Was ist die Trommelregel?

In unserer beliebten Kolumne erkundigt sich SI Chefredakteur Thomas Surrer dieses Mal nach dem Begriff "Trommelregel". SI Experte Konstantin Kühner gibt ihm eine technisch-launige Antwort.

Was ist die Trommelregel?

Viele Seilkonstruktionen der Bergbahnen wollen sich aufdrehen, wenn sie unter Zugkraft stehen. Es gibt aber auch Produkte für Krane, die ihr Drehmoment unter Last ausgleichen können. Diese mögen es aber gar nicht, durch äußere Einflüsse verdreht zu werden.

Die Trommelregel aus der Krannorm ISO 4308-1 nimmt vor allem auf die äußere Verdrehung Rücksicht. Sie besagt, wann die Schnittrichtung der Trommel mit der Schlagrichtung des Seils am besten zusammenpasst.

Dazu stellt man sich vor die Seiltrommel und zeigt an beiden Händen mit Daumen und Zeigefinger eine zwei. Der Daumen wird auf die Seilklemme der Trommel gerichtet.

Nun muss der Zeigefinger in Ablaufrichtung des Seils weisen und die restlichen Finger der Faust sollten entlang der Windungen auf der Trommel zeigen können. Passt die rechte Hand dazu, ist ein rechtsgeschlagenes Seil einzusetzen. Passt die linke Hand – ein linkes.

Warum ist das so?

Beim Aufwickeln auf die Trommel wird das Seil durch die Windung der Rille kontinuierlich zur Seite geschoben. Es trifft beim Auflaufen zuerst auf die Flanke der Rille und rollt dann in den Rillengrund hinein.

Folgt man der Trommelregel, wird das Seil zum stabileren Zustand hin in schließende Richtung zugedreht. Wird die Regel missachtet, wird das Seil aufgedreht, was den Seilverbund schwächen und schneller zu Schäden führen kann. Das muss nicht zwangsläufig so sein, aber es hat sich bewährt, darauf zu achten.

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