
Planen & Bauen, SI 4/2026
hochkant: Kletterpark aus Douglasien
Der Familienbetrieb Jump&Climb eröffnete 2005 den ersten Kletterpark Bayerns am Untreusee bei Hof. Seitdem hat sich das Unternehmen zu Oberfrankens größter Freizeitlocation für In- und Outdoor-Erlebnisse entwickelt.
Herzstück blieb stets der Kletterpark, der jedoch aufgrund von Borkenkäferbefall teilweise ersetzt werden musste – und aus strategischen Überlegungen vergrößert werden sollte.
Angebot für alle Gästetypen erhalten
„Unsere Zielgruppen sind sehr vielfältig, angefangen bei Kindern ab sechs Jahren, über Familien bis hin zu Jugendlichen, die eine sportliche Herausforderung suchen – aber auch Vereine, Gruppen und Firmen. Uns ist es daher wichtig, von leichten über mittleren bis zu schweren Parcours alle Schwierigkeitsgrade anzubieten. Letzterer ist uns leider aufgrund der Käfer weggefallen“, erläutert Ralph Goldmann.
Der Betreiber – die Familie Goldmann in dritter Generation – beauftragte daher die Firma hochkant mit der Ergänzung des Kletterparks mit Douglasien-Masten. „Uns war die Natürlichkeit der Materialien wichtig, wir wollten kein Metall oder Kunststoff. Die Anlage von hochkant fügt sich naturnah in unseren bereits bestehenden Kletterpark mit lebenden Bäumen ein“, berichtet Carmen Goldmann.
Der Kletterpark
beeindruckt durch seine schiere Größe und durch vielseitige Elemente.

Viele Normen auf engem Raum
„Ein geringer Altbestand an lebenden Bäumen sollte also erhalten bleiben. Dies mussten wir in unser Konzept mit aufnehmen und an einigen Stellen von unserer Standard-Bauweise abweichen“, berichtet Andreas Fink, Konstrukteur und Projektleiter bei hochkant.
Die größte Herausforderung war, möglichst viele Elemente auf sehr kleinem Raum unterzubringen, so Fink: „Es gibt dort sehr viele Normen zu beachten, die es erschweren, auf sehr engem Raum zu bauen. Dies ist uns aber sehr gut gelungen.“
Eine weitere Herausforderung während des Baus war das Stellen des Tragwerks. Zum Einsatz kam ein 300-Tonnen-Autokran, der von einem Standort aus alle 19 Masten setzen konnte.

Individualität statt Systemware
„Andere Hersteller von Masten-Anlagen bieten meist eine Systembauweise an. Uns hebt hervor, dass wir unsere Anlagen genau auf den Kunden abgestimmt konzipieren. Dies betrifft alle Produkte bei uns. Es gibt bei uns keinen Katalog mit der Artikelnummer xy“, betont Fink.
Im Falle des Kletterparks bei Hof bedeutete dies eine Betonmenge von 240 Kubikmetern, eine verbaute Drahtseillänge von rund 3.500 Metern und 850 Laufmeter verbautes Rundholz. Die Bauzeit betrug rund vier Monate.
Optisch und funktionell beeindruckend
„Die Zusammenarbeit mit hochkant ist sehr gut verlaufen. Die Anlage zieht alle Blicke auf sich und beeindruckt rein optisch durch ihre Größe, die spannenden Elemente und durch das natürliche Erscheinungsbild“, freut sich Julian Goldmann.
Da es sich um ein sehr komplexes Großprojekt handelt, befindet sich der Betreiber aktuell noch in der finalen Optimierungsphase, ergänzt Philipp Goldmann:
„Es ist uns wichtig, dass am Ende alles zu 100 Prozent mit unserem bereits bewährten Konzept übereinstimmt. Aufgrund der Professionalität des bisherigen Austauschs und Erledigung bei Fragen und Änderungen gehen wir davon aus, dass auch unser abschließendes Gesamturteil über die Zusammenarbeit nach finalem Abschluss optimal sein wird.“

Sichere Einnahmequelle
Momentan sind keine konkreten Erweiterungen geplant. Die Anlage ist allerdings grundsätzlich ausbaufähig konstruiert. „Die Bauherrschaft hat eine Anlage bekommen, die ihnen für die nächsten Jahrzehnte eine sichere und kalkulierbare Einnahmequelle generiert“, resümiert Fink.