Wintersaison 25/26: Stark wie vor Corona – dank Beschneiung

Mit rund 54 Millionen Ersteintritten zählt die Wintersaison 2025/26 zu den stärksten der Seilbahnbranche in Österreich. Ohne technische Beschneiung wäre jedoch ein Bruttoumsatzverlust von rund 2,74 Milliarden Euro entstanden – darüber berichtete Franz Hörl im Rahmen der österreichischen Seilbahntagung in Wien. Weitere Daten zur vergangenen Saison im SI-Artikel.

Österreichische Seilbahnen verzeichnen im Winter 2025/26 eine Saison, die zumindest an die letzten Saisonen vor Corona anschließt und diese wahrscheinlich sogar übertrifft.

Darüber berichtete Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, im Rahmen der österreichischen Seilbahntagung in Wien.

Einen wesentlichen Beitrag zur Erfolgsbilanz lieferte dabei auch der frühe Saisonstart dank technischer Beschneiung. Diese sicherte insgesamt 1,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung und rund 8,7 Millionen Nächtigungen.

Die aktuelle Hochrechnung für die vergangene Wintersaison 2025/26 ergibt einen Wert von rund 54 Millionen Ersteintritten – und somit einen der besten Winter aller Zeiten für die österreichischen Seilbahnen.

 „Wir liegen damit ca. vier Prozent über dem Wert des letztjährigen Winters“, freut sich Franz Hörl.

  • Bis Ende Jänner lag die Branche um fast sechs Prozent über dem Vorjahr und erreichte das Rekordniveau des Winters 2019/20.
  • Im Februar konnte die Bilanz nicht ganz gehalten werden, auch wenn immer noch ein Plus von mehr als zwei Prozent zu Buche steht.
  • Einzig der März mit einem Minus von 6,6 Prozent sorgte für einen leichten Dämpfer mit Blick auf die Nachsaison.

Präsentierten erfreut erfreuliche Zahlen (v.l.):

Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen, und Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes.

Frühe Saison wird immer wichtiger

Die Wintersaison beginnt wirtschaftlich längst nicht erst im Jänner, sondern bereits im November und Dezember.

Allein in diesen beiden Monaten wurden 2025 in Österreichs Bergregionen rund 12,2 Millionen Nächtigungen (davon 8,7 Millionen durch Skifahrerinnen und Skifahrer) erzielt – ein Spitzenwert im Mehrjahresvergleich.

Rund 71 Prozent der Gäste reisen gemäß der Analyse in dieser Phase primär zum alpinen Wintersport (Skifahren, Snowboarden, Freeriden) an.

Ohne technische Beschneiung geht es nicht

Ohne technische Beschneiung wären große Teile dieses frühen Saisongeschäfts nicht realisierbar gewesen.

Konkret hätten rund 8,7 Millionen Nächtigungen und 10,4 Millionen Skitage gefehlt. Die wirtschaftlichen Folgen wären massiv: Bei durchschnittlichen Ausgaben von 264 Euro pro Skitag hätte dies zu einem Bruttoumsatzverlust von rund 2,74 Milliarden Euro geführt.

Besonders betroffen wären Beherbergung (rund 940 Millionen Euro), Seilbahnen (460 Millionen Euro), Mobilität (400 Millionen Euro) sowie Gastronomie (380 Millionen Euro).

Die Auswirkungen reichen jedoch weit über den Tourismus hinaus. Insgesamt hätte ein Wegfall der frühen Saison eine Nettowertschöpfung von rund 1,19 Milliarden Euro gekostet, begleitet von Steuerausfällen in Höhe von etwa 380 Millionen Euro.

Wirtschaftliche Lage und Investitionsvolumen

Im vergangenen Jahr wurden laut Franz Hörl in der Branche rund 600 bis 700 Millionen Euro investiert. Der Investitionsdruck ist laut ihm hoch, da neue Standards – etwa Wetterhauben oder Sitzheizungen – schnell branchenweit übernommen werden und weitere Investitionen nach sich ziehen.

  • Nach Einschätzung von Hörl befindet sich etwa ein Drittel der Seilbahnen in einer guten wirtschaftlichen Lage.
  • Ein weiteres Drittel komme relativ gut zurecht,
  • während es insbesondere für ein weiteres Drittel unter den aktuellen Rahmenbedingungen schwierig sei – darunter auch kleinere, aber nicht nur kleinere Skigebiete. Problematisch wird es vor allem dort, wo die technische Beschneiung nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht.