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Bestehender Speicherteich Hochalm II mit Visualisierung der Speicherteich-Erweiterung und der neuen Pumpstation. Bild: defrancesco/ILF

ILF consulting engineers

Das Hinterglemmer Kraftpaket

Durch innovative Planung und cleveren Bauablauf unterstützt das Unternehmen ILF Consulting Engineers seinen langjährigen Kunden Hinterglemmer Bergbahnen Ges.mbH bei der Erweiterung und Verstärkung der Schneeanlage Hochalm.

 

Um in Hinterglemm auch künftig Schneesicherheit garantieren zu können, war die Aufgabe der Hinterglemmer Bergbahnen Ges.mbH an das Planungs- büro ILF Consulting Engineers im Jahr 2016 klar umrissen.

 

Die Aufgabenstellung für die Schnee- anlage Hochalm bestand in der Verdoppelung des zu bevorratenden Wassers und der Wasserleistung, der naturnahen Gestaltung bei der Speicherteichplanung, der ständigen Offenhaltung aller Zufahrtswege zu den bewirtschafteten Almen – und all das unter der Prämisse, die bestehende Schneeanlage Hochalm in der Winterzeit ohne Einschränkung nutzen zu können.

 

Das sind die herausfordernden Rahmenbedingungen, denen sich die Hinterglemmer Bergbahnen gemeinsam mit ILF, der Denkfabrik aus Rum bei Inns- bruck, bei der Erweiterung der Schnee- anlage Hochalm stellten.

 

 

Nach positiver Behandlung bei der Staubeckenkommission in Wien und positivem naturschutz- rechtlichen und wasserrechtlichen Bescheid 2018 läuft der Bau bereits seit Sommer 2018, wodurch zur „Projekt- halbzeit“ nun ein erster Blick auf die umfassenden Arbeiten möglich wird.

Naturverträglicher Planungsansatz

Da der mit 14.000 m3 Nutzinhalt relativ kleine Speicherteich Hochalm I aus dem Jahr 1992 mit einem mineralischen Abdichtungspaket nicht mehr dem Stand der Technik entsprach, musste eine neue Möglichkeit zur Wasserbevorratung ge- funden werden.

 

Anstatt einen gänzlich neuen Speicherteich zu errichten, entwickelte ILF in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung der Hinterglemmer Bergbahnen, Manfred Bachmann (im Foto rechts) und Peter Mitterer (im Foto links), eine weitaus raffiniertere Lösung. Der Speicherteich Hochalm II aus dem Jahr 2007 mit einem Nutzinhalt von ca. 137.000 m3 wird auf einen Nutzinhalt von ca. 250.000 m3 erweitert.

 

Der Clou dabei ist, dass im ersten Baujahr der bestehende Speicherteich von einem neuen Damm im westlichen Bereich „umschlossen“ wird, und im zweiten Baujahr die Auftrennung des bestehenden Speicherteichs und der Zusammenschluss der beiden Dammbauten zu einem großen Speicherteich erfolgt.

 

Diese Vorgehensweise ist aufgrund des vergleichsweise geringen Eingriffes in die Natur besonders umweltschonend. Um den dennoch erforderlichen Eingriff auszugleichen, wird der bestehende, kleine Speicherteich Hochalm I stillgelegt, vollständig renaturiert und im Falle von Hochwasserereignissen als Retentionsbecken genutzt.

Dammschüttung bei der Speicherteich-Erweiterung Hochalm II mit Überblendung des Regelprofils aus der Ausführungsplanung. Bild: defrancesco/ILF

Cleverer Bauablauf

Um während der zweijährigen Bauzeit die bestehende Schneeanlage ohne Einschränkung nutzen zu können, war ein sorgsam abgestimmter Bauablauf erforderlich: 2018 wurde ein Großteil des neu- en Dammes um den bestehenden Speicherteich herum errichtet und die Hochwasserentlastung sowie die neue Ent- nahme mit der Schieberstation Hochalm III fertiggestellt.

 

Des Weiteren wurden die Betonbauarbeiten an der neuen Wasserfassung und der neuen Pumpstation Hochalm III abgeschlossen. Der bestehende Speicherteich sowie die Pumpstationen im Bestand wurden im ersten Baujahr nicht direkt von den Bauarbeiten berührt und konnten im Winter 2018–2019 zur Gänze ohne Einbußen betrieben werden.

 

„Vor allem der zeitlich genau getaktete Bauablauf ohne Verlust einer Schneisaison war uns von Anfang an wichtig“, betont hierzu GF Peter Mitterer. Von den Bauarbeiten ebenso unbeeinträchtigt blieb der Zufahrtsweg zur durchgehend bewirtschafteten Walleggalm.

 

Im Jahr 2019 wird der bestehende Damm des Speicherteichs geöffnet, die beiden Dämme werden miteinander verzahnt und der so vergrößerte Speicherteich wird mit dem Abdichtungspaket fertiggestellt.

Von links: GF Peter Mitterer, Abteilungsleiter ILF Gerhard Pumpernick, Projektleiter ILF Stefan Thomaset und GF Manfred Bachmann. Bild: ILF

Das Folien-Abdichtungspaket sowie das hochwertige Dammbaumaterial des bestehenden Speicherteiches werden bei dieser Vorgehensweise ökologisch und ökonomisch nachhaltig weiterverwendet. Für das neue Hinterglemmer Kraftpaket ist neben der Erweiterung des Speicherteiches auf ca. 250.000 m3 auch der Neubau der Pumpstation Hochalm III von großer Wichtigkeit.

 

Die Wasserleistung wird beim Neubau von ca. 240 l/s im Bestand auf stattliche 430 l/s erhöht. Mit dieser Verstärkung geht auch eine Anpassung des weitverzweigten Feldleitungsnetzes einher. Dieses wird nach Fertigstellung der leistungsfähigen Anlage im Herbst 2019 die doppelte Wasserleistung transportieren, um die 70 Hektar an Pistenflächen schnell und zuverlässig beschneien zu können.

 

„Durch die enge Zusammenarbeit mit den Hinterglemmer Bergbahnen konnte unser Team mit der Verstärkung der Schneeanlage Hochalm ein innovatives Projekt zur langfristigen Sicherung der Skisaison in Hinterglemm ausarbeiten,“ so Gerhard Pumpernick, Leiter der Abteilung Skigebiete und Alpintechnik bei ILF.