Inauen-Schätti in Sölden: Lawinen-Schutz ist Umsatz-Schutz

Nicht nur Seilbahnen, sondern auch Lawinenschutzsysteme müssen verlässlich funktionieren, um einen ausfallsicheren Skibetrieb zu gewährleisten. Die Bergbahnen Sölden vertrauen daher auf Anlagen und Dienstleistungen von Inauen-Schätti, aktuell wird die Infrastruktur ertüchtigt.

Die Bergbahnen Sölden betreiben ihr Skigebiet auf 1.300 bis 3.300 Metern Seehöhe – also in einem hochalpinen, teils glazialen Gebiet.

Entsprechend wichtig ist der Lawinenschutz; andernfalls ist ein sicherer, umfassender und nahezu durchgehender Betrieb nicht möglich – mit dann wohl harten wirtschaftlichen Folgen.

Schließlich wollen die Gäste jeden Tag das perfekte Skierlebnis.

Wie sprengt Sölden?

Die örtliche Lawinen-Kommission ist täglich unterwegs und behält die drei Gebiete Gaislachkogel, Giggijoch und Gletscher im Auge.

Manfred Fiegl

Betriebsleiter Piste der Bergbahnen Sölden

„Damit Pisten, Bahnen und Bereiche selten gesperrt werden müssen, haben wir rund 400 Sprengpunkte im gesamten Skigebiet definiert“.

Dabei vertraut die Kommission auch auf 26 Lawinensprengmasten und 20 Lawinenwächter von Inauen-Schätti. Letztere sind teils schon seit 1998 treu im Einsatz – und werden vor Ort „Lawinenorgeln“ genannt.

Zwei von ihnen sind auf Schlitten montiert und können mobil – und vor allem auf dem Gletscher – eingesetzt werden.

Die stationären Sprenganlagen sind bei widrigen Wetterverhältnissen eine große Unterstützung, um das Hauptskigebiet zu sichern und für die Wintersportler gefahrlos zu betreiben.

Lawinenmasten mit größter Wirkung

Ob Lawinenmast- oder -wächter: Die Sprenganlagen des Schweizer Herstellers zählen zu den wirkungsvollsten und zuverlässigsten Methoden, um Lawinen auszulösen, bestätigt Jakob Fiegl, stellvertretender Betriebsleiter Piste der Bergbahnen Sölden:

„Handsprengungen sind wesentlich zeitaufwendiger, Sprengungen mit dem Hubschrauber sind nur bei entsprechendem Wetterverhältnissen möglich. Mit den Lawinenmasten- und -wächtern sprengen wir dagegen bequem per Software – schnell und unabhängig.“

Die Sprenganlagen schützen vor allem wichtige Seilbahnen, kritische Pisten und das Hauptskigebiet, also dort, wo eine Sperre durch Lawinengefahr mit erheblichen Auswirkungen auf den Skibetrieb verbunden wäre.

Hard- und Software: Sölden rüstet auf

Deswegen wird die Zahl der Anlagen alle Jahre erhöht, meist im Zuge des Baus von neuen Seilbahnen.

„So installieren wir heuer zwei weitere Lawinenmasten LM5400 am Gaislachkogel, da wir dort die bisherige Doppelsesselbahn aus 1985 durch eine leistungsfähige 6er-Sesselbahn ersetzen und durch eine Adaptierung der Piste eine familienfreundliche Abfahrt mit blauem Schwierigkeitsgrad bekommen. Diese neue Piste wird durch die zwei neuen Sprengmasten gesichert“, berichtet Manfred Fiegl.

Zugleich wird die Umrüstung der bestehenden Sprenganlagen von Richtfunkauf Mobilfunk-Steuerung weiter vorangetrieben, so sein Kollege Jakob Fiegl:

Jakob Fiegl

Stellvertretender Betriebsleiter Piste der Bergbahnen Sölden

„19 Sprenganlagen sind bereits in der Software ATMS von Inauen-Schätti integriert, sieben weitere werden heuer folgen. Das erleichtert uns die Arbeit auf vielen Ebenen – vom Sprengstoffmanagement bis zur Dokumentation der durchgeführten Sprengungen.“

Großer Service

Damit die Lawinenwächter- und Masten im Winter einwandfrei funktionieren, werden sie alle drei Jahre einem großen Service unterzogen.

Heuer ist es wieder soweit: Zwei Techniker von Inauen-Schätti kontrollieren zusammen mit zwei Bergbahnern in zwei bis drei Wochen die Mechanik und Elektronik der Anlagen und ersetzen gegebenenfalls defekte Komponenten.

„Zeit und Geld ist hier gut investiert. Denn sonst würden im Winter Probleme auftreten, die uns viel teurer kommen würden“, wirbt Manfred Fiegl für vorausschauendes Handeln.

Im Zuge des großen Service erfolgt auch die Umrüstung der Software und die Montage der neuen Anlagen.

Kleiner Service und Notfallsupport

Eine Schlüsselfunktion übernimmt hier der bergbahneigene Techniker Thomas Nösig. Er koordiniert Termine und Themen zwischen dem Skigebiet und Inauen-Schätti.

Zudem leitet er den „kleinen Service“ in den Jahren ohne große Revision. Dieser umfasst grundlegende Kontrollen, das Beladen der Sprengkästen und das Lösen kleinerer Probleme.

Größere Störungen werden per Fernwartung oder durch die Techniker von Inauen-Schätti vor Ort behoben: „Die Notfallhotline ist im Winter rund um die Uhr erreichbar, gebraucht haben wir sie bisher aber kaum“, so Jakob Fiegl.

Die Qualität der Anlagen und deren Wartung zahlen sich eben aus – für zuverlässigen Lawinenschutz und Betriebssicherheit mit möglichst kurzen Ausfallzeiten.