Europäische Innovationen in US-Bergen: Das Big-Sky-Erlebnis

In den vergangenen zehn Jahren hat das Big Sky Resort doppelt so viel wie ursprünglich geplant in seine Modernisierung investiert und dabei 20 hochmoderne Liftanlagen errichtet. Im Interview mit SI erklärt Präsident und COO Troy Nedved, warum sich der US-Markt an europäische Technologien anpassen musste, welche Innovationen dort besonders gefragt sind und welche Trends die Entwicklung amerikanischer Skigebiete derzeit prägen.

SI: Wie verlief die Wintersaison dieses Jahr in Montana? Hatten Sie einen guten Winter?

Troy Nedved: In ganz Nordamerika – insbesondere im Westen und in den Rocky Mountains – war es ein Winter mit den geringsten Schneemengen seit Beginn der Aufzeichnungen. Doch genau in solchen Jahren profitiert Big Sky von dem, was wir die geringste Schwankung der Schneemengen nennen.

Das bedeutet ganz einfach: Wirklich schlechte Winter kennen wir kaum. Die Schneeverhältnisse sind bei uns außergewöhnlich konstant. Während viele andere Skigebiete in diesem Winter große Schwierigkeiten hatten, konnten wir eine hervorragende Saison verzeichnen. Sie war ein voller Erfolg.

In den vergangenen zehn Jahren hat Big Sky 20 neue Liftanlagen gebaut. Warum war ein Umbau in diesem Ausmaß notwendig?

Das hängt davon ab, wie man das Wort „notwendig“ versteht. Für uns war dieses Projekt ein zentraler Bestandteil unserer langfristigen Vision. Unser CEO Stephen Kircher und die Familie Kircher verbringen viel Zeit in Europa.

Dort erleben sie aus erster Hand die beeindruckende Technologie und die hohen Investitionen in die Liftinfrastruktur – ein Modell, das sich deutlich von dem unterscheidet, was in den USA üblich ist. Stephen erkannte darin die Chance, das Bergerlebnis in Nordamerika grundlegend zu verändern.

Die Liftinfrastruktur in den europäischen Alpen ist außergewöhnlich. Was das Erlebnis bei uns zusätzlich aufwertet, sind jedoch die Schneeverhältnisse – ihre Konstanz, ihre Qualität und der einzigartige Charakter unseres Geländes.

Indem wir unsere Berge mit einem leistungsfähigen Liftnetz ausgestattet haben, wollten wir Wartezeiten an den Liften auf ein Minimum reduzieren und unseren Gästen ein herausragendes Erlebnis bieten. Unser Anspruch war es, einen neuen Maßstab zu setzen und etwas zu schaffen, das es in Nordamerika so bislang nicht gab.

Troy Nedved

Präsident und COO des Big Sky Resort

Ich arbeite seit 29 Jahren im Big Sky Resort. Wie viele andere in unserer Branche habe ich meine Laufbahn als Skilehrer begonnen und miterlebt, wie sich dieses Skigebiet in dieser Zeit enorm entwickelt hat.

In der Saison 1995/96 wurde unsere erste Pendelbahn eröffnet – ein mutiges und wegweisendes Projekt für die USA. Während Liftanlagen, die bis in hochalpines Gelände führen, in Europa längst selbstverständlich waren, waren Bahnen oberhalb der Baumgrenze in den Vereinigten Staaten damals eine Seltenheit. Als die Familie Kircher 1995 die Pendelbahn auf den Gipfel des Lone Peak brachte, veränderte das alles. Tatsächlich war es genau dieses visionäre Projekt, das mich damals nach Big Sky geführt hat.

Welche Aspekte des Gästeerlebnisses wollten Sie vor allem verbessern?

Dafür gab es mehrere Schwerpunkte. Einer der wichtigsten war, dass Big Sky schon immer dafür bekannt war, praktisch keine Warteschlangen an den Liften zu haben. Selbst an stark frequentierten Tagen entfallen bei uns durchschnittlich rund ein Acre – also etwa 0,4 Hektar – Pistenfläche auf jeden Skifahrer. Das ist sowohl in Nordamerika als auch in Europa für ein Skigebiet dieser Größe äußerst ungewöhnlich.

Unsere Gäste genießen außergewöhnlich viel Platz. Selbst an einem gut besuchten Tag kann es vorkommen, dass man einen Sessellift ganz für sich allein hat. Dieses besondere Gefühl verdanken wir unserem Skigebiet mit 2.367 Hektar erschlossener Fläche, das zudem noch Entwicklungspotenzial für die Zukunft bietet.

Der zweite Schwerpunkt betraf die Art der Liftanlagen, für die wir uns entschieden haben. Montana kann sehr kalt sein – im Durchschnitt ist es hier kälter und die Skigebiete liegen höher als viele vergleichbare Destinationen in Europa. Deshalb wollten wir unsere Gäste bestmöglich vor den Witterungseinflüssen schützen.

Mit Wetterschutzhauben („Blue Bubbles“), Sitzheizungen sowie besonders schnellen und laufruhigen Liftanlagen wollten wir die Auswirkungen der niedrigen Temperaturen deutlich reduzieren und den Komfort auch bei schwierigen Wetterbedingungen spürbar erhöhen.

Sie haben in modernste europäische Lifttechnologie investiert, darunter die D-Line von Doppelmayr. Welche technischen Merkmale sind für Sie besonders wichtig?

Wir setzen ganz bewusst auf die D-Line-Technologie von Doppelmayr – vor allem wegen ihrer Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Diese Liftanlagen sind für eine Nutzungsdauer von rund 50 Jahren ausgelegt. Als Unternehmen denken wir langfristig und investieren mit Blick auf die Zukunft. Würden wir auf ältere Technologien setzen, müssten wir die Anlagen deutlich früher ersetzen. Deshalb ist die D-Line für uns von großer Bedeutung.

Die beheizten Sitze und Wetterschutzhauben spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Gerade weil die Temperaturen in Montana niedriger sind, haben wir zugleich einige der besten Schneeverhältnisse der Welt. Mit beheizten Sitzen und Schutzhauben können sich unsere Gäste während der Fahrt aufwärmen – das passt perfekt zu den Bedingungen hier und verändert das Skierlebnis in Montana grundlegend.

Außerdem setzen wir auf die neuen Seilsysteme von Fatzer, die besonders leise laufen. Viele der technischen Details dieser modernen Anlagen überraschen unsere Gäste, weil sie Vergleichbares in Nordamerika kaum kennen. Genau das macht das Erlebnis in Big Sky so einzigartig.

Moderne Liftanlagen mit beheizten Sitzen und Wetterschutzhauben

sind ein wichtiger Bestandteil der Investitionsstrategie des Big Sky Resort.

Ist das neue TRI-Line-System von Doppelmayr – speziell für Regionen mit starken Windverhältnissen entwickelt – auch für Big Sky ein Thema?

Derzeit haben wir dieses System noch nicht im Einsatz. Da wir viele unserer Liftanlagen durch schwerere D-Line-Sessel ersetzt haben, sind diese bereits deutlich windbeständiger.

Aktuell gibt es in unserem Skigebiet keine Bereiche, die derart stark dem Wind ausgesetzt sind, dass der Einsatz der TRI-Line-Technologie gerechtfertigt wäre. Dank der neuen D-Line-Technologie und des höheren Gewichts der Sessel konnten wir die Ausfallzeiten unserer Liftanlagen um mehr als 50 Prozent reduzieren – sie kommen mit Seitenwinden äußerst gut zurecht.

Selbst unsere Pendelbahn, die etwas stärker exponiert ist, verfügt über genügend Gewicht und Stabilität, um Windbedingungen sehr gut zu bewältigen. Auch wenn wir die TRI-Line-Technologie bislang nicht benötigen, ist sie sicherlich eine Option, die bei zukünftigen Projekten eine Rolle spielen könnte.

Sind autonome Technologien wie das AURO-System für Sie relevant?

Ja, durchaus. Wir stehen tatsächlich bereits mit Doppelmayr im Austausch, um möglicherweise einige dieser Technologien zu testen. In den USA ist es oft eine Herausforderung, Mitarbeiter für Bergregionen und hochalpine Standorte zu finden. Deshalb suchen wir ständig nach Möglichkeiten, unsere Abläufe effizienter zu gestalten.

Wir interessieren uns sehr für Technologien, die es uns ermöglichen, Liftanlagen mit weniger Personal zu betreiben und gleichzeitig das Erlebnis für unsere Gäste noch besser und sicherer zu machen. Derzeit beobachten wir, wie sich diese Technologie weiterentwickelt. Wir haben sie noch nicht getestet, sind aber definitiv daran interessiert.

Die Lone Peak Tram führt auf den Gipfel des Lone Mountain. © Ethan Schumacher / Big Sky Resort

Mussten Sie bestimmte europäische Konzepte an den amerikanischen Markt anpassen?

Ja, das ist eine interessante Frage. Die Skikultur in Europa unterscheidet sich deutlich von der in den USA – insbesondere, wenn es um Warteschlangen an den Liften geht. Skifahren hat in der amerikanischen Kultur einen etwas anderen Stellenwert, und unsere Gäste benötigen bei den Liftlinien einfach mehr Struktur.

Als wir mit Axess – einer Zugangskontrollgruppe, mit der wir sehr eng zusammenarbeiten – kooperiert haben, erhielten wir zunächst Spezifikationen, die auf europäischen Standards basierten.

Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass diese Vorgaben hier oft nicht funktionieren und für amerikanische Skifahrer angepasst werden müssen. Wir benötigen größere Abstände zwischen den Scannern und den Einstiegsbereichen und in der Regel auch mehr Mitarbeiter, um die Warteschlangen zu organisieren und die Sessel optimal zu besetzen.

Europäische Skifahrer verhalten sich in Warteschlangen häufig deutlich selbstbewusster: Sie rücken nach vorne und füllen die Sitze ganz selbstverständlich. Amerikanische Gäste sind etwas zurückhaltender und brauchen mehr Anleitung und Organisation.

Wir haben deshalb unsere Systeme zur Steuerung der Warteschlangen mehrfach überarbeitet – unter anderem die Positionierung und Abstände der Absperrungen angepasst – und schließlich eine Lösung gefunden, die für den amerikanischen Markt sehr gut funktioniert. Sie unterscheidet sich jedoch deutlich von den europäischen Konzepten.

Ende 2025 haben Sie außerdem das Observatorium eröffnet. Was war die Idee dahinter, und welche Rolle spielt es im Gesamterlebnis des Resorts?

Im vergangenen Jahr wurden wir zum Skigebiet Nummer eins in Nordamerika gekürt, und wir wissen schon seit Langem, dass wir hervorragende Skibedingungen bieten. Jetzt geht es für uns darum, dieses „und“ weiterzuentwickeln – also den Teil des Bergerlebnisses, der über das reine Skifahren hinausgeht.

In jeder Familie gibt es Menschen, die vielleicht keine leidenschaftlichen Skifahrer sind. Außerdem haben wir auch eine starke Sommersaison. Wir wollten das Angebot um zusätzliche Erlebnisse erweitern und diesen echten „Wow“-Faktor schaffen. Genau das sieht man in Frankreich und anderen Regionen Europas, wo hochalpine Aussichtsplattformen und Observatorien ein wichtiger Bestandteil des Bergerlebnisses sind.

Wir wollten dieses Konzept nach Big Sky bringen. Und welcher Ort wäre dafür besser geeignet als das, was wir „Amerikas Matterhorn“ nennen? Das Observatorium ist außergewöhnlich, weil es einen uneingeschränkten 360-Grad-Blick bietet und man von diesem Standort aus drei verschiedene Bundesstaaten sehen kann. Es ist die perfekte Ergänzung für unser Sommer- und Winterangebot.

Kircliff, auf 3.403 Metern über dem Meeresspiegel gelegen,

ist eine zweistöckige Aussichtsplattform aus Glas.

Welche weiteren neuen Erlebnisse oder Attraktionen wurden in den vergangenen Jahren im Resort eingeführt?

Allein im vergangenen Jahr haben wir neben der neuen Gondelbahn – die Nicht-Skifahrern erstmals einen direkten Zugang zur Tram und zum Gipfel ermöglicht – auch ein neues Iglu eröffnet. Dieses Konzept wurde von einem europäischen Erlebnis inspiriert.

Als wir 2019 durch Europa gereist sind, um nach Möglichkeiten für den Ersatz unserer Tram zu suchen, haben wir mehrere Orte besucht, an denen es beeindruckende Après-Ski-Iglus mit Getränken und einer besonderen Atmosphäre gab. Wir wollten so etwas schon immer in die USA bringen – wir mussten nur den richtigen Zeitpunkt abwarten.

In diesem Winter haben wir zum ersten Mal ein Iglu direkt an der Talstation unserer Tram errichtet. Es hat sich zu einem großartigen Après-Ski-Erlebnis für unsere Gäste entwickelt.

© Nicole Wickens / Big Sky Resort

Darüber hinaus bauen wir unser kulinarisches Angebot aktiv weiter aus. In naher Zukunft werden neue Restaurants direkt am Berg hinzukommen.

Vor Kurzem haben wir außerdem mit dem Michelin-Sterne-Restaurant M ein Fine-Dining-Angebot in unser Dorf gebracht.

Das ist für die Skigebietslandschaft in den USA äußerst ungewöhnlich und geht deutlich über das traditionelle amerikanische Skierlebnis hinaus.

Michelin-Sterne-Restaurant M

Von all den Modernisierungen, die im Rahmen des Plans „Big Sky 2025“ umgesetzt wurden: Welches Projekt hatte den größten Einfluss auf Ihren täglichen Betrieb und den Gästestrom?

Ich würde sagen, obwohl es als letztes Projekt fertiggestellt wurde, ist es die Explorer Gondel. Sie spielt eine entscheidende Rolle dabei, viele weitere Entwicklungen überhaupt zu ermöglichen. Zum ersten Mal können Fußgänger direkt mit der Tram und dem Gipfel verbunden werden.

Sie verändert auch unser Angebot für Anfänger grundlegend. Wir verlagern alle Anfänger-Skifahrer und Skikurse aus dem Talbereich in eine neue, wunderschöne Anlage im mittleren Bergbereich. Dort werden wir eines der besten Anfängerareale der Welt schaffen.

Die Gondel ist bisher das verbindende Element, das alles zusammenführt. Darüber hinaus gibt es weitere fünf bis zehn Projekte, die jetzt speziell dank dieser Liftanlage umgesetzt werden können.

Wie hoch waren die Gesamtinvestitionen in das Resort in den vergangenen zehn Jahren?

Wir haben unsere ambitionierte Vision für 2025 sowohl beim Investitionsvolumen als auch beim Umfang der Projekte deutlich übertroffen. Wir haben nicht nur unsere ursprünglichen Ziele erreicht, sondern darüber hinaus viele weitere Projekte umgesetzt. Es war eine außergewöhnliche Reise.

Die Explorer Gondel verbindet das Mountain Village mit dem Gipfel des Lone Peak: Zum ersten Mal in der Geschichte von Big Sky besteht damit sowohl im Sommer als auch im Winter ein vollständiger Liftzugang. © Claire Lichtwardt, Andrew Belli/ Big Sky Resort

Was macht Big Sky Ihrer Meinung nach wirklich einzigartig?

Es liegt vor allem an der Struktur des Berges – er ist der perfekte Skiberg. Unser Gelände ist außergewöhnlich ausgewogen: Etwa 30 Prozent sind grüne Abfahrten, 30 Prozent blaue und 30 Prozent schwarze Pisten.

Da der Lone Peak so markant sichtbar ist, werden wir vor allem für unser anspruchsvolles Black-Diamond-Skifahren bekannt. Viele Menschen wissen jedoch nicht, dass auch unser Anfänger- und mittelschweres Gelände absolut außergewöhnlich ist. Wir bieten alles – von weitläufigen alpinen Hängen bis hin zu großartigen Abfahrten durch die Baumgrenze.

In Orten wie Val d’Isère und vielen anderen wunderschönen europäischen Skigebieten befindet man sich fast ausschließlich im Hochgebirge – ohne Bäume, und die Abfahrt zurück ins Tal kann sehr steil sein. Big Sky ist anders aufgebaut.

Unsere Anfänger- und mittelschweren Bereiche liegen ideal im unteren und mittleren Bergbereich und werden mit zunehmender Höhe immer anspruchsvoller. Gleichzeitig genießen alle Gäste diese beeindruckenden Ausblicke.

Und schließlich fahren wir rund um den Lone Peak in alle vier Himmelsrichtungen – nach Norden, Süden, Osten und Westen. Dadurch finden wir immer auf mindestens einer Seite des Berges hervorragende Schneeverhältnisse.

Besuchen Sie häufig Skigebiete außerhalb der USA? Welche Länder, Konzepte oder Erfahrungen finden Sie besonders wertvoll und inspirierend?

Europa hat einen ganz entscheidenden Einfluss darauf, wie wir unser Skigebiet gestalten und unsere Vision weiterentwickeln. Im Grunde nehmen wir die besten Elemente Europas und übertragen sie auf unsere eigene Art und Weise auf Montana und die USA.

Ich war zwar auch in Neuseeland, Südamerika und vielen anderen Regionen unterwegs, aber der stärkste Einfluss kommt eindeutig aus Europa. Ich habe viel Zeit in Österreich verbracht und zahlreiche Skigebiete dort besucht, ebenso wie in Italien. In jüngerer Zeit haben wir uns verstärkt mit Frankreich beschäftigt.

Gerade beim Thema Dorfgestaltung liefern uns verschiedene französische Skigebiete viele Inspirationen dafür, wie wir ein Erlebnis schaffen möchten, das über das reine Skifahren hinausgeht. Auch bei Restaurants, Kulinarik und Gastronomie kommen viele unserer besten Ideen direkt aus Frankreich.

Das Big Sky Resort

bietet eine ausgewogene Mischung an Gelände: Rund 30 Prozent der Abfahrten sind grün, 30 Prozent blau und 30 Prozent schwarz markiert.

Arbeitet das Resort aktiv daran, internationale Gäste anzuziehen? Wenn ja, wie – und welche Märkte stehen dabei besonders im Fokus?

Derzeit machen europäische Gäste noch einen sehr kleinen Anteil unserer internationalen Besucher aus, obwohl wir durchaus viele Gäste aus Südamerika und Australien begrüßen. Der Ausbau unseres internationalen Marktes ist für uns jedoch ein wichtiger Schwerpunkt.

Wie ich bereits erwähnt habe, besteht unsere Strategie aus europäischer Sicht darin, die besten Elemente der europäischen Skikultur zu übernehmen und sie hier umzusetzen – kombiniert mit einem außergewöhnlichen Skiberg und hervorragenden Schneeverhältnissen.

Wenn Europäer nach Big Sky kommen, ist ihre Reaktion häufig: „Ich kann es kaum glauben. Solche Tage erleben wir normalerweise nie – sie sind unglaublich selten.“

Aufgrund dieser Rückmeldungen bin ich überzeugt, dass unsere Attraktivität für internationale Gäste weiter wachsen wird. Genau das ist auch unser Ziel.

In den Alpen gibt es angesichts der sich verändernden Klimabedingungen einen starken Trend hin zu einem ganzjährigen Betrieb und mehr Sommertourismus. Verfolgt Big Sky eine ähnliche Entwicklung?

Das ist ein wesentlicher Grund, warum wir diese Infrastruktur aufgebaut haben. Uns war bewusst, dass enormes Potenzial für den Sommer besteht, das weit über die Wintersaison hinausgeht. Für den sommerlichen Fußgängertourismus haben wir rund um die neue Liftinfrastruktur ein Wegenetz entwickelt, damit Besucher den Berg vom Einstieg an der Gondel über die Tram bis hin zu den beeindruckenden Ausblicken am Gipfel erleben können.

Auch im Bereich Mountainbike verfügen wir über ein äußerst umfangreiches Angebot.

Wir haben hervorragende Downhill-Strecken und betreiben im Sommer fünf unserer Liftanlagen speziell für unseren Bikepark.

Außerdem haben wir unsere Gondel mit neuen Doppelmayr-Fahrradträgern in Karussell-Ausführung ausgestattet. Nicht zuletzt profitieren wir von unserer außergewöhnlichen Lage in unmittelbarer Nähe zum Yellowstone-Nationalpark, der im Sommer fast 3,7 Millionen Besucher anzieht. Unser Ziel ist es, einen Teil dieser Gäste zu erreichen und sie für ein oder zwei Tage nach Big Sky zu bringen.

© Max Lowe, Claire Lichtwardt/Big Sky Resort

Was sehen Sie als nächsten großen Entwicklungsschritt für US-Skigebiete? Welche Trends werden die Berginfrastruktur im kommenden Jahrzehnt prägen?

Ich denke, dass wir im Bereich der Berginfrastruktur wirklich Maßstäbe gesetzt haben. Jeder hat wahrgenommen, dass wir bisher wahrscheinlich aggressiver vorgegangen sind als jedes andere Skigebiet in Nordamerika, und unser „Big Sky 2025“-Plan hat genau das erreicht.

Unser nächstes Kapitel ist unsere Vision 2040, die wir voraussichtlich im kommenden Jahr vorstellen werden. Dabei wird es vor allem darum gehen, den Bereich Hospitality noch stärker mit dem gesamten Gästeerlebnis zu verbinden.

Wir möchten Angebote schaffen, die über hervorragendes Skifahren und moderne Liftanlagen hinausgehen. Unser Fokus liegt stark auf Gastfreundschaft – auf der Integration von Hotelmarken, Spas und weiteren einzigartigen Erlebnissen direkt am Berg, die weit mehr Menschen ansprechen als nur den klassischen Skibegeisterten. Das gilt sowohl für die Sommer- als auch für die Wintersaison.

Interview: Gerald Pichlmair