
Planen & Bauen, Seilbahn & Technik
Schmittenhöhe: Neubau der Kapellenbahn
Die bestehende 4er-Sesselbahn auf der Schmittenhöhe, die seit 2001 in Betrieb ist, wird durch eine moderne kuppelbare 8er-Sesselbahn ersetzt.
Nach intensiven Verfahren und umfangreichen behördlichen Prozessen hat das Skigebiet nun die Baugenehmigung erhalten.
Die Arbeiten haben bereits begonnen, mit dem Ziel, die neue Bahn bis zum kommenden Winter in Betrieb zu nehmen.
Mehr Komfort und Leistung
Durch die kuppelbaren Sessel reduziert sich die Geschwindigkeit in den Stationen deutlich. Das sorgt für ein besonders angenehmes, ruhiges und sicheres Ein- und Aussteigen.
Gleichzeitig fährt die Bahn auf der Strecke deutlich schneller, wodurch sich die Fahrzeit auf rund drei Minuten verkürzt.
Auch die Förderleistung steigt erheblich: Statt bisher 2.394 Personen pro Stunde können künftig bis zu 3.400 Personen pro Stunde befördert werden.
Für zusätzlichen Komfort sorgen moderne Einzelsitze mit Sitzheizung, Wetterschutzhauben, automatisch verriegelbare Schließbügel sowie ein komfortabler Förderbandeinstieg.
Nach jahrzehntelangem Einsatz:
Der Betriebsleiter stellt die Kapellenbahn ab.

Intelligente Technik für Sicherheit
Die Bergstation wird, wie bereits bei der Breiteckbahn, mit dem innovativen AURO-System von Doppelmayr ausgestattet.
Kameras und Sensoren überwachen dabei permanent die Ausstiegsbereiche und reagieren bei Bedarf automatisch.
Verbesserungen für Gäste und Einsatzkräfte
Im Zuge des Neubaus wird auch die Talstation um rund 150 Meter in Richtung Piesendorf verlegt. Dadurch werden sowohl die Zufahrt zur Pingauer Hütte als auch die Rückkehr deutlich verbessert.
Gleichzeitig wird die bestehende Pistenführung in diesem Bereich optimiert und insgesamt attraktiver gestaltet, was für noch mehr Fahrspaß und ein verbessertes Skierlebnis sorgt.
Zusätzlich entstehen in der neuen Bergstation ein moderner Pistenrettungsstützpunkt sowie erweiterte Sanitäranlagen, ein weiterer Mehrwert für Gäste und Mitarbeiter.
Letzte Fahrt mit der Kapellenbahn
Von links nach rechts:
- Ingo Dürlinger
- Herbert Kreiseder
- Hannes Mayer
- Erich Egger

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt
Bei dem Neubau werden umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen umgesetzt.
Dazu zählen gezielte Wiederaufforstungen, das bewusste Stehenlassen wertvoller Altholzbäume als Lebensraum für zahlreiche Tierarten sowie spezielle CEF-Maßnahmen zum Schutz von Raufußhühnern.
Besonders wertvolle Waldflächen mit über 150-jährigem Bestand bleiben erhalten und wurden bewusst in die Planung integriert.
Die bisherige Kapellenbahn
wird abgebaut und in Rumänien wiederaufgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Amphibienschutz. Dafür wird ein rund drei Kilometer langer Schutzzaun mit eingegrabenen Fanggefäßen errichtet.
Die Bereiche werden täglich kontrolliert, die Tiere behutsam entnommen und in vorbereitete Ersatzlebensräume, etwa strukturreiche Steinhaufen und geschützte Rückzugsräume, umgesiedelt.
Erst wenn sichergestellt ist, dass sich keine Tiere mehr im jeweiligen Baufeld befinden, beginnt der nächste Bauabschnitt.
Technische Daten:
Neue Kapellenbahn
| Talstation: | 1.728 m |
| Bergstation: | 1.964 m |
| Anzahl Stützen: | 10 |
| Geschwindigkeit: | bis zu 5,5 m/s |
| Fahrzeit: | ca. 3 Minuten |
| Förderleistung: | bis zu 3.400 Personen/Stunde |
| Fahrbetriebsmittel: | max. 42 Sessel |