Digitale Schulungen am Pilatus: Wissen jederzeit verfügbar

Die Pilatus-Bahnen AG setzt mit der Kombination aus Beekeeper und integriertem E-Learning neue Standards in der dezentralen Mitarbeiter-Schulung. Direktionsassistentin Pia Zemp betont im SI Interview, wie dies den täglichen Betrieb entlastet und sogar das Gästeerlebnis verbessert.

SI: Frau Zemp, wie haben Sie Ihre 270 Mitarbeitenden vor der Einführung der App Beekeeper durch TMC Enluf geschult?

Pia Zemp: Früher führten wir zum Saisonstart an drei Tagen physische Schulungen durch. Die Koordination aller Teilnehmenden stellte eine organisatorische Herausforderung dar, da die Inhalte mehrfach vermittelt werden mussten und dennoch nicht alle Mitarbeitenden erreicht werden konnten.

Dazu muss man wissen: Unsere Teams arbeiten verteilt auf verschiedenen Standorten am Berg Pilatus. Allein die Kommunikation – etwa bei Betriebsstörungen – verlief sehr schwierig, umso mehr die Weiterbildung der Mitarbeitenden.

In der Corona-Pandemie implementierten wir daher mithilfe von August Schärli von TMC Enluf die App Beekeeper – und nutzen sie seit 2025 auch für die Schulungen.

Pia Zemp

Direktionsassistentin Pilatus-Bahnen AG

Welche Bildungsinhalte werden über Beekeeper vermittelt?

Intern nennen wir die App „Draconis“: Wir schulen damit einerseits verpflichtende Inhalte zu Datenschutz und Compliance. Diese werden mit Reminder an die Mitarbeitenden versendet und deren positiver Abschluss dokumentiert. Das ist unter anderem wichtig für unsere ISOZertifizierungen.

Andererseits bieten wir auch freiwillige, aber empfohlene Kurse an. Dazu gehören beispielsweise Inhalte zur Organisation, zu den Werten und zum Leitbild sowie zu den Angeboten am Pilatus mit den Hotels, der Gastronomie und den Freizeitanlagen oder zum Thema Nachhaltigkeit.

Wie bewerten Sie die Effizienz der digitalen Schulungen mittels Beekeeper?

Der Initialaufwand für die Erstellung der Schulungsinhalte, etwa von Videos und Grafiken, ist nicht zu unterschätzen.

Dennoch vereinfacht das Tool das Onboarding, da neue Mitarbeitende bereits vor oder direkt am ersten Arbeitstag über Draconis automatisch Zugang zu Informationen erhalten, anstatt auf eine Präsenzschulung warten zu müssen.

So haben wir eine Nutzerquote der App von nahezu 100 Prozent. Das entlastet auch die Vorgesetzten enorm. Zudem können neue Mitarbeitende jederzeit geschult werden – auch wenn sie den Saisonstart verpasst haben. Ist die Schulung einmal erstellt, kann sie immer wieder genutzt und bei Bedarf geändert werden.

Wie werden die digitalen Schulungen von der Belegschaft angenommen?

Sehr positiv und gut: Vor allem die zeitliche Flexibilität und Standortunabhängigkeit wird sehr geschätzt. Die große Mehrheit nutzt die App ganz selbstverständlich auf ihrem privaten Smartphone. Lediglich der persönliche Austausch fehlt den Mitarbeitenden durch den Wegfall der Präsenzschulung. Dies gleichen wir mit einem Saisonstart-Apéro aus, dies ist sowieso angenehmer als ein DSGVOKurs (lacht).

Welche Schulungen sind noch denkbar?

Aktuell arbeiten wir an firmeninternen Vorlagen für Microsoft Office und auch Bereichsleiter kommen vermehrt mit Wünschen auf mich zu. So möchte etwa der Technische Leiter Seilbahnschulungen über die App anbieten.

Zudem wollen wir künftig Schulungsinhalte über die Flora und Fauna des Berges sowie Sagen und Mythen – wie die Drachengeschichten des Pilatus – ergänzen, um die Kompetenz der Mitarbeitenden bei Gästeanfragen zu stärken. Das stärkt das Kundenerlebnis qualitativ enorm.

Was empfehlen Sie anderen Bergbahnen, die kaum Zeit für den Aufbau eines digitalen E-Learnings haben?

Starten Sie klein und bauen Sie das Angebot kontinuierlich aus. So halten Sie den Initialaufwand überschaubar. Ja, Erklärvideos sind aufwendiger als reine Textinhalte, und ja, Inhalte müssen upgedatet werden. Aber es lohnt sich: Für das Unternehmen, für den Mitarbeitenden – und in weiterer Folge für den Gast.

Interview: Thomas Surrer