
Digitalisierung & Innovation
Lawinenwarnung statt Werbung: Neues System am Diedamskopf
26 Menschen sind in der Wintersaison 25/26 bei Lawinenunfällen im Rahmen des Bergsports in Österreich ums Leben gekommen – so die Daten des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Damit liegt die Zahl bereits deutlich über dem Zehn-Jahres-Mittel von 16 Lawinentoten pro Winter.
Es kommt zu schweren Unfällen, trotz bestehender Warnschilder und Sperrhinweise. Häufig, weil die Risiken unterschätzt werden und die klassischen Warnhinweise durch ihre dauerhafte Sichtbarkeit an Wirkung verlieren.
Die Skiregion Diedamskopf reagierte nun und startete eine neue, digitale Sicherheitsinitiative: Avalanche Alerts. Nach einer zweimonatigen Testphase wurde die Initiative Ende Februar im gesamten Skigebiet ausgerollt.
Wie das System funktioniert
Das neue System nutzt bestehende Online-Werbeinfrastruktur für die Sicherheit. Statt kommerzieller Werbung erhalten Personen im alpinen Gelände automatisch kontextbezogene Lawinenwarnungen auf ihr Smartphone – ohne App, ohne Registrierung, ohne vorherige Aktivierung und komplett DSVGÖ konform.
Dafür wird das Gelände in digitale Sicherheitszonen unterteilt – definiert auf Basis aktueller Lawinenlageberichte, topografischer Geländeanalysen und der langjährigen Erfahrung lokaler Alpinexperten und Pistenverantwortlicher vor Ort.
Befindet sich ein Smartphone in einer Hochrisikozone, kann über die eigens entwickelte Anti Avalanche Ads Plattform, eine ortsgenaue Warnmeldung ausgespielt werden.
Das Gelände wird in digitale Sicherheitszonen unterteilt.
In Hochrisikozonen sendet die Anti-Avalanche-Ads-Plattform ortsgenaue Warnungen an Smartphones.

Ziel: Gefährliche Hänge meiden
Ziel ist es, nicht nur im Moment der Gefahr zu warnen, sondern auch zu verhindern, dass gesperrte oder lawinengefährdete Hänge erneut befahren werden – ein Verhalten, das nach einer folgenlosen Abfahrt besonders häufig auftritt.
Avalanche Alerts richtet sich an Wintersportler im Skigebiet ebenso wie an Tourengeher im freien alpinen Gelände.
Open-Source-System
Unterstützt wurde das Projekt von ScreenOnDemand, Demner, Merlicek & Bergmann / DMB. und Media1.
Avalanche Alerts ist als Open-Source-System konzipiert und kann von allen Regionen übernommen werden.
„Lawinensicherheit darf kein Wettbewerbsvorteil sein“, so Stefan Lucchini, Geschäftsführer Diedamskopf. „Wenn ein System hilft, Menschen früher zu erreichen, sollte es allen zugänglich sein.“