Kompass Schnee am TFA 2026

Klimawandel, kürzere Winter, steigende Investitionskosten und wachsender gesellschaftlicher Druck: Der alpine Tourismus steht vor grundlegenden Weichenstellungen. Schneesicherheit ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr – sondern eine strategische Frage. Genau hier setzt der «Kompass Schnee» an, der am 35. TFA TourismusForum Alpenregionen vom 13. bis 15. April 2026 in Lech Zürs am Arlberg einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet.

Ein Werkzeug statt ein Bauchgefühl

Mit dem Leitthema „Der Berg verhandelt nicht“ rückt das TFA 2026 bewusst die Realität in den Mittelpunkt. Permafrost taut, Wetterextreme nehmen zu, Planungszyklen werden komplexer. Investitionsentscheide im Wintertourismus müssen heute so getroffen werden, dass sie auch in 20 oder 30 Jahren Bestand haben.

Der „Kompass Schnee“, entwickelt von Seilbahnen Schweiz, versteht sich als interdisziplinäres, wissenschaftlich fundiertes Instrument, das genau hier Orientierung bietet.

Er analysiert die Schneesituation von Skigebieten systematisch – unter Einbezug der Entwicklung des Microklimas, Topografie, technischer Beschneiung und wirtschaftlichen Parametern – und schafft damit eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage für Strategie und Investitionen.

Vorgestellt wird das Instrument von Benedicta Aregger, Vize-Geschäftsführerin von Seilbahnen Schweiz. Sie zeigt auf, wie Schweizer Skigebiete den Winter neu denken – interdisziplinär, datenbasiert und mit Blick auf langfristige Tragfähigkeit.

Eingebettet in die große Debatte

Der Programmpunkt steht nicht isoliert. Zum Auftakt fragt Tourismusökonom Prof. Dr. Thomas Bieger nach der gesellschaftlichen Legitimation der Bergbahnen und nach der Zukunftsfähigkeit der bisherigen Tourismusmodelle.

Im Themenblock «Wenn die Natur entscheidet» wird deutlich, wie eng Infrastruktur, Sicherheit und Klimarealität zusammenhängen – etwa anhand der Erfahrungen aus dem Bergsturz bei Blatten im Lötschental oder innovativer technischer Lösungen im Umgang mit auftauendem Permafrost.

Weitere Impulse setzen Unternehmer wie Reto Gurtner (Weisse Arena Gruppe), der das Spannungsfeld zwischen lokaler Verankerung und globaler Konsolidierung aus strategischer Perspektive beleuchtet, sowie Vertreter der Lech Bergbahnen mit Einblicken in ihre Teilfusion und Zukunftsstrategie.

So entsteht ein Gesamtbild aus ökonomischer, technischer und unternehmerischer Sicht. Denn eines bleibt: Der Berg verhandelt nicht.