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„Wie bekommt man die Kinder wieder zum Wintersport?“ war ein zentrales Thema des Kongresses Dein Winter.Dein Sport Foto: Kitzsteinhorn

Dein Sport. Dein Winter:

Gemeinsam die Zukunft des Wintersports gestalten

50 Referenten und 350 Teilnehmer haben sich beim zweiten Dein Winter. Dein Sport. Summit in Rottach-Egern am Tegernsee mit dem Wintersport der Zukunft befasst.

 

Wie begeistert man Kinder und Jugendliche für das Skifahren bzw. für den Wintersport? Dies war u.a. eine zentrale Frage des zweiten Dein Winter.Dein Sport Summit in Rottach-Egern. Namhafte Vertreter der drei Initiatoren – der Deutsche Skiverband, der Deutsche Skilehrerverband und der Snowboard Verband Deutschland – sowie Vertreter aus der Wirtschaft, aus dem Tourismus und Marketing kamen zum Gedankenaustausch an den Tegernsee.

V.l.n.r.: Martha Schultz, Inhaberin und GF Schultz-Gruppe, Antonia Asenstorfer, Verband Deutscher Seilbahnen, Klaus Diettrich, Vorsitzender der GF Messe München, Siegfried Paßreiter, Vorstandsmitglied Bundesverband Deutsche Sportartikel-Industrie und Moderator Alexander Ploner.

Gemeinsam wurde überlegt und diskutiert, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Wintersport und somit den Wintertourismus nachhaltig und zum Wohle aller zu gestalten. Josef Margreiter, Präsident The Alps und Geschäftsführer der Tirol Werbung ist der Meinung, dass das Produkt Wintersport zwar stark, aber sein Image nicht immer das beste sei – und dies hauptsächlich aufgrund von schlechter Kommunikation.

 

Warum z.B. werden Schnee-Erzeuger als Kanonen oder Lanzen bezeichnet? „Das klingt doch kriegerisch!“, meint er und da dürfe es niemanden verwundern, wenn Naturschützer aufschreien. „Die Klimahysterie“, so Margreiter, „ist mir unverständlich. Es werden nur 0,6 Prozent der Tiroler Landesfläche vom Wintersport genutzt. 25 Prozent stehen unter Naturschutz!“

Kurze Anfahrtwege zum Skigebiet

Stefan Knirsch vom Snowboard Verband Deutschland macht sich über den Skinachwuchs Sorgen. „Es ist so wichtig für unsere Gesellschaft, dass wir uns bewegen“. Vor allem die Kinder werden zunehmend zu Bewegungsmuffeln. Eltern, aber auch die Lehrer seien gefordert, diesem Trend entgegenzuwirken. „Macht es Sinn, Skigebiete immer mehr aufzublasen, um noch mehr Pistenkilometer zu schaffen?

 

Was wir brauchen sind Skigebiete mit kurzen Anfahrtswegen und leistbaren Angeboten für alle. Aber auch die Skischulwochen müssen wieder mehr forciert werden“, fordert Knirsch. Und in diese Kerbe stößt auch Martha Schultz, Inhaberin und Geschäftsführerin der Schultz-Gruppe. „Es ist wichtig die Kinder zum Skifahren zu bringen! Wieso wird jeder Fußballverein gefördert, das Skifahren aber nicht?“

Vom Mut, neue Wege zu gehen, können Jürnjakob Reisigl, Geschäftsführer der Explorer-Hotels und Peter Wagner, Leiter der internen Kommunikation in Saas-Fee, Positives berichten. Im Schweizer Ort Saas Fee hat man einen Weg eingeschlagen, der nicht von allen befürwortet wurde, ja sogar als betriebswirtschaftliches Harakiri bezeichnet wurde. „Quasi in einer Geheimaktion haben wir uns entschlossen, die Ski-Saisonkarte um 200 Euro zu verkaufen. Es gab natürlich Kritik, dass wir alles kaputt machen würden“. Aber: Im ersten Jahr wurden 75.000 Skikarten verkauft, die Skierdays sind von 360.000 auf 530.000 angestiegen! Der Mut hat sich gelohnt.

Tourismus findet an 365 Tagen statt

Und auch Reisigl geht in diese Richtung. „Wir machen Dinge einfach anders als unsere Mitbewerber, sind ihnen immer einen Schritt voraus. Unsere Zielgruppe kann man als sportlich, preisbewusst und nachhaltig denkend bezeichnen. Im Moment bauen wir gerade das 8. Explorer- Hotel auf.“

 

Was für den Explorer-Gründer noch wichtig ist: „Es macht keinen Sinn, das Jahr nach Saisonen aufzuteilen, Tourismus findet an 365 Tagen statt“.

V.l.n.r.: Christoph Engl, Managing Director Brand Trust GmbH, Hermann Winkler, Co-Founder SnowHow China und Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin. Fotos: SI/Müller

1000 neue Skipisten für China

Wie man es mit dem Wintersport im Reich der Mitte hält, weiß Hermann Winkler, Co-Founder von SnowHow China. „Bis 2022 wird China eine Wintersport- Nation sein“, davon ist der Experte, der selbst in Asien gelebt und gearbeitet hat, überzeugt. Die Einkommensschere sei in China extrem groß, weiß Winkler. Dies sei der Grund, warum Chinas Präsident, Xi Jinping, den Skisport bzw. den Wintertourismus so forciert.

 

1000 Skigebiete will er in den kommenden Jahren errichten und somit für neue Arbeitsplätze sorgen. Schätzungen zufolge werden dann 40 Millionen Chinesen auf Skiern stehen, die ihr Können später mit Sicherheit auch in den Skiregionen der Alpen ausprobieren wollen. Denn hier gibt es kaum Niederschläge, um auseichend Schnee zu erzeugen.

V.l.n.r.: Ekkehard Assmann, Leiter Marketing Doppelmayr, Patricia Pircher, Marketing Techno Alpin, Jens Rottmair, CEO Kässbohrer Geländefahrzeug AG und Moderator Guido Huber.

Nachhaltig und ressourcenschonend

Und wie Schnee in Zukunft aussieht bzw. wie große Firmen in den Schnee von morgen investieren wollen, kann man von Ekkehard Assmann, Marketing-Leiter von DOPPELMAYR, Patricia Pircher von TECHNOALPIN und Jens Rottmair, CEO der KÄSSBOHRER Geländefahrzeug AG erfahren. „Der Skifahrer wünscht sich Schnee, der griffig ist, aber nicht eisig. So fühlt er sich wohl und sicher. Und der Schnee soll möglichst bis in den Frühling hinein zur Verfügung stehen“, erklärt Pircher.

 

Dank der heutigen Technik, so die Marketing-Expertin, sei dies möglich und das auf eine nachhaltige und ressourcenschonende Weise. Dies kann Jens Rottmair nur unterstreichen: Die innovative Technologie in den Pistenbullys habe viel verändert, meint er. „Mit einem guten Schneemanagement können wir schneller und effizienter Flächen bearbeiten“.

 

Auch Ekkehard Assmann ist von der positiven Zukunft des Winters überzeugt. Er betont, dass moderne Aufstiegshilfen nicht nur schneller sind, sondern vor allem auch komfortabler und sicher. „Unsere Strategie ist es, keine Forderungen zu stellen, sondern zuzuhören und auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen. Und dabei gibt es drei Dinge, die für DOPPELMAYR in der Zukunft wichtig sind: 1. Komfort. 2. Komfort. 3. Komfort!“