Luzern: Stadt lehnt die Seilbahn „CityLink“ ab

Die Seilbahn-Initiative ist im Luzerner Stadtrat (Schweiz) gescheitert. Nach Ansicht des Parlaments ist das Projekt mit hohen finanziellen Risiken verbunden und bietet keine nachhaltige Lösung für den städtischen Verkehr. Die Argumente im Überblick.

„Nach eingehender Prüfung kommt der Stadtrat zum Schluss, dass der CityLink nicht den Nutzen bringt, den er verspricht. Darum lassen sich aus seiner Sicht auch nicht die damit verbundenen Risiken rechtfertigen“, teilt die Stadt Luzern auf ihrer Website mit.

Um die Lebensqualität und Attraktivität der Stadt Luzern gezielt weiterzuentwickeln, erachtet der Stadtrat die Weiterführung seiner bestehenden strategischen Stoßrichtungen aus der Tourismus- und Mobilitätsstrategie als den richtigen Weg. Der Stadtrat empfiehlt daher die Initiative zur Ablehnung.

Projekt „CityLink“

Die private Interessengemeinschaft CityLink Luzern hat im Juni 2025 die Volksinitiative „CityLink Luzern – für eine Stadt der kurzen Wege und die Lösung der Reisebusparkierung“ eingereicht. Mit dem „CityLink“ Luzern soll gemäß der IG die Luzerner Innenstadt von Reisebussen befreit werden.

Laut Konzept soll die Seilbahn die Luzerner Innenstadt mit dem Kantonsspital und dem Arbeitsgebiet Ibach im Norden der Stadt verbinden. Der CityLink besteht aus zwei rund einen Kilometer langen Teilstrecken.

Die Trasse zum Spital verläuft unterirdisch, danach oberirdisch bis Ibach. Im Tunnel fahren die Kabinen auf einer Deckenschiene und wechseln nahtlos auf eine Seilführung.

Eine Mittelstation unter dem Spital ermöglicht den direkten Zugang zum neuen Spitalplatz. Die Endstationen befinden sich in Ibach und in der Altstadt, mit einer Mittelstation unter dem Kantonsspital, die direkten Zugang zum Spitalplatz bietet.

Geplant wären die Kabinen für acht oder zehn Personen sowie eine maximale Kapazität von rund 2.200 Personen pro Stunde und Richtung.

Wer steht hinter dem Projekt?

Laut Angaben auf der Projektwebsite besteht die Interessengemeinschaft CityLink Luzern aus rund 20 engagierten Privatunternehmen und Organisationen aus Stadt und Region.

„Wenig Nutzen, mehr Verkehr, keine Lösung“

„Seilbahnen sind grundsätzlich ein attraktives Verkehrsmittel für Gross und Klein. Doch so verlockend und originell der Bau einer Seilbahn vom Ibach in die Altstadt tönt, beim genaueren Hinschauen erweist sich die Projektidee für den Stadtrat als wenig sinnvoll und nicht zweckmäßig für die nachhaltige Weiterentwicklung der Tourismusdestination Luzern“, begründet die Stadt ihre Position auf der Website.

Bezüglich der Reisebusse heißt es weiter: Mit der Einführung des neuen Reisebusregimes im Frühling 2025 – inklusive 100 Franken Haltegebühr und neuen Regeln zum Ein- und Ausstieg – habe sich die Zahl der Reisebusse in der Luzerner Innenstadt spürbar verringert.

Zudem setze das Projekt CityLink laut dem Stadtrat auf eine Tourismus-Nachfrage, wie sie Luzern noch vor der Coronakrise verzeichnet hatte. Damals kamen die Halte- und Parkplätze für Reisebusse an ihre Kapazitätsgrenzen.

„Seither hat sich die Nachfrage nachhaltig reduziert. Die bestehenden 55 Reisebusparkplätze und die 20 Halteplätze wurden in den letzten Jahren nie voll ausgenutzt.“

Vorgeschlagene Seilbahnstrecke

Hohes finanzielles Risiko für die Stadt

Darüber hinaus sieht der Stadtrat große finanzielle Risiken beim Bau der Seilbahn CityLink.

„Bisher haben die Initianten keinen Businessplan veröffentlicht, der die Wirtschaftlichkeit des Betriebs aufzeigen würde. […] Falliert das Projekt in der Betriebsphase, muss die Stadt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Infrastruktur und den Betrieb übernehmen oder den Rückbau finanzieren. Der Stadtrat schätzt deshalb das finanzielle Risiko für die Stadt Luzern als hoch ein.“

Nach Angaben des Luzerner Stadtrats müsste die Stadt Luzern mit dem CityLink zudem auf die heutigen Halte- und Parkierungsgebühren in Höhe von rund 1,8 Millionen Franken pro Jahr verzichten.

Hinzu kommt der Verzicht auf die geplanten Einnahmen aus dem Baurechtszins für die Grundstücke im Ibach von geschätzten 360.000 Franken pro Jahr.