DE
DE
EN

Direkt bei der Talstation der Planai kann man noch bis zum Ende der Wintersaison den Datenhelm von RideOn eine Stunde kostenlos testen. Fotos: Schladming Dachstein

Kampfjet Display auf der Piste

Alle Details auf einen Blick

Mit dem Mohawk Datenhelm kommt beim Skifahren ein Gefühl des Fliegens auf.

 

Mit diesem Helm hat man das Gefühl man befindet sich im Cockpit eines Kampfjets, so zumindest die Idee der Entwickler. Der „Mohawk“ ist ein speziel- ler Ski- und Snowboardhelm, welcher mit Minikamera, Headset, GPS und Navigationssystem ausgestattet ist und damit ein ganz neues Fahrgefühl auf der Piste generieren soll.

Vom Kampfjet auf die Piste

Die Idee stammt vom ehemaligen F16 Kampfpiloten Alon Getz. Dieser entwickelte während seiner Dienstzeit beim Israelischen Militär immer neue Augmented-Reality Helme, um die Arbeit der Kampfpiloten zu erleichtern und dafür zu sorgen, dass die Augen unter allen Umständen auf das Ziel gerichtet sind.

 

Doch der begeisterte Skifahrer wollte nicht länger nur militärische Tools entwickeln, sondern zum Freizeitvergnügen der Menschen beitragen. Mit der Gründung des Unternehmens RideOn sollte dieses Ziel nun verfolgt werden.

 

Der smarte Ski- und Snowboardhelm des Startups besticht nicht nur durch die versteckte Technik, sondern fällt auch sofort ins Auge. Ein in grellen Farben auf dem Helm befindlicher Hahnenkamm ist sowohl Blickfang als auch Technikzentrale des Datenhelms.

Tom Berkovitz

Produktmanager Mohawk Helm

„Für uns ist es gerade jetzt in der letzten Testphase wichtig, möglichst viele Meinungen von Wintersportlern mit unterschiedlichem Können zu sammeln, damit auch jeder am späteren Produkt Freude haben kann.

 

Österreich stand deshalb auf unserer Testwunschliste ganz oben. Das Land bietet ein umfangreiches und abwechslungsreiches Angebot, welches viele Wintersportler aus der ganzen Welt anzieht und für uns heißt, dass wir viele Erfahrungen sammeln können. Wir freuen uns über jeden, der unseren Helm ausprobieren möchte und bitten um Feedback!“

Produkt

Die Helme von Kampfpiloten sind schon lange mit sogenannten Head-Up Displays ausgestattet. Das bedeutet, dass alle für en Flug wichtigen Informationen direkt auf dem Visier eingeblendet werden. Die- ses Prinzip wurde für die Entwicklung des Mohawk Datenhelmes übernommen und an den Sport angepasst.

 

Mit dem Skihelm können während der Downhillfahrt die gewünschten Informationen di- rekt aufrufen werden. Einen Überblick über den Displayaufbau kann man den beiden Bildern oben entnehmen. Wie man daraus erkennen kann, werden Funktionen wie Uhrzeit und Geschwindigkeit jederzeit eingeblendet. Durch eine leichte Kopfbewegung nach oben erhält man zusätzlich die Möglichkeit Funktionen aus einem Icon Menü auszuwählen.

 

Die verwendeten Icons ermöglichen eine Vernetzung mit Freunden über den Helm sowie das Abspielen von Musik. Außerdem wurde eine Minikamera und ein Speicherchip in den Helm eingebaut, wodurch man durch „klicken“ der jeweiligen Symbole Fotos oder Videos aufnehmen kann, ohne dafür das Handy aus der Tasche zu kramen.

 

Der im oberen Bildschirmrand befindliche, rote SOS-Button erlaubt im Ernstfall eine Kommunikation mit dem Kontrollzentrum. Im Notfall können so schnell Hilfskräfte alarmiert werden. Der GPS-Standort des Helms führt die Bergretter dann direkt zum Wintersportler.

Bedienung

In der Mitte des Sichtfeldes befindet sich ein kleines Kreuz, dieses wird mit dem Kopf wie eine Computermaus gesteuert. Führt man dieses kleine Kreuz nun mit einer Kopfbewegung auf die Icons, wird dies als anklicken gewertet und öffnet so das Dropdown Menü. Noch werden die Prototypen getestet, doch das finale Produkt soll bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen. tm

Der Mohwak im SI Test

Der Datenhelm ist mit Sicherheit ein lustiges Pisten-Accessoire, doch die SI wollte selbst sehen, ob sich durch den smarten Helm auch der Funfactor erhöht. Aus diesem Grund wurde der Mohawk von der SI Redaktion auf den Schladminger Pisten auf Herz und Nieren getestet. Da es sich hier nur um einen Prototypen handelte mussten sowohl beim Eigengewicht des Helmes als auch bei der Passung Abstriche gemacht werden.

 

Bereits bei den ersten Bedienversuchen in der Gondel fehlte der Platz für die nöti- gen Kopfbewegungen und auch die Blicke der Mitfahrenden waren einem sicher. Die Kopfsteuerung war auch im Freien nicht einfach zu bewerkstelligen und erfor- dert sicher einiges an Übung.

 

Wenn man die nötigen Kniffe ein wenig beherrscht kann man gerade mit den Video- und Musikfunktionen viel Spaß haben. Bei den Feineinstellungen, wie etwa der richtigen Lautstärke, muss man mitunter einiges an Geduld mitnehmen.

 

Da es Probleme mit der GPS Verbindung gab, konnte die Geschwindigkeit nur selten oder gar nicht eingeblendet werden und durch die schlechte Passung des Helms wackelten die BedienIcons während der Fahrt stark im Sichtfeld hin und her. Was gerade bei einer raschen Abfahrt gefährlich werden kann.

 

Fazit: Der Helm ist ein lustiges Gadget für die Piste, jedoch merkt man derzeit noch stark den Prototypcharakter des Mohawks. Die Einblendung der Bedienfelder und Pisteninformationen im Sichtfeld ist wohl für viele Skifahrer anfangs etwas irritierend.

 

Nichtsdestotrotz eine nette und lustige Idee, an der bestimmt einige, aber sicher nicht jeder Freude haben wird. Man kann sicher gespannt auf das fertige Produkt sein, doch derzeit sollte man den Mohawk aus Sicherheitsgründen eher in der Gondel oder der Hütte als auf der Piste einsetzen.