Mombasa – Likoni Seilbahn nimmt nächste Hürde

Seit 2013 wird über eine urbane Seilbahn in der kenianischen Großstadt Mombasa diskutiert. 2018 wurde das Projekt genehmigt, Ende 2021 konnten die Verantwortlichen wichtige Flächen sichern. Nun ist der Baubeginn für April 2022 geplant.

Die Ausgangslage

Das Zentrum von Mombasa liegt auf einer Insel und ist durch mehrere Hafenbecken und Kanäle von seinen Vorstädten getrennt. Während die anderen Stadtviertel durch Brücken mit der zweitgrößten Stadt Kenias verbunden sind, verkehren zwischen Mombasa und dem Ort Likoni lediglich vier Fähren.

Diese transportieren täglich bis zu 300.000 Passagiere und 6.000 Fahrzeuge über die 500 Meter breite Meerenge. Die Betreiberfirma, die teil- staatliche Kenya Ferry Service (KFS) will nun – auf Initiative privater Investoren – seine Fähren durch eine Seilbahn entlasten. Davon versprechen sich beide Seiten zahlreiche Vorteile.

Die Gründe

So erhöht sich die Überfahrtssicherheit für die Menschen durch das zusätzliche Transportangebot. Zudem können mehr Pendler gleichzeitig übersetzen, nicht zuletzt, weil die Seilbahn eine schnelle Überfahrt für Passagiere in weniger als vier Minuten ohne Wartezeit ermöglicht. Staus vor den Fähren werden verringert.

Die Verkehrslösung in der Luft kommt zudem nicht in Konflikt mit dem Schiffsverkehr und bietet im Notfall eine verlässliche und rasche Verbindung an. Zudem kann die Seilbahn auch bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h und sogar bei Tsunami-Warnungen betrieben werden und bietet Platz für gut sichtbare Werbung und die Anbringung von Sendeantennen.

Der Prozess

Der Likoni Cable Express (LCE) ist ein privat initiiertes und privat finanziertes Projekt im Rahmen einer öffentlichprivaten Partnerschaft (PPP). Seit 2013 wird daran gearbeitet, 2018 hat Kenias Regierung die Seilbahn schließlich genehmigt und einen Vertrag mit dem österreichischen Seilbahnhersteller DOPPELMAYR geschlossen.

Das Investitionsvolumen beträgt – auch dank privater Investoren – 5,8 Milliar- den kenianische Schilling (45 Millionen Euro). Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Kenya Ferry Services und der Kenya National Highways Authority verzögerten jedoch laut dem Medium „Construction Kenya“ das Projekt. Nun aber wurden die benötigten Grundstücke bereitgestellt, sodass das Likoni-Seilbahnprojekt voraussichtlich im April 2022 in Angriff genommen werden kann.

Die Seilbahn

Um dem hohen Passagieraufkommen und den teils starken Winden gerecht zu werden, setzen die Betreiber von LCE auf eine rund 1,3 Kilometer lange Dreiseilumlaufbahn.

Diese soll den Kanal in drei Minuten und 40 Sekunden überqueren und 22 Kabinen umfassen. Mit einer Fahrgeschwindigkeit von sieben Metern in der Sekunde können so bis zu 5.500 Passagiere pro Stunde in beide Richtungen befördert werden.

Das Seil soll von zwei 90 Meter hohen Stützen getragen werden, die sich auf beiden Seiten der Meerenge befinden, sodass Schiffe ungehindert unter der Anlage hindurchfahren können.

Auswirkungen

Neben den verkehrlichen Vorteilen verspricht sich LCE auch sozialen und wirtschaftlichen Nutzen. So rechnen die Betreiber mit 66 neuen Dauerarbeitsplätzen und bis zu 500 Stellen während der Bauphase.

Langfristig wird die Seilbahngesellschaft ein sehr bedeutender Steuerzahler sein. „Die Seilbahnstationen werden sich positiv auf die Wohnentwicklung und die sozialen Standards auswirken.

Eine große Anzahl von Zusatzgeschäften kann geschaffen werden, etwa Dienstleister für Pendler oder Führungen für Touristen“, so die Initiatoren des Likoni Cable Express.

Apropos Tourismus: Die Seilbahn soll demnach auch den Fremdenverkehr an der Südküste stärken – als Wahrzeichen und Attraktion mit einem zwanzig Kilometer weiten Panoramablick über Mombasa, die Strände und den Indischen Ozean.

„Nicht zuletzt wird sie andere Formen von Investitionen anziehen, einschließlich einer schnelleren Entwicklung des Immobilienmarktes in der Südküstenregion“, sind die Befürworter überzeugt.

Ausblick

Sollte der Baustart im April 2022 tatsächlich erfolgen, rechnen die Verantwortlichen mit einer Bauzeit von 18 bis 24 Monaten. Anschließend soll die Seilbahn mindestens 25 Jahre lang betrieben werden, um die anfänglichen Investitionskosten sowie die Betriebskosten zu decken und eine angemessene Rendite für die Investoren zu erzielen.