
Management & Tourismus
Schweizer Skigebiete ziehen Bilanz
„Der Winter 2025/26 konnte bei den Gästezahlen fast an den Spitzenwinter 2024/25 anknüpfen“ – so das Fazit des SBS-Monitorings: Nach einem verhaltenen Start war diese Entwicklung vorerst nicht absehbar. Im Verlauf der Saison zog es jedoch zunehmend mehr Gäste mit den Seilbahnen in die Schweizer Berge.
Insgesamt resultierte ein leichter Rückgang der Gästezahlen um zwei Prozent gegenüber dem Vorwinter. Die Branche blickt sehr zufrieden auf den vergangenen Winter zurück. Im Vergleich mit dem Fünfjahresdurchschnitt resultiert sogar ein Plus von 13 %.
Für das Saison-Monitoring wertet der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) die Gästeanzahl (Ersteintritte) von über 140 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz aus. Die nun vorliegenden Zahlen erlauben eine abschließende Analyse über die gesamte Wintersaison 2025/26.
Blick nach Graubünden
Der Winter 2025/26 war für die Bündner Bergbahnbetriebe zugleich erfolgreich und herausfordernd. Letzteres aufgrund des anfänglich geringen Niederschlags. Im Vergleich zum Vorjahr – einem Rekordjahr – lag die Anzahl Ersteintritte über den gesamten Saisonverlauf nur 1 Prozent tiefer. Im langjährigen Durchschnitt (5 und 10 Jahre) durften die Bündner Bergbahnbetriebe gar ein Plus von 7,3 Prozent bzw. 11,8 Prozent verbuchen. Der Transportumsatz stieg gar um 0,4 Prozent. . Im mehrjährigen Vergleich wuchs der Transportumsatz um 14,2 Prozent bzw. 24,7 Prozent (ohne Abzug der Teuerung).

April gleicht fast den wechselhaften März aus
Nach großen Schneefällen Ende März war der April sehr trocken, mild und von Hochdruckwetter bestimmt: Dies führte zu perfekten Pistenbedingungen mit viel Sonnenschein und schon fast frühsommerlichen Tagen. Viele Bergbahnen veranstalteten bis zum Saisonende bzw. -übergang hin sehr beliebte Events am Berg.
Zu den Schneesportler:innen in höher gelegenen Gebieten gesellten sich bereits erste Wandernde in niedrigen und mittleren Höhen. Frequenzmässig entwickelte sich der April sehr erfreulich, trotz früher Ostern und dem damit verbundenen frühen Saisonende.
Im Vergleich zum Vorjahr waren im April 23 % mehr Gäste mit den Bergbahnen unterwegs, und sogar 37 % mehr Gäste als im 5-Jahressschnitt, der jedoch einen Coronawinter enthält.
Hoher Kasten mit Rekordjahr und Weichenstellung für die Zukunft
Die Hoher Kasten Drehrestaurant und Seilbahn AG blickt auf ein außerordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Mit insgesamt 216’374 Personenfahrten wurde der viertbeste Frequenzwert der Unternehmensgeschichte erreicht. Besonders erfreulich entwickelte sich das finanzielle Ergebnis. Der Bahnumsatz stieg auf CHF 3.16 Mio. und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von rund 20 %. Auch der Ertrag pro Frequenz erhöhte sich deutlich auf CHF 14.61. Trotz Abschreibungen von insgesamt CHF 1.62 Mio. – davon rund CHF 948’000 betriebsnotwendig und CHF 672’000 außerordentlich – resultierte ein Jahresgewinn von CHF 137’527. Zugleich konnte die Hypothekarschuld um weitere CHF 1.2 Mio. reduziert werden. Auch das zweiten Jahr nach dem Ausstieg aus der Alliance Swiss Pass bestärkt das letztjährige Fazit, dass der Ausstieg keine oder nur bescheidene Auswirkungen auf die Frequenzen hat. Die vereinfachte Tarifstruktur und der höhere Ertrag pro Gast tragen wesentlich zur positiven Gesamtentwicklung bei.

Sehr gutes Saisonende
Die tagesgenaue Erhebung der Gästezahlen erlaubt es dem Verband, Saisonabschnitte zu definieren. Dadurch ist die Vergleichbarkeit der Saisonperioden gegeben.
Die Saison (1. Nov bis 15. Dezember) startete im Vergleich zum Vorjahr wegen der wenigen Schneefälle äußerst schlecht, und auch das Weihnachtsgeschäft konnte nicht an den Vorwinter anknüpfen, die Sportferienzeit hingegen schloss bereits fast auf Vorjahresniveau ab.
Das Saisonende, d.h. die Zeit ab dem 16. März, resultierte mit einem Plus von 28 % (vgl. Abb. 1) und konnte den schwachen Saisonstart praktisch kompensieren.
Abbildung 1:
Abbildung 1: Ersteintritte nach Saisonabschnitten – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 30. April 2026. Nur Schnittstellendaten.

Hoch gelegene Skigebiete stabil
Die Auswertung der Gästezahlen nach Höhenlage für die vergangene Saison bestätigt die erwartete Entwicklung: Destinationen oberhalb von 2’000 m ü. M. bewegten sich auf Vorjahresniveau.
Skigebiete in mittleren Höhenlagen zwischen 1’500 und 2’000 m ü. M. mussten einen Rückgang von 3 % registrieren, während Gebiete unter 1’500 m ü. M. mit einem Rückgang von 6 % in diesem Winter mit großen Herausforderungen besonders in der ersten Saisonhälfte zu kämpfen hatten.
Die Schneesicherheit mit der technischen Beschneiung bildet hier den wesentlichen Faktor (vgl. Abb. 2).
Abbildung 2:
Ersteintritte nach Höhenlage der Anlagen – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 30. April 2026.

Schlechtwetter und fehlende Tagesgäste als wichtige Treiber
Die phasenweise schlechten Wetterverhältnisse an den Wochenenden – besonders im März – wirkten sich in diesem Winter besonders stark auf Skigebiete mit hohem Tagesgästeanteil in der Nähe großer Agglomerationen aus. Eine Analyse der Gästestruktur in den verschiedenen Gebieten zeigt, dass Destinationen mit überwiegend Residenzgästen oder einem ausgeglichenen Gästemix das Vorjahresniveau halten konnten (+1 %).
Gebiete mit vorwiegend Tagesgästen verzeichneten hingegen einen leichten Rückgang von 3 %. Im April konnten beide Destinationstypen gleichermassen vom guten Wetter profitieren.
Diese Entwicklungen zeigen sich auch in den regionalen Unterschieden. Regionen mit höher gelegenen Skigebieten zeigen eine erfreuliche Entwicklung, während tiefer gelegene Regionen Rückgänge verzeichnen, und Regionen mit einem hohen Anteil an Residenzgästen entwickelten sich besser.
So schließen das Wallis, die Waadtländer und Freiburger Alpen sowie das Tessin die Saison mit einem leichten Plus gegenüber dem Vorwinter 2024/25 ab. Die übrigen Regionen melden dagegen Verluste im einstelligen Prozentbereich (vgl. Abb. 3).
Abbildung 3:
Ersteintritte – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 30. April 2026. Keine Zahlen für den Arc Jurassien.

Erfreuliche langfristige Entwicklung
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich in vielen Regionen zwar ein unterdurchschnittliches Bild, in der Fünfjahresbetrachtung relativiert sich diese Entwicklung jedoch. Gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt, der auch einen Coronawinter umfasst, fällt die Saison insgesamt positiv aus:
Die Ersteintritte lagen 13 % über diesem Durchschnitt. Regional zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede. Während die Ostschweiz ein Plus von 3 % verzeichnete, erreichte das Wachstum im Tessin 22 % (vgl. Abb. 4).
Abbildung 4:
Ersteintritte – Veränderungen zum 5-Jahresschnitt, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 30. April 2026.

Fazit
Der vergangene Winter zeigt, dass der Wintersport äußerst beliebt ist. Trotz schwierigem Saisonstart und auch phasenweise wenig günstiger meteorlogischer Bedingungen entwickelte sich die Gästezahl erfreulich.
Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: kleinere Skigebiete konnten nicht an den Spitzenwinter 2024/25 anschliessen. Gerade in solchen Wintern ist es entscheidend, dass der Winterbetrieb dank technischer Beschneiung frühzeitig vorbereitet werden kann. Der später gefallene Naturschnee weckte bei vielen Gästen zusätzlich die Lust auf sportliche und genussvolle Aktivitäten am Berg.

Berno Stoffel
Direktor von Seilbahnen Schweiz
«Die Branche blickt insgesamt sehr zufrieden auf die Wintersaison zurück. Viele Bergbahnen denken heute längst über den klassischen Winter- und Sommerbetrieb hinaus und entwickeln sich zu Vierjahreszeitenbetreiben. Der starke April hat gezeigt: Das Produkt «Winter» bleibt bis in den Frühling hinein attraktiv, wenn die Verhältnisse stimmen. Bergbahnen und Destinationen bieten hervorragende Angebote und Veranstaltungen bis zum letzten Schnee. Die Lust auf den Berg ist ungebrochen, und dies stimmt uns zuversichtlich, auch für den Frühsommer und die Sommersaison.»