Camping: Boom in Österreich und Großprojekt in Südtirol

Reisen mit Wohnmobil liegen weiterhin im Trend. Auch Skigebiete und Seilbahnbetreiber reagieren darauf: Die Kronplatz Holding AG in Südtirol plant heuer einen neuen Campingplatz mit 250 Stellplätzen. Ein Blick auf das Projekt und die aktuelle Entwicklung beim Camping.

Noch nie gab es so viele Campinggäste in Österreich wie im vergangenen Jahr. 2025 verzeichnete die Campingbranche mit 8,8 Millionen Übernachtungen (+ 3,46 Prozent) einen neuen Höchststand und damit das fünfte Rekordjahr in Folge. Das hat eine Auswertung des Reise- und Buchungsportals camping.info auf Basis der aktuellen Zahlen von Statistik Austria ermittelt.

Kärnten an der Spitze

Das beliebteste Camping-Bundesland ist Kärnten mit 2.577.185 Nächtigungen, gefolgt von Tirol mit 2.522.095.

In sieben Bundesländern gab es Zuwächse bei den Camping-Übernachtungen. Die stärksten Zuwächse gab es in Wien mit einem Plus von 31,83 Prozent. Auch im Burgenland (+ 11,99 Prozent) und Tirol (+ 4,32 Prozent) wurden 2025 deutlich mehr Camping-Übernachtungen als im Vorjahr verzeichnet.

Rückgänge gab es nur in der Steiermark, in Oberösterreich und in Niederösterreich.

Campingübernachtungen 2025 und Veränderungen zum Vorjahr:

  • Österreich: 8.798.295 Nächtigungen (+ 3,46 %)
  • Kärnten: 2.577.185 (+ 1,80 %)
  • Tirol: 2.522.095 (+ 4,32 %)
  • Salzburg: 998.884 (+ 5,77 %)
  • Steiermark: 756.680 (- 0,37 %)
  • Burgenland: 561.498 (+ 11,99 %)
  • Oberösterreich: 505.868 (- 1,22 %)
  • Vorarlberg: 450.624 (+ 4,33 %)
  • Niederösterreich: 299.772 (- 3,32 %)
  • Wien: 125.689 (+ 31,83 %)

Wintercamping im Trend

Ein feuchter März verschob 2025 den Saisonstart, doch der sonnige April sorgte für einen erfolgreichen Auftakt mit über 357.000 Übernachtungen – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Im Laufe des Sommers lässt sich ein Trend zu Urlaubszeiten außerhalb der Hauptferienzeiten beobachten. Im Juni wurde mit über 1,6 Millionen Übernachtungen (+35 Prozent) ein neuer Spitzenwert erreicht, im September waren es über 922.000 (+19 Prozent).

Juli und August blieben leicht rückläufig, sind aber weiterhin die unangefochtenen Spitzenmonate.

Auch Wintercamping gewinnt an Beliebtheit: Im November und Dezember stieg die Zahl der Übernachtungen erneut um 12 bis 13 Prozent.

Die 10 besten Campingplätze in Österreich 2026

*Laut dem camping.info Award
  1. Camping Sonnenland Lutzmannsburg – Lutzmannsburg, Burgenland
  2. Camp MondSeeLand – Mondsee/Tiefgraben, Oberösterreich
  3. Falkensteiner Camping Grubhof – St. Martin bei Lofer, Salzburg
  4. Natürlich HELL. Camping & Aparthotel – Fügen, Tirol
  5. Camping Murinsel – Großlobming, Steiermark
  6. Camping Brunner am See – Döbriach, Kärnten
  7. Schwimmbad-Camping Mössler – Döbriach am Millstätter See, Kärnten
  8. Sportcamp Woferlgut – Bruck/Großglockner, Salzburg
  9. Aufenfeld – Ferienresort Zillertal – Aschau im Zillertal, Tirol
  10. Seecamping Berghof – Villach/Landskron, Kärnten

Kronplatz plant großen Campingplatz

Eines der großen Campingprojekte dieses Jahres soll in Südtirol starten: Die Kronplatz Seilbahn GmbH will in Bruneck einen Campingplatz errichten, wie das Medium RaiNews.it berichtet. Die Campingplätze sollen in der Nähe der Bergstation der Kabinenbahn „Korer“ entstehen.

Der Gemeindeausschuss von Bruneck hatte zuletzt den Durchführungsplan für den Campingplatz genehmigt.

Bislang hatte die Gemeinde keinen einzigen richtigen Campingplatz. Camper parkten häufig am Hallenbad, was nach Ansicht der Behörden keine optimale Lösung war. Außerdem fehlten dort die üblichen Annehmlichkeiten für diese Art von Gästen.

„Wir kämpfen schon seit zwei Jahren, dass wir dort die Camper loswerden: Sie hinterlassen Müll und besetzen enorme Flächen. Mit diesem Angebot in Reischach erhoffen wir uns, dass wir diese Menschen auf einem richtigen Campingplatz unterbringen können“, zitiert RaiNews.it Hannes Niederkofler, Stadtrat von Bruneck.

Die Spitzenmonate für Camping

sind Juli und August.

Infrastruktur für das Camping

An dem neuen Standort sollen Camper nicht nur Strom und Wasser erhalten, sondern auch ein Restaurant, eine Sauna und einen Fitnessraum nutzen können. Mit den Stellplätzen genehmigte der Gemeindeausschuss auch die Errichtung von Chalets.

Jetzt muss das Unternehmen ein konkretes Projekt ausarbeiten, das der Kommission für Raum und Landschaft vorgelegt wird. Wird es genehmigt, bedeutet das die Baugenehmigung für das Projekt und damit wohl der Startschuss.