Speicherteiche: Herzen der Beschneiung

Speicherteiche sichern die Schneesicherheit und damit das Wintergeschäft: Klenkhart & Partner beherrschen dieses Metier. Das beweisen einmal mehr die aktuellen Projekte.

Über 400 Beschneiungsanlagen und 150 Speicherteiche mit Größen von 10.000 bis 400.000 Kubikmetern haben Klenhart & Partner bereits im Detail geplant und in der Umsetzung begleitet. Stellvertretend für die vielen Projekte sind folgende aktuellen Vorhaben zu nennen.

St. Moritz: Mit der Kraft der Natur

Mit der „Vision 2025“ ging St. Moritz 2017 einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Es wurde ein Naturspeichersee mit einem Fassungsvolumen von 300.000 m³ errichtet.

Dadurch muss kein Wasser mehr aus dem Tal hinauf gepumpt werden. Das komplette Schneiwasser wird in der Schneeschmelze wieder gefasst und gespeichert. Auf eine Pumpstation konnte verzichtet werden, es wurde lediglich eine Verteilerstation mit einer Kühlturmanlage errichtet.

Gerlos: Alt und neu zusammen

In Gerlos wurde der bestehende Speicherteich Ebenfeld I saniert. Dabei erfolgte der Austausch der Teichabdichtung einschließlich der Bekiesung und die Errichtung neuer Teichleitungen.

Gleichzeitig wurde angrenzend der Teich Ebenfeld II mit einem Volumen von 105.000 m³ errichtet. Beide Speicherteiche sind hydraulisch angebunden an eine neue gemeinsame zweigeschoßige Pumpstation mit Kühltürmen und Steuerzentrale. Hinzu kommen mehrere Kilometer neue Schneileitungen.

Filzmoos: Neu- und Rückbau

Der neue 125.000 m³ große Speicherteich Roßbrand ersetzt den alten 5.000 m³ fassenden Teich in Filzmoos.

Mit der zugehörigen Hauptpumpstation (Durchsatz ca. 400 l/s) und einer Füllpumpstation an einem nahegelegenen Quellbehälter (Leistung regelbar bis zu 45 l/s) sorgt der neue Teich für die zentrale Wasserversorgung im Skigebiet. Ebenso werden die Leitungen sukzessive erweitert und die kleinen bestehenden Teiche naturnah rückgebaut.

Bergeralm: Highlight Kollektorgang

Das Skigebiet Bergeralm/Steinach in Tirol ertüchtigt seine Beschneiungsanlage. Das Zwei-Jahres-Projekt umfasst die Errichtung eines 100.000 m³ großen Speicherteiches. Die Bergbahnen haben bereits 2025 mit umfangreichen Erdarbeiten für den Speicherteich und die Pistenbaumaßnahmen in Eigenregie begonnen.

Eine Besonderheit ist der Kollektortunnel zwischen dem Entnahmebauwerk und dem Schieberbauwerk. Das überschüssige Aushub-Material wird für die umfangreichen Pistenbaumaßnahmen rund um das Baufeld verwendet. Nach Skisaison-Ende folgt der zweite Teil der Arbeiten, die 2026 fertig gestellt werden.

Stanz: Löschwasser & Bewässerung

Stanz bei Landeck besitzt mit seiner Berieselungsanlage zur Bewässerung von landwirtschaftlich genutzten Flächen ein immaterielles Kulturerbe. Trotzdem braucht es auch eine zusätzliche Beregnungsanlage.

Um für Extremsituationen gerüstet zu sein, hat sich die Wassergenossenschaft Neuer Bach dazu entschlossen, einen Bewässerungs- und Löschwasserteich zu errichten.

Dieser wurde 2025 als Pufferspeicher errichtet, mit welchem die Beregnungsspitzen abgedeckt werden können. Zusätzlich wurde damit ein Löschwasservorrat auf dem Niveau der Siedlungsbereiche oberhalb des Inntals nahe den Waldbeständen geschaffen.

Mitterdorf: An allen Schrauben gedreht

Auch im Bayerischen Wald wurde kräftig investiert. Im Gebiet Mitterfirmiansreut/ Philippsreut wurde der bestehende Speicherteich von 26.500 m³ auf 38.000 m³ vergrößert. Zusammen mit den zusätzlichen Schneileitungen und Schnee-Erzeugern wird die Schneesicherheit wesentlich erhöht.

Durch eine zusätzliche Trafostation verbessert sich die Energiebereitstellung – allein die Pumpleistung erfuhr eine Erhöhung um 30 Prozent. Unterstützt wurde dies auch durch den Bau einer Kühlturmanlage.

Obergurgl: Getrennte Leitungsnetze

Die Liftgesellschaft Obergurgl errichtet derzeit den Speicherteich Hohe Mut Mitte mit einem Volumen von ca. 74.000 m³ sowie beigeschlossener Pumpstation und Teichzentrale. Zudem wird ein Lawinenschutzdamm und zwei Sprengmasten errichtet.

Weiters ist geplant, das Feldleitungsnetz zu verbessern, eine Schieberkammer zu bauen und ein getrenntes Füll- und Nachspeisenetz zu schaffen, das den neuen Speicher mit den Bestandsspeichern verbindet.