Teufelberger-Redaelli: Seile KI-gestützt überwachen

Teufelberger-Redaelli begleitet Kunden über den Lebenszyklus des Seilbahnseils hinweg. Ein zentraler Baustein des Full-Service-Ansatzes ist dabei die KI-gestützte Seilprüfung.

Das Leben eines Seilbahnseils ist komplex, insbesondere wenn der Betreiber die Prozesse und Vergaben alleine managen muss. Eine Alternative mit Mehrwert ist der Full-Service-Ansatz von Teufelberger-Redaelli. Von der Beratung bei der Produktauswahl über die Seilproduktion bis zum Aftersales begleitet der Hersteller Kunden über den Lebenszyklus des Seils hinweg.

Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die innovative KIgestütze Seilprüfung, welcher der Expertenallianz AIM (Alliance for Intelligent Rope Monitoring) der Partner Raidyn und Teufelberger-Redaelli entspringt.

AIM – kurz erklärt

Das AIM-Tool vereint folgende Technologien: Magnetic Rope Testing (MRT), Geometric Led Detection (GLD) und Künstliche Intelligenz (KI). Das All-in-one-Gerät erkennt Anomalien des Seils, Defekte und Korrosion frühzeitig. Die Daten sind in Echtzeit und ortsunabhängig verfügbar.

Die Allianzpartner eröffnen mit dem AIM-Tool völlig neue Möglichkeiten der kamerabasierten, visuellen Zustandsüberwachung. Sie erhöhen damit die Anlagenverfügbarkeit für die Betreiber, reduzieren Stillstandszeiten und ermöglichen eine vorausschauende Wartung.

Grund genug, das System im Detail zu betrachten.

Seilzustandsanzeige in Echtzeit

AURA: Automatische Seilanalyse

AURA (Automatic Rope Analysis) ist die fortschrittliche Monitoring- und Inspektionslösung für Hochleistungsstahlseile. Sie wurde entwickelt, um kontinuierliche, datengestützte Zustandsbewertungen in die anspruchsvolle Umgebung von Seilbahnen zu bringen.

Das System vereint ein kompaktes Bildverarbeitungsmodul mit drei Kameras für eine 360°-Oberflächenabdeckung, eine Edge-GPU-Recheneinheit und eine browserbasierte Softwareplattform, die lokal vor Ort läuft, ohne dass eine Cloud-Verbindung erforderlich ist.

AURA nimmt kontinuierlich Hochgeschwindigkeitsbilder des Seils auf und rekonstruiert die Seiloberfläche, um geometrische Schlüsselparameter wie Durchmesser, Schlaglänge und Ovalität zu messen. Gleichzeitig identifizieren KIAlgorithmen Oberflächenschäden und Drahtbrüche.

Das Ergebnis ist ein praktisches Werkzeug für den Übergang von periodischen Prüfungen hin zur vorausschauenden Instandhaltung, mit sofortiger Sichtbarkeit der Zustandsentwicklung des Seils über die Zeit.

Detektion von Drahtbrüchen

Funktionsweise und Analyse

Die Funktionalität von AURA basiert sowohl auf dem Live-Monitoring als auch auf der Inspektionsanalyse:

  • Live-Modus: Das Bedienpersonal kann das Seil bei Betriebsgeschwindigkeit in Echtzeit betrachten – zusammen mit Messwerten, Trenddiagrammen und erkannten Beobachtungen. Dies ermöglicht eine schnelle Erkennung von anormalem Verhalten während des Betriebs.
  • Inspektionsmodus: Die Software analysiert einen vollständigen Seildurchlauf, rekonstruiert das Seil Schlaglänge für Schlaglänge und erzeugt eine komplette Übersicht mit Bildern, Statistiken, Lokalisierung von Anomalien und Konfidenzniveaus, um die Detektion von falschpositiven Ergebnissen zu minimieren und damit die Auswertezuverlässigkeit zu erhöhen. Benutzer können vom Gesamttrend des Seils bis hinunter zur einzelnen Schlaglänge zoomen, wo geometrische Werte und KI-erkannte Beobachtungen nebeneinander angezeigt werden.

Die Plattform umfasst zudem eine Vergleichsfunktion, mit der zwei Inspektionsläufe übereinandergelegt werden können. So lässt sich verfolgen, wie sich ein Seil über Wochen oder Monate verändert und ob neue Defekte auftreten oder sich bestehende verschlimmern.

Zusätzlich kann AURA automatisch kompakte PDF-Berichte erstellen, mit deren Hilfe Betreiber zielgerichtet die detektierten Anomalien am Seil aufspüren und überprüfen können.

Integration von Magnetinduktiver Seilprüfung (MRT)

Eine wesentliche Stärke von AURA ist die standardisierte Schnittstelle zur einfachen Integration von MRT-Daten von Drittanbietern, um die visuelle Inspektion durch Informationen über den inneren Zustand (z. B. magnetische Fehlersignale) zu ergänzen.

Dies schafft ein umfassenderes Bild des Seilzustands, indem externe Oberflächenbeobachtungen mit internen Bewertungen in einer Plattform kombiniert werden.

MRT-Daten werden zusammen mit visuellen und geometrischen Informationen angezeigt, was dabei hilft, magnetische Anzeigen mit sichtbaren Anomalien und geometrischen Abweichungen zu korrelieren.

Teufelberger-Redaelli

begleitet seine Kunden vollumfänglich entlang des gesamten Seillebens.

Entwicklung und Validierung

Aktuelle Entwicklungs- und Validierungsaktivitäten zeigen bereits große Fortschritte und Ergebnisse aus Feldtests:

  • Labortests an kleinen Seilen (Ø 8–10 mm) mit künstlich herbeigeführten Drahtbruchschäden.
  • Prüfstandvalidierungen bei 2,5 m/s an Seilen von 38–40 mm Durchmesser.
  • Robustheitsprüfungen hinsichtlich Beleuchtung, Vibration und Kontamination (wie z.B: Fettgehalttoleranz).
  • Integrierte Feldvalidierung mit Spleißerfassung und synchronisierten KI/MRT-Beobachtungen.

Zu den Erstinstallationen gehören der Betrieb in einer OEM-Testanlage bei bis zu 10 Metern pro Sekunde sowie Feldinstallationen in der Schweiz, Italien und Österreich mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde.

Mountain Planet als Startschuss

Die bevorstehende Markteinführung des AIM-Tools im Zuge der Branchenmesse Mountain Planet Mitte April stellt einen weiteren Baustein im Serviceportfolio von Teufelberger-Redaelli dar.

Somit begleitet das Unternehmen seine Kunden vollumfänglich entlang des gesamten Seillebens – ganz nach dem Motto: One Partner. Full Service!

Vorträge und Messestand auf der Mountain Planet

Teufelberger-Redaelli ist auf der Messe Mountain Planet vertreten – am Stand Nr 1540 und mit zwei Vorträgen:

  • When ropes tell their story: AI for Rope Lifetime Prediction
  • ONE STEP AHEAD: AI-powered monitoring and visual defect detection