
Planen & Bauen, SI 2/2026
Salzmann: Über neue alte und neue neue Anlagen
Von den zahlreichen Seilbahnprojekten, die Salzmann Ingenieure verantworten, stechen aktuell fünf Projekte heraus – was sowohl ihre Bedeutung für die Branche als auch ihren Fortschritt im Planungs- und Genehmigungsprozess betrifft (Änderungen sind daher noch möglich). Ein Überblick.
Wiederaufstellung in Silvretta Montafon
In Silvretta Montafon wird die Doppelsesselbahn Freda für die Snowboard- und Ski-Cross-Weltmeisterschaft im nächsten Winter ersetzt. „Da diese Anlage hauptsächlich für Freerider und Funpark-Fahrer von Bedeutung ist, werden wir die gebrauchte Vierersesselbahn „Einzeiger“ – Baujahr 1999 – aus Sölden wiederaufstellen“, berichtet Seilbahnplaner Stephan Salzmann.
Die Anlage wird von Silvretta Montafon selbst in Stand gesetzt und mit einer ansprechenden Gestaltung (Vonier Architekten) wieder aufgebaut, da die alten Verkleidungen die Demontage nicht überleben werden.

Die Seilbahn wird mit neuer Elektrik, neuem Seil und neuen Klemmen auf einen modernen Stand gebracht, zudem werden zwei Stützen neu errichtet. „Da die Seilbahn sich nahe eines Natura-2000-Gebiets befindet, ist der Genehmigungsprozess langwierig und herausfordernd, umso mehr freut uns der sehr gute Zustand
der Anlage“, betont Salzmann.
„Bei Wiederaufstellungen sollte der Zeitpunkt passen, damit der Betreiber tatsächlich eine Konzession von 30 Jahren bis zur Generalrevision erhält“, mahnt der Seilbahnplaner.
Die Kosten für Demontage, Transport, Instandsetzung, Montage, Hochbau, Infrastruktur und Genehmigungsverfahren müssen berücksichtigt werden. Erfahrungsgemäß liegen die Gesamtkosten im Vergleich zu einem Neubau im Durchschnitt um ein Drittel niedriger.

Stephan Salzmann
Geschäftsführer Salzmann Ingenieure ZT GmbH
Retrofit einen Berg weiter
Die Strategie der Ressourcenschonung in Silvretta Montafon muss im Zusammenhang mit dem Retrofit der Doppelsesselbahn Gafrescha gesehen werden, die den Talboden mit dem gleichnamigen Ortsteil verbindet und hauptsächlich für den Gepäcktransport und Rodler genutzt wird.
„Die Generalrevision ist komplex und kostspielig, da die Anlage die Vorgaben der Sessellift-Richtlinie von vor 1993, wie die Notwendigkeit von Überkopfbügeln, nicht erfüllt“, schildert Salzmann. Dies erfordert neue Sessel und Stützen sowie die Sanierung der Stationen.
Die Generalrevision der Gafreschabahn muss bis 2027 abgeschlossen sein, weshalb die Einreichung dieses Jahr und der Umbau nächstes Jahr erfolgen werden. Die Gafreschabahn ist eines von fünf Generalrevisionsprojekten, die Salzmann Ingenieure für 2027 vorbereitet.
Renderings
der reinen Biker-Sesselbahn am Wurbauerkogel in Windischgarsten.


Reine Bike-Anlage am Wurbauerkogel
Mit der Übernahme des Bikebergs Wurbauerkogel in Windischgarsten investiert die Oberösterreichische Seilbahnholding in eine neue 4er-Sesselbahn.
Die Anlage wird abwechselnd mit einem Vierersessel mit Haube und einem Fahrradträger für drei Bikes ausgestattet und ist als Selbstbedienungsanlage konzipiert, bei der die Biker ihre Fahrräder selbst ein- und aushängen.
Die Seilbahn wird durch eine umfassende Infrastruktur im Tal ergänzt, darunter ein Shop, eine Werkstatt, ein Waschplatz und ein Kassenbüro.
„Bei diesem ersten reinen Bike-Projekt müssen auch wir neue Erfahrungen sammeln: So haben wir die Einstiegssituation bei uns in der Tiefgararge simuliert“, schmunzelt Salzmann.
Zudem planen die Ingenieure für die OÖ Seilbahnholding ein Technik-Zentrum für Pistengeräte und Schneeerzeuger, welches ebenfalls heuer errichtet wird.
Rendering
der ersten österreichischen ROPERA-Sesselbahn am Glungezer.

Erste ROPERA-Anlage in Österreich
Technisch ebenfalls interessant ist die 6er-Sesselbahn Schartenkogel im Skigebiet Glungezer. Sie wird Österreichs erste Anlage sein, die dem neuen ROPERA-Standard der HTI-Gruppe (Leitner, Bartholet, POMA) entspricht und Leitner als Referenzanlage in der Nähe des Standorts Telfs dienen wird.
„Die Seilbahn ersetzt eine ältere 4er-Sesselbahn von Wopfner im hinteren, hoch gelegenen und windigen Gebiet ‚Kalte Kuchl‘, bei der eine Generalrevision nicht wirtschaftlich gewesen wäre“, so Salzmann. An der Bergstation ist ein Restaurant mit 130 Sitzplätzen geplant.
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der neuen, leistungsstarken 8er-Sesselbahn „Rosenkranz“ am Kreischberg.

Leistungsstarke Anlage Kreischberg
Eine herausragende Seilbahn soll am Kreischberg entstehen: Die neue 8er-Sesselbahn Rosenkranz wird auf eine außergewöhnliche Förderleistung von 4.030 Personen pro Stunde ausgelegt sein, da sie am höchsten Punkt im Skigebiet liegen und acht Abfahrten bedienen wird.
Die Bahn soll die bestehende Doppelsesselbahn ersetzen, während der Schlepplift vorerst in Betrieb bleibt, um windige Verhältnisse abzudecken. „Die Bergstation wird geschlossen gebaut und mit zwei großen Toren ausgestattet, um maximalen Windschutz – und damit auch Anlagenverfügbarkeit – zu gewährleisten“, so Salzmann.
Für den Komfort der Gäste sorgen, neben der höheren und schnelleren Förderleistung, Wetterschutzhauben und eine automatische Schließbügel sowie Haubenverriegelung. Aktuell verzögern noch Kartierungen zum Artenschutz die Umsetzung.