
Seilbahn & Technik, SI 1/2026
Habegger Seilzug Hit-Trac 64: Optimale Seilführung, weniger Geräusche
Seit dem Start der Habegger HIT-TRAC Serie im Jahr 1988 stehen motorgetriebene Seilzuggeräte von JAKOB ROPE SYSTEMS für zuverlässige Zugleistung, kompakte Bauweise und hohe Betriebssicherheit.
Mit der Markteinführung des ersten HIT-TRAC 16B in den 1990er-Jahren, einem Seilzuggerät mit Benzinmotor, wurde der Grundstein für eine Produktfamilie gelegt, die heute auch in zahlreichen Anwendungen im Seilbahnbau sowie bei Betrieb, Revision und Instandhaltung etabliert ist.
Hohe Lasten bei kompakter Bauweise
Über die Jahre wurde die HIT-TRAC Produktpalette kontinuierlich erweitert und technisch weiterentwickelt. Allen Maschinen gemeinsam ist das bewährte Wirkprinzip der kraftschlüssigen Seilbewegung über eine Triebscheibe mit Keilrille.
Der Flankenwinkel der Keilrille erhöht die Normalkraft zwischen Drahtseil und Scheibe, wodurch eine höhere Reibkraft entsteht. Dieses Prinzip erlaubt es, auch bei kompakter Bauweise hohe Lasten kontrolliert zu ziehen oder zu heben.
Das ist ein entscheidender Vorteil bei Montagearbeiten, Seilzügen, Abspannungen oder beim Positionieren schwerer Komponenten im Seilbahnumfeld.
Technische Eckdaten
- Servo-Elektromotor mit 7,5 kW
- Einschaltdauer Heben/Senken: 100 %
- Seilgeschwindigkeit: 0–4,6 m/min
- Geeignet für Habegger Seil 20 mm, zulässige Last 6.400 kg
- Kompakte Bauform (EU-Palettenmaß), 334 kg Gesamtgewicht
- 48 kg leichter als HIT-TRAC 64E vario
- SPS-Steuerung mit Display (Lastmessung, Last-Zeit-Protokoll, Fehleranzeige)
- optional mit Fernsteuerung bedienbar
Die Wippe macht den Unterschied
Ein zentrales Element der HIT-TRAC Seilzuggeräte ist die im Innern angeordnete Wippe. Sie wird durch die Belastung der beiden Seilstränge bewegt und reagiert direkt auf die aufgebrachte Zugkraft. Mit zunehmender Last wird das Zugseil stärker in die Keilrille gedrückt.
Dadurch ist sichergestellt, dass über den gesamten Anwendungsbereich der Maschine stets genügend Traktion zwischen Seil und Triebscheibe zur Verfügung steht.
Gleichzeitig ermöglicht die Wippenkonstruktion, das Zugseil im entlasteten Zustand ohne großen Kraftaufwand oder zusätzliche Werkzeuge in die Maschine einzulegen oder aus dieser zu entfernen.
Dies bringt einen praktischen Vorteil beim häufigen Auf- und Abbau von Montagekonfigurationen.
Ausgehend vom HIT-TRAC 64 soll die Doppelwippe voraussichtlich bald auch für weitere Gerätegrößen verfügbar sein.

Ausgangslage: Störende Geräusche
Bisher waren nahezu alle HIT-TRAC Geräte mit einer einfachen Wippe ausgestattet, bestehend aus einer Führungsrolle auf dem Zugstrang und einer Druckrolle auf dem freien Seilende.
Lediglich der HIT-TRAC 128 als größte Maschine der Baureihe verfügte von Beginn an über eine sogenannte „Doppelwippe“ mit zwei Druckrollen auf dem freien Seilende.
Diese Ausführung ist insbesondere für den Einsatz mit 28-mm-Zugseilen erforderlich, da diese aufgrund ihrer Steifigkeit eine besonders sanfte Umlenkung beim Austritt aus der Triebscheibe benötigen.
Bei kleineren Maschinen mit handbiegsameren Drahtseilen ist eine engere Umlenkung grundsätzlich möglich. Im Betrieb kann diese Anordnung jedoch zu akustischen Effekten führen.
Ursache ist der Dehnschlupf des Seils, das sich beim plötzlichen Lösen aus der Triebscheibe zusammenzieht und abhängig vom Lastzustand zu einem regelmäßigen Knacken führen kann. Zwar hat dieses Geräusch keinen Einfluss auf die Funktion oder Sicherheit der Maschine, kann im laufenden Betrieb jedoch als störend wahrgenommen werden.

Durch die zusätzliche Umlenkrolle wird das Seil gleichmäßiger geführt, mechanische
Belastungen werden reduziert und die Geräuschentwicklung im Betrieb deutlich minimiert.
Kundenprojekt führt zur Evolution
Angeregt durch ein Kundenprojekt hat JAKOB ROPE SYSTEMS das bewährte Layout des HIT-TRAC 64 überarbeitet und als erste weitere Maschine der Baureihe ebenfalls mit einer Doppelwippe ausgestattet.
Durch die zusätzliche Umlenkrolle wird das Seil gleichmäßiger geführt, mechanische Belastungen werden reduziert und die Geräuschentwicklung im Betrieb deutlich minimiert. Nach erfolgreicher Erprobung ist der HIT-TRAC 64 mit Doppelwippe nun für alle Kunden erhältlich.
Ausgehend vom HIT-TRAC 64 soll die Doppelwippe voraussichtlich bald auch für weitere Gerätegrößen verfügbar sein. Die Weiterentwicklung der Habegger HIT-TRAC Seilzuggeräte zeigt, wie praxisnahe Kundenanforderungen in technische Verbesserungen umgesetzt werden und so den Einsatz im anspruchsvollen Seilbahnbetrieb optimieren.

Thomas Gerber
Leiter Entwicklung Seil- und Hebetechnik, zum Kundenprojekt HIT-TRAC 64E servo
Motorseilzug nach Kundenwunsch!
Mit dem HIT-TRAC 64E servo haben wir einen bestehenden Motorseilzug gezielt weiterentwickelt. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit unserem Kunden. Ende September 2025 fand die Abnahme des ersten Prototyps an unserem Hauptstandort in Trubschachen statt.
Unser Kunde trat mit klar definierten Anforderungen an uns heran. Größe und Gewicht des neuen Motorseilzuges sollten gegenüber dem bestehenden HIT-TRAC 64E vario kompakter ausfallen. Zusätzlich wurde eine SPS-Steuerung mit integriertem Display gewünscht, das relevante Informationen zur Lastmessung sowie ein Last-Zeit-Protokoll direkt am Gerät anzeigt. Auf Basis dieses Lastenhefts startete JAKOB ROPE SYSTEMS die Entwicklung.
Nach der Abnahme ging der HITTRAC 64E servo als Prototyp in einen Dauertest beim Kunden vor Ort. Diese Phase durfte ich als Entwicklungsleiter eng begleiten, um Betriebsdaten und Auswertungen für den Abschluss der Entwicklung zu gewinnen.