Kissling: Getriebeschäden erkennen und beheben

Ob ein Seilbahngetriebe rechtzeitig revidiert wird oder ungeplant ausfällt, entscheidet sich an der Zustandsbeurteilung. Kissling kombiniert dafür vier Methoden, die sich gegenseitig ergänzen.

Kein einzelnes Verfahren liefert ein vollständiges Bild vom Zustand eines Getriebes. Erst das Zusammenspiel mehrerer Prüfmethoden macht beginnende Schäden früh sichtbar – und damit planbar, bevor sie zum Stillstand der Seilbahnanlage führen.

Die Kissling AG kombiniert daher vier Methoden, die sich gegenseitig ergänzen.

1. Visuelle Inspektion

Den Ausgangspunkt bildet die Sichtprüfung – durch die Inspektionsöffnungen oder, gründlicher, am geöffneten Getriebe. Beurteilt werden das Tragbild der Verzahnung, das Flankenspiel, die Lagerluft sowie lose Elemente und das Schmiersystem.

Auf Risse werden die Zahnräder mit dem Farbeindringverfahren geprüft.

2. Akustische Prüfung

Geräusche verraten Unregelmäßigkeiten, die das Auge nicht sieht: unruhiger Lauf, Fluchtungsfehler der Antriebswelle, Unwucht, lose Bauteile, Risse oder Zahnbrüche. Lagerschäden lassen sich akustisch früh orten – ist der Schaden hörbar, ist er allerdings meist schon fortgeschritten.

3. Schmierung und Ölanalyse

Die Schmierung zählt zu den entscheidenden Faktoren für die Lebensdauer. Ein erheblicher Teil aller Ausfälle geht auf unzureichende oder falsche Schmierung zurück; deshalb werden auch Durchfluss- und Drucküberwachung auf korrekte Einstellung und Funktion kontrolliert.

Die regelmäßige Ölanalyse macht Abrieb und Verschleiß messbar.

4. Schwingungsdiagnose

Die heute weit verbreitete Schwingungsanalyse rundet das Bild ab und erlaubt zusammen mit den übrigen Daten eine zeitbasierte Wartungsplanung.

Das sandgestrahlte Getriebe wird von der Kissling AG mittels UT/MT (Ultraschall / Magnetpulverprüfung) auf Risse im Material untersucht.

Daten als Ergänzung

Vollständig wird die Beurteilung erst mit den Angaben des Betreibers – Betriebsstunden, Ölqualität, Leckagen und Auffälligkeiten an An- und Abtriebsseite. Aus diesem Gesamtbild leitet die Kissling AG ab, welche Maßnahmen ein Getriebe braucht, damit es zuverlässig weiterläuft.

Umfang der Revision

Der Kunde bestellt daraufhin fallweise eine werkseitige Revision des oben aufgeführten Getriebes zwecks präventiver Instandhaltung. Dabei werden alle Lager und Dichtungen ersetzt sowie alle Wellen, Bohrungen und verzahnten Teile auf Maßhaltigkeit (Sitze) und Zustand überprüft.

Demontage

Im ersten Schritt wird das Rest-Öl abgelassen und das Getriebe demontiert. Anschließend werden die Teile sandgestrahlt und gereinigt und – wie oben erwähnt – auf Zustand und Maßhaltigkeit getestet, insbesondere die Abtriebs- und Hohlwellen. Zudem werden alle verzahnten Komponenten auf Risse geprüft.

Platz für einen Kleinwagen

bietet die Sandstrahlanlage der Kissling AG. Die fünf Meter lange, vier Meter breite und viereinhalb Meter hohe Reinigungsbox steht in der Produktionshalle des Schweizer Getriebeherstellers in Bachenbülach nahe Zürich. Die Anlage reinigt alte und gebrauchte Getriebe von Schmutz und Lackresten, um eine schöne, flächendeckende Neulackierung zu ermöglichen.

Befund

Je nach Befund werden Lager, Abtriebswellen, Räder, Ritzelwellen und der Kegelradsatz ersetzt. Zudem werden Teile aufgechromt. Bei Bedarf erfolgen Lackierung oder weitere Maßnahmen.

Montage

Nach erfolgreicher Revision wird das Getriebe wieder montiert und der Kegelradsatz eingestellt. Anschließend werden Einstellungen, Spiel und Umlaufschmierung kontrolliert sowie ein Testlauf durchgeführt.

Über die Kissling AG

Die Kissling AG ist ein traditionsreiches Schweizer Unternehmen mit Sitz in Bachenbülach, das für höchste Kompetenz im Getriebebau steht. Als mittelständischer Familienbetrieb hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Montage und den Vertrieb von hochwertigen Getrieben für Industrie-, Seilbahn- und Spezialanwendungen spezialisiert.

Mit rund 40 Mitarbeitenden vereint die Kissling AG jahrzehntelange Erfahrung mit hoher Flexibilität und Innovationskraft.

Weltweit sind weit über 180.000 Getriebe aus dem Hause Kissling im Einsatz – ein Beleg für die Zuverlässigkeit und Qualität der Produkte. Das Unternehmen deckt ein breites Spektrum ab: von Standardlösungen für industrielle Anwendungen über Seilbahngetriebe bis hin zu hochkomplexen Spezial- und Turbogetrieben für anspruchsvolle Einsatzgebiete.

Dabei setzt Kissling konsequent auf kundenspezifische Lösungen, modernste Technologien sowie höchste Qualitätsstandards, unter anderem zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 14001.

Dank internationaler Vertriebs- und Serviceaktivitäten sowie einer starken Kundenorientierung ist die Kissling AG ein geschätzter Partner weltweit. Das Unternehmen verbindet Tradition mit Innovationsgeist und entwickelt kontinuierlich neue Lösungen, um den steigenden Anforderungen moderner Antriebstechnik gerecht zu werden.