Skigebiet-Rettung in letzter Minute

Das Aus für das Skigebiet Karkogel in Abtenau (Salzburg) schien besiegelt - trotz verzweifelter Demo von rund 500 Menschen. Jetzt kam aber die überraschende Wende in wortwörtlich letzter Minute: Nach intensiven Verhandlungen mit den Grundeigentümern übernimmt der Raiffeisenverband Salzburg die insolventen Bergbahnen.

Das insolvente Skigebiet Karkogel in Abtenau (Tennengau) ist im allerletzten Moment vor dem endgültigen Aus gerettet worden – das berichten übereinstimmend die Salzburger Medien ORF, Krone und Salzburg24.

Obwohl das Landesgericht bereits die Schließung der Bergbahnen angeordnet hatte, kam es am Dienstagnachmittag (30. Juni 2026) nach stundenlangen Verhandlungen zu einer überraschenden Wende.

Einigung mit Landwirt nach enormem Druck

Das gesamte Rettungsprojekt stand bis zuletzt auf der Kippe, da ein entscheidender Grundbesitzer den langfristigen Pachtvertrag bis zum Jahr 2045 nicht unterzeichnen wollte. Erst nach einem finalen Verhandlungsversuch durch Vertreter des Raiffeisenverbands Salzburg (RVS) lenkte der Landwirt ein.

Laut Bergbahnen-Geschäftsführer Franz Pendl war der Druck auf den Bauern in den vergangenen Tagen immens. Noch am Montagabend hatten knapp 500 Bürgerinnen und Bürger an der Talstation der Karkogel-Kombibahn lautstark für die Zukunft ihres Hausbergs demonstriert.

Für heuer zu spät:

Die beliebten Sommerrodeln müssen in diesem Jahr im Lager bleiben.

Millionenschwere Investitionen geplant

Mit der erfolgreichen Einigung übernimmt nun der Raiffeisenverband Salzburg die insolvente Gesellschaft. Nach Angaben von Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) eröffnet sich damit die Chance auf eine langfristig stabile Entwicklung des Standorts.

Der Raiffeisenverband plant, in den kommenden Jahren knapp 5,5 Millionen Euro in das Gebiet zu investieren, um unter anderem das bestehende Beschneiungssystem umfassend auszubauen. Die übrigen Grundbesitzer hatten diesen Plänen bereits vor Wochen zugestimmt.

Hintergrund der Krise

Das Skigebiet war im Februar nach einer dreijährigen Durststrecke ausbleibender Besucherzahlen, wetterbedingter Umsatzeinbußen und Streitigkeiten mit einer Baufirma in die Pleite geschlittert.

Dabei häufte das Unternehmen mehr als vier Millionen Euro Schulden an, wovon rund 1,82 Millionen Euro im Zuge des Sanierungsverfahrens bestritten wurden. Für die laufende Saison hat die Krise dennoch unmittelbare Konsequenzen: Die beliebten Sommerrodeln müssen in diesem Jahr im Lager bleiben.