TOURISMUSPROGNOSE

Querdenken als Erfolgsrezept

Anders als vielleicht in anderen Branchen kann man sich im Tourismus nicht einfach von den Folgen der Covid- 19 Krise wegducken. Ein beherztes Handeln wird notwendig sein, um den Tourismus fit für die kommende Saison zu machen. Zukunftsforscher Tristan Horx hat sich dabei schon erste Gedanken über die kommenden Monate gemacht.

„Die Situation als eine Chance der Neupositionierung zu bezeichnen wirkt zwar bereits ein wenig abgenutzt, doch gerade im Tourismus trifft diese Aussage zu. Die Dynamik zwischen den Bewohnern einer Region und dem Tourismussektor hat sich in den Jahren zuvor immer weiter zugespitzt und nun ergibt sich die Möglichkeit einer Renaissance. Wie so oft, sind dabei kreative Köpfe im Vorteil, weil sie sich nicht scheuen neue und „unverbrauchte“ Wege zu gehen.

Nun kommt eine spannende Zeit, in der es wichtig wird, die eigene Wertschöpfungskette zu hinterfragen und ein Zusammenspiel aus Touristikern, Touristen und Region zu finden. Dabei ist sicher ein entscheidender Faktor das mikroregionale Denken hinter sich zu lassen und so aus den gewohnten Mustern auszubrechen, denn regionenübergreifende Kooperationen erlauben es, ein vielfältigeres Angebot zu bieten und so den Kundenkreis zu stärken.

Außerdem wird sich eine Verstärkung des Qualitätstourismus einstellen. Bisher kamen Gäste aus der ganzen Welt in die schönen Bergregionen, aufgrund der derzeitigen Grenzsituation wird es dieses Jahr hier zu einer Verlagerung kommen. Die Touristenmassen bleiben aus, aber die Besucher, die kommen, wollen umso mehr verwöhnt werden. Das bedeutet einen Großwandel vom Quantitäts- zum Qualitätstourismus.

Diese Entwicklung würde auch den vorherrschenden Trend der Entschleunigung unterstützen. Umfragen zeigen, dass die Verlangsamung und die Fokusierung auf das Wesentliche, als positive Aspekte der Corona-Krise wahrgenommen werden. Dieser Wunsch der Reduktion könnte auch im Bergtourismus gut ein- und umgesetzt werden. Doch egal für welche Strategie man sich am Ende entscheidet, ein Aufbrechen der alten Muster wird unvermeidlich sein.“