernde Überlappung mehrerer Verkehrswege (Straße/Zug/Seilbahn), über „grüne Korridore“ im Zuge des Seilbahnbaus und über urbane Besonderheiten, etwa Graffiti-Aufträge für die Stützenfundamente.

Francis Grass, Chairman of Tisséo Ingéniérie, berichtete wiederum über die zweite große urbane Seilbahn in Frankreich – die Téléo in Toulouse. Er skizzierte den Weg von der Idee bis zur Umsetzung – und warum in diesem speziellen Fall die Seilbahn alternativlos war.

Wie sein Pariser Kollege Benjamin Croze betonte auch er die intensive Designarbeit an den Stützen – und berichtete über Pläne, die Seilbahn nach Osten und Westen zu erweitern – erste Studienarbeiten hätten bereits begonnen.

SI Urban vor Ort:

Unser Fachmagazin ist nun offizieller Medienpartner des Kongressformats „City Cable Solution 3CS“.

Debatte zu Privatsphäre und gefühlte Sicherheit

Zum Abschluss der Konferenz kamen erneut alle Speaker aufs Podium und stellten sich den Fragen des Publikums, moderiert von Interalpin-Vertreter Bruno Walter. Die Diskussion drehte sich im Wesentlichen um das Thema Privatsphäre entlang der Seilbahntrassen, die Kosten diverser Verkehrsträger im Vergleich – und wie es um die gefühlte Sicherheit in Seilbahnkabinen steht.

Hinweis

Die einzelnen Vorträge werden in separaten Artikeln detailliert veröffentlicht.