POMA betreibt und wartet nun die Seilbahn in Ajaccio

Im Oktober 2025 hat „Angelo“ den Betrieb aufgenommen – die erste urbane Seilbahn in Ajaccio, der Hauptstadt von Korsika. Für POMA ist die Arbeit damit aber nicht beendet, der französische Hersteller übernimmt für die nächsten zehn Jahre Betrieb und Wartung der Anlage. Über ein Rundum-Paket mit Vorbildwirkung für urbane Seilbahnprojekte.

Seit Herbst 2025 bedient die drei Kilometer lange Seilbahn „Angelo“ vier multimodale Stationen in Ajaccio, der Hauptstadt der französischen Insel Korsika. Die 12er-Kabinenbahn verbindet das neue Krankenhaus, Schulen, Sportanlagen sowie das Einkaufszentrum Mezzavia.

Die Seilbahn ist Teil eines umfassenden Entwicklungsplans der Stadt Ajaccio, der darauf abzielt, die Mobilität zu verbessern und sich wandelnde Viertel wie Mezzavia, Stiletto, Finosello, Saint-Joseph und La Citadelle neu zu vernetzen.

Da täglich über 45.000 Fahrzeuge den östlichen Stadteingang passieren, leidet das Gebiet unter erheblichen Staus. In diesem Kontext bietet die Seilbahn eine echte Alternative zum Privatauto und verbindet Mezzavia, das Saint-Joseph-Viertel und die Strandpromenade in nur zwölf Minuten.

Mit einer Kapazität von 1.500 Fahrgästen pro Stunde und Richtung ergänzt sie das bestehende ÖPNV-Netz und fördert die Intermodalität durch die Anbindung an Busse, Shuttles und Park-and-Ride-Anlagen. Zudem reduziert die Seilbahn die Lärmbelastung sowie CO2-Emissionen, steigert die Lebensqualität der Bewohner und sendet touristische Impulse aus.

Intermodal

Die Stationen sind als multimodale Hubs konzipiert, die diverse Verkehrsträger miteinander vernetzen.

Auftrag endet nicht mit der Fertigstellung

Das Projekt der Angelo-Seilbahn begann offiziell im März 2022 mit der Unterzeichnung des CREM-Vertrags zwischen dem Gemeindeverband CAPA und dem Hersteller POMA.

Nach einer zweijährigen Phase der Studien und administrativen Vorbereitungen erfolgte im März 2024 der Baubeginn. Umgesetzt wurde der Bau durch ein lokales und regionales Konsortium – darunter POMA, Egis Rail, Raffalli, die Groupe Rocca und CAPO Architectes.

Das Besondere: Der Auftrag wurde strategisch langfristig angelegt und umfasst auch Betrieb und Wartung auf zehn Jahre mit der Option auf eine Verlängerung. Die Angelo-Gondelbahn wurde daher im Rahmen der LIFE R’way-Initiative von POMA so entworfen, dass sie nachhaltigen sowie innovativen Prinzipien über den Bau hinaus verfolgt.

LIFE R‘way steht für Low Impact For Environnement Ropeway: Ziel ist eine geringe Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus hinweg, von der Planung bis zum Betrieb. Durch optimierte Luftführung und minimalen Platzbedarf werden die natürliche Umgebung sowie Wohngebiete geschont.

Auch die Bauphasen wurden so geplant, dass Umwelteinflüsse minimiert werden. Jede architektonische Entscheidung diente der Landschaftsintegration – von grün lackierten Stützen über mit kaiserlichen Bienen verzierten Kabinen bis hin zu einer Beleuchtung, die die Topografie des Standorts respektiert.

Barrierefrei

Das Einsteigen in den Stationen wurde durch angepasste Geschwindigkeiten einfacher und sicherer gestaltet.

POMA bietet Verlässlichkeit

Der nachhaltige LIFE R‘way-Ansatz zeigt sich auch in einem zuverlässigen, sicheren Betrieb mit kurzen Wartungspausen, der durch vorausschauende, qualitativ hochwertige Instandhaltung gewährleistet wird.

Deswegen wird POMA das System über seine Tochtergesellschaft SECA in Partnerschaft mit lokalen Unternehmen für einen Zeitraum von zehn Jahren betreiben und warten. Dadurch entstehen 28 direkte Arbeitsplätze, wobei während der Betriebszeiten ständig sechs Mitarbeiter im Einsatz sein werden. SECA hat dabei stets Zugriff auf das Know-how des französischen Seilbahnherstellers.

Umweltbewusstsein

Grün lackierte Stützen integrieren die Seilbahn behutsam in die Umgebung.

POMA gewährleistet top ausgebildetes Personal

Die größte Herausforderung besteht darin, eine optimale Qualität und Kontinuität des Dienstes für die Nutzer sicherzustellen. Um dies zu erreichen, ist POMA eine Partnerschaft mit AFPA Corse und France Travail eingegangen, um qualifizierte Techniker nach einem speziellen Zeitplan zu rekrutieren und auszubilden.

Dieser Ansatz trägt gleichzeitig zur Entwicklung des lokalen Arbeitsmarktes bei, indem die Kompetenzen und die Präsenz von Fachkräften in der Region gestärkt werden.

„Bei der Aus- und Weiterbildung setzen wir stark auf unser digitales Schulungsprogramm UPILOT“, berichtet Michael Fauche, Strategy and New Market Director bei POMA.

Das System dient dazu, die Schulungseinheiten der Mitarbeiter zu verfolgen und hochwertige Inhalte bereitzustellen; zudem setzt POMA den Simulator ein „Darüber hinaus kommen viele POMA-Experten vor Ort, um spezifische Komponenten wie die Klemmen zu schulen. Zudem arbeiten wir mit Domaine Skiable de France Formation (DSFF) zusammen, die uns professionelle Trainer für den operativen Betrieb zur Verfügung stellen“, führt Fauche weiter aus.

Die barrierefreien Kabinen

bieten mit ihren großen Fenstern Panoramablicke auf Stadt und Küste. Die Integration von Fahrradträgern fördert zudem die kombinierte Nutzung.

All-Inclusive Paket, digitale Tools

Von der Inspektion des Seils über die Überwachung des Betriebs bis zu Wartung der Ticketautomaten deckt der Vertrag alle Aufgaben ab, um die Seilbahn professionell zu betreiben und zu warten – der Auftraggeber kann sich komplett auf SECA verlassen.

Diese nutzt die gesamte digitale Software-Suite der HTI Gruppe, zu der POMA gehört: Das beginnt bei SKADII für die Überwachung und das Betriebsbuch und reicht bis zu POMA-exklusiven Lösungen, wie COPILOT, UPILOT und dem Instandhaltungssystem CALEM.

Technische Daten:

Angelo Seilbahn Ajaccio

Länge 3.012 m
Kapazität Anfangsausbau 1.000 P/h/d
Kapazität Endausbau 1.500 P/h/d
Höhenunterschied 54 m
Anzahl Kabinen Anfangsausbau 34
Anzahl Kabinen Endausbau 50
Anzahl Stationen 2+2
Fahrgeschwindigkeit 5,5 m/s
Fassungsraum Kabine 12 P

Fazit: Die Strategie wird praktisch fortgesetzt

Ob Planung, Bau oder Betrieb: das Beispiel der Angelo-Seilbahn zeigt, wie die nachhaltig-innovative Vision von POMA konsequent durch alle Lebenszyklen einer Seilbahn geführt wird.

„Die LIFE R’way-Strategie überträgt unsere unternehmerische Sozialverantwortung praktisch in Produkte, Dienstleistungen und Strategien. Indem wir den Betrieb und die Wartung nach unseren Standards führen, einen fairen Service bieten, lokales Personal schulen und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter schaffen, füllen wir LIFE R’way mit Leben“, schließt Fauche.