
Management & Tourismus
Österreichische Seilbahntagung: Die Highlights
„100 Jahre Seilbahnen – vom Transportanbieter zum modernen Dienstleister“: Unter diesem Leitgedanken kam die Branche am 23. April zur Österreichischen Seilbahntagung in Wien zusammen.
Auf der Tagesordnung standen die Bilanz der vergangenen Wintersaison und das Programm zum Branchenjubiläum.
Einen besonders emotionalen Höhepunkt bildete die feierliche Verabschiedung von Erik Wolf, dem langjährigen Geschäftsführer des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen, in den wohlverdienten Ruhestand.
Abgerundet wurde das Event durch zukunftsgerichtete Diskussionen darüber, wie sich das Erlebnis am Berg künftig noch attraktiver für die Gäste sein kann.

Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen

Alexandra Meissnitzer, Moderatorin der Tagung, Olympia-Goldmedaillengewinnerin

Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Erste Bilanz der Wintersaison 25/26
Österreichische Seilbahnen verzeichnen im Winter 2025/26 eine Saison, die zumindest an die letzten Saisonen vor Corona anschließt und diese wahrscheinlich sogar übertrifft – darüber berichtete Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich.
Die aktuelle Hochrechnung für die vergangene Wintersaison 2025/26 ergibt einen Wert von rund 54 Millionen Ersteintritten – und somit einen der besten Winter aller Zeiten für die österreichischen Seilbahnen.
Wintersaison 25/26: Stark wie vor Corona – dank Beschneiung
Einen wesentlichen Beitrag zur Erfolgsbilanz lieferte dabei auch der frühe Saisonstart dank technischer Beschneiung. Diese sicherte insgesamt 1,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung und rund 8,7 Millionen Nächtigungen.
„Wir liegen damit ca. vier Prozent über dem Wert des letztjährigen Winters“, freut sich Franz Hörl.
Zudem betonte Hörl, wie wichtig der frühe Saisonstart mittlerweile ist. Ohne technische Beschneiung wäre das Geschäft zu Saisonbeginn jedoch gar nicht möglich gewesen – konkret hätten der Branche rund 8,7 Millionen Nächtigungen und 10,4 Millionen Skitage gefehlt.



100 Jahre Seilbahnen
Heuer und im nächsten Jahr feiern gleich sechs Seilbahnen in Österreich ihr 100-jähriges Bestehen: die Rax-Seilbahn, die Tiroler Zugspitzbahn, die Pfänderbahn, der Feuerkogel, die Schmittenhöhebahn und die Kanzelbahn.
Aus diesem Anlass wird heuer eine groß angelegte Kampagne gestartet, um auf das Ereignis aufmerksam zu machen. Konkret wird eine Social-Media-Kampagne gestartet und ein Gewinnspiel organisiert.
Zudem wird an verschiedenen Orten in Österreich eine speziell zum Jubiläum gebrandete Kabine auftauchen.
Die gebrandete Jubiläumskabine

Ehrenvolle Verabschiedung von Erik Wolf
Einer der emotionalsten Momente des Tages war die Verabschiedung von Erik Wolf in den Ruhestand.
Im April beendet er seine 39-jährige Tätigkeit beim Fachverband der österreichischen Seilbahnen. In diesen fast vier Jahrzehnten hat er bei allen großen Themen und Entwicklungen der Branche maßgeblich mitgewirkt.
Die Kollegen blickten auf 39 Jahre Tätigkeit von Wolf zurück – hier nur einige seiner Leistungen:
- EU-Seilbahnrichtlinie (2000): Aktive Mitwirkung bei der Gestaltung und Ausarbeitung der europäischen Vorgaben.
- Nationales Seilbahngesetz (2003): Erik Wolf war wesentlich an den Verhandlungen mit dem Ministerium beteiligt. Die erfolgreiche Herauslösung der Seilbahnen aus dem Eisenbahnrecht und der Gewerbeordnung hin zu einer eigenständigen gesetzlichen Regelung war für die Branche von größer Bedeutung.
- Modernes Datenmanagement: Er war einer der Ersten, der ein Datenmanagement in der Seilbahnbranche einführte.
- Sommer-Bergbahnen: Vor 25 Jahren rief er gemeinsam mit Kollegen die erfolgreiche Initiative „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ ins Leben.
- Nachwuchs und Lehre: Gemeinsam mit engagierten Mitstreitern initiierte er Lehrberuf der Seilbahntechnik.
Platin-Seilscheibe für Erik Wolf
als Zeichen höchster Wertschätzung des Fachverbandes der Seilbahnen

Dankesworte von Erik Wolf
„Aus meiner Sicht können die Seilbahnen wirklich stolz sein auf das, was sie in Österreich geschaffen haben. Das ist ein Produkt, das auf der ganzen Welt nachgefragt wird. Wir sind inzwischen Weltmarktführer. Und ich glaube, die Stärke liegt darin, dass unsere Seilbahnen sehr früh erkannt haben, wie wichtig Datenmanagement ist – damit haben wir bereits vor 27 Jahren begonnen.
Wir haben Systeme entwickelt, die wir der Branche zur Verfügung stellen, und wir haben inzwischen das größte Analyse- und Benchmark-Tool für eine Branche, das es überhaupt gibt. Und das dynamisch wächst und jedes Jahr mit zusätzlichen Daten darüber, was unsere Gäste und Kunden wollen, gefüttert wird.
Und wenn die Seilbahnen weiterhin ihre Produkte so innovativ und in Richtung der Kunden ausrichten, dann bin ich überzeugt davon, dass man auch in den nächsten 100 Jahren in Österreich noch Skifahren wird können – und vor allem auch wollen.“
Die Erfolgsfaktoren am Berg
Im Rahmen des Konferenzprogramms diskutierten verschiedene Experten darüber, worauf es heute ankommt, um den Urlaub in den Bergen für die Gäste noch attraktiver zu gestalten.
Sabine Hübner, Vortragsrednerin und Gründerin der Beratungsagentur forwardservice, hob dabei hervor: Je stärker die Digitalisierung unseren Alltag durchdringt, desto wichtiger werden persönliche Begegnungen.
Mitarbeiter im Tourismus sollten nicht nur Dienstleistungen erbringen oder Probleme lösen, sondern den Gästen vielmehr mit Empathie und echtem Engagement begegnen, um eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich rundum wohlfühlen.
Ein entscheidender Faktor ist laut Sabine Hübner der Empfang und der erste Kontakt – dieser Moment gibt oft den Ton für den gesamten Aufenthalt vor.
Podiumsdiskussion:
- Richard Bauer, der Moderator
- Christoph Bründl, Bründl Sports
- Erich Egger, Schmittenhöhebahn AG
- Sabine Hübner, forwardservice GmbH
- Stefan Isser, Swarovski Kristallwelten

Darüber hinaus gewinnen die sogenannten „Wow-Effekte“ und besonderen Momente immer mehr an Bedeutung.
Gäste suchen heute gezielt nach emotionalen Erlebnissen und reisen genau dafür an. Regionen, die langfristig erfolgreich sein wollen, sollen ihren Besuchern daher genau diese emotionalen Highlights bieten.