Doppelmayr: Bike Cab als strategische Entscheidung

Die eleganteste Art, Fahrräder mit einer Kabinenbahn zu transportieren, ist sicherlich das Bike Cab von Doppelmayr. Die Biker hängen ihre Fahrräder selbstständig in der Talstation, in die sich drehenden Halterungen, in der Mitte des Bike Cabs ein und steigen in die nachfolgende Kabine.

In der Bergstation bleibt für die Gäste genügend Zeit, um die Bikes einfach wieder zu entnehmen. Die Betreiber wiederum profitieren davon, dass die Personenkabinen vor Verschmutzung und Beschädigung verschont bleiben und so eine längere Lebensdauer haben.

Zudem bieten die Bike Cabs mit bis zu acht Fahrrädern pro Fahrzeug eine hohe Förderleistung – kombiniert mit der hohen Fahrgeschwindigkeit moderner Doppelmayr-Seilbahnen von bis zu sieben Meter pro Sekunde.

Bike Cab dreht sich in den Stationen

Durch die automatische Drehung der Halterung können acht Bikes nacheinander eingehängt werden. Markierungen am Stationsboden zeigen an, wo der Gast stehen muss, um sein Fahrrad schnellstmöglich verstauen zu können.

Beim Verlassen der Talstation wird die Bikehalterung so weit gedreht, dass das Fahrrad, welches zuerst eingeladen wurde, oben auch wieder als erstes ausgeladen werden kann.

Jeder Biker weiß also bereits beim Einsteigen, an welcher Position er sein Sportgerät entladen kann. In der Bergstation haben die Gäste dadurch – und weil das Bike Cab mehrere Sekunden stehen bleibt – mehr als genügend Zeit, um ihre Bikes wieder zu entnehmen.

Die 10 EUB Loischkopfbahn

mit zwei Sektionen ist 1.829 Meter lang, überwindet in 7,9 Minuten 617 Höhenmeter und transportiert mit 60 Kabinen bis zu 2.500 Personen pro Stunde.

Loischkopfbahn als Bike Cab-Bahn

Aufgrund all dieser Vorteile haben sich aktuell auch die Bergbahnen Brandnertal (Vorarlberg) dazu entschieden, 20 Bike Cabs in ihre neue 10er-Kabinenbahn Loischkopf zu integrieren. Denn der Bikepark Brandnertal – eine Erfolgsgeschichte seit August 2014 – hat sich im vergangenen Jahrzehnt zu einer festen Größe in der Downhillbike-Szene etabliert.

Die umgerüsteten Sessellifte Einhornbahn II und Loischkopfbahn (alt) hatten bisher zwar die Gäste im Sommer samt deren Bikes zu deren gewünschten Ausgangsorten befördert, allerdings langsam. Die Wartezeiten aufgrund der geringen Förderleistung waren ein Grund zum Handeln.

Bike Cab das ganze Jahr?

Die neue 10er-Kabinenbahn Loischkopf ersetzt daher seit vergangenem Winter die beiden fixgeklemmten Sessellifte sowie den T-Bügel Schlepplift Tschengla – und antwortet damit zeitgemäß auf den Bedarf an komfortablen und sicheren Transport von Fahrrädern mit Kabinenbahnen.

„Wir haben bei der Planung großen Wert darauf gelegt, dass die Anlage für Biker gut funktioniert und wir so einen möglichst gleichmäßigen Ganzjahrestourismus herbringen“, sagt Michael Marte, Geschäftsführer des Bikeparks Brandnertal in einer Videoreportage.

Und Bergbahnchef Michael Domig ergänzt: „Wir haben uns intensiv damit befasst, in welche Richtung sich der Tourismus entwickelt. Wir denken, dass es durchaus möglich ist, im oberen Bereich der Destination Ski zu fahren und im unteren Bereich mit den Bikes.“

Bike Cab ein Baustein von vielen

Neben den Bike Cabs installierten die Betreiber klassische Fahrrad-Infrastruktur in der Talstation. Parallel entwickeln die Verantwortlichen den Bikepark weiter, optimieren Streckenführungen und schaffen mit einem neuen Kinderbikepark an der Talstation ein zusätzliches Angebot.

Die 10 EUB Mighty Argo Cable Car

ist 1.681 Meter lang, überwindet in zehn Minuten 396 Höhenmeter und transportiert mit 22 Kabinen bis zu 1.300 Personen pro Stunde.

Prestigeprojekt in Colorado

D-Line, Direct Drive und Bike Cab – in Idaho Springs, Colorado (USA) geht ein Leuchtturmprojekt für Doppelmayr in Betrieb. Die 10er-Gondelbahn Mighty Argo Cable Car macht ab sofort die alte Goldminenstadt zur Touristenattraktion, so Gründerin Mary Jane Loevlie.

Von der „Argo Station“ – dem Minenmuseum – geht es in zehn Minuten mit der Seilbahn über rund 1,4 Kilometer und 400 Höhenmeter auf den „Miners Point“. Dort erwarten die Besucher Ausblicke auf historische Bergwerksanlagen, das Clear-Creek-Tal und die umliegenden Berge einschließlich des Mount Blue Sky und weiteren 4.000ern.

Ein Panoramarestaurant, ein Spielplatz und ein Amphitheater bieten Platz für Events, Spaß, Kunst und Kulinarik. Zudem ist der „Miners Point“ Ausgangspunkt für Lehrpfade zu Natur und Geschichte sowie zu über 45 Kilometer Wander- und Biketrails.

Die fünf Bike Cabs

in Colorado sind als „Gold Nuggets“ inszeniert.

Erstmals Bike Cabs in den USA

Das ist auch das Stichwort für die ersten Bike Cabs in den USA. Fünf der 22 goldenen Kabinen sind als Bike Cabs konzipiert. „Bereits jetzt verzeichnet Idaho Springs teilweise 1.000 Radfahrer pro Tag, mit der Seilbahn werden die Zahlen drastisch steigen – und das ganzjährig, da bei uns der Schnee nicht liegen bleibt“, so Mary Jane Loevlie.

Instagram-Videos vom Softstart am 24. April belegen, dass die Transportkabinen bei den Bikern sehr gut ankommen. Dasselbe Bild zeigte sich bei der großen Eröffnung am 09. Mai.

Die Strategie mit den Bike Cabs geht also auch in den USA voll auf. Am 16. Juni nimmt zudem eine weitere Anlage in den USA den Betrieb mit 19 Bike Cabs auf: Die Explorer Gondola in Big Sky.