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Die Idee, eine Seilbahn auf den Zuckerhut zu bauen, stammt von dem brasilianischen Ingenieur Augusto Ferreira Ramos. Foto: Márcio R. Rocha

Frey AG Stans

Schweizer Qualität für den Zuckerhut

2018 wurden alle vier Antriebe der zwei Sektionen-Seilbahn auf den Traditionsberg in Rio de Janeiro erneuert – und das ohne eine Einschränkung des Normalbetriebs.

 

Der Zuckerhut – eines der bekanntesten Wahrzeichen von Rio de Janeiro ist gerade einmal 396 Meter hoch, doch zieht er jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Aufgrund der steilen Felswände und des feuchtheißen Klimas ist eine Besteigung des vermeidlich niedrigen Glockenberges aber nicht zu unterschätzen. Deshalb führt auch schon seit 1912 eine Seilbahn auf die Spitze des Pão de Açúcar.

 

An 365 Tagen im Jahr kann man mit der, in zwei Sektionen geführten Anlage, auf den Gipfel. Von wo aus man seit- her die Aussicht auf das umliegende Panorama genießen kann. Doch der Aufstieg auf den berühmten Berg bedeutet auch einen ziemlichen Kraftakt für Mensch und Maschine, weshalb im Jahr 2009 die Steuerung der Anlage erneuert wurde.

 

Letztes Jahr wollte man schließlich auch die Verfügbarkeit an die Nach- frage anpassen und beauftrage die Schweizer Spezialisten der FREY AG STANS, die Leistungselektronik und die vier Antriebe zu erneuern.

Technische Daten

LSB Red Beach-Urca Hill 1. Sektion

  • Fahrgeschwindigkeit 7,2 m/s
  • Höhe Talstation (Gegenstation) 14 m
  • Höhe Bergstation (Antriebstation)  226 m
  • Streckenlänge 528 m
  • Nutzlast einer Kabine 5.000 kg
  • Anzahl der Kabinen 2
  • Fassungsvermögen pro Kabinen 65+1
  • Stützen 0
  • Antriebsleistung 288 kW

Technische Daten

LSB Urca Hill-Sugar Loaf 2. Sektion

  • Fahrgeschwindigkeit 10 m/s
  • Höhe Talstation (Antriebstaion) 220 m
  • Höhe Bergstation (Gegenstation) 400 m
  • Streckenlänge 750 m
  • Anzahl der Kabinen 2 
  • Nutzlast einer Kabine  5.000 kg
  • Fassungsvermögen pro Kabinen 65+1
  • Stützen 0
  • Antriebsleistung 322 kW

Foto: Adobe Stock

Ohne Einschränkung verbessert

Immer wieder diskutierten die Vertreter in Brasilien und der Schweiz um die beste Lösung für die Anpassung der Anlage an die gewünschten Vorgaben zu finden. Am Ende entschied man sich für ein Konzept, welches nicht nur eine Leistungssteigerung, sondern auch eine bessere Verfügbarkeit der Anlagen garantiert und das ohne eine Einschränkung für den täglichen Normalbetrieb.

 

Beide Sektionen auf den Pão de Açúcar verfügen jeweils über zwei Antriebe, wobei es früher große Unterschiede in der Geschwindigkeit zwischen dem Hauptantrieb und dem sogenannten Standby Antrieb gab.

 

Das neue Konzept der FREY AG STANS sorgt nun für eine Angleichung der Antriebe. So konnte der Hauptantrieb in der ersten Sektion von 6 m/s auf 7,2 m/s ge- steigert werden und die Fördergeschwindigkeit des Standby Antriebes wurde mit 6 m/s sogar verdoppelt. In der zweiten Sektion kann man aufgrund der getroffenen Verbesserungen nun von zwei Hauptantrieben sprechen, welche beide mit 10 m/s betrieben werden können.

 

 

Aus Redundanzgründen kann man in jeder Sektion von einem auf den anderen Antrieb umschalten und die Anlage ohne Störung weiter betreiben. Diese Erhöhung der Nenngeschwindigkeit kommt gerade bei längeren Wartungsarbeiten zu tragen, denn die Antriebe können sich durch diese Schaltweise gegenseitig entlasten.

 

Die zahlreichen Fahrgäste die täglich auf die Spitze des Zuckerhutes kommen, werden so nicht durch lange Wartezeiten gestört. Außerdem können dadurch etwaige Arbeiten am Antrieb leichter durchgeführt werden.

Antrieb der 1.Sektion. Foto: FREY AG STANS/ H.Zeller

Arbeiten rund um die Uhr

In nur sechs Wochen konnten die gesamten Arbeiten an der Anlage vom Team des Schweizer Unternehmens FREY AG STANS durchgeführt werden. Diese schnelle Fertigstellung war nur möglich, da rund um die Uhr gearbeitet werden konnte. Während des Tages wurden die Antriebe der Reihe nach erneuert und in den Nachtstunden kam es zu den nötigen Tätigkeiten für die Inbetriebnahme.

 

Durch dieses hohe Maß an Engagement konnte während der eineinhalb monatigen Arbeiten der Normalbetrieb der Seilbahn, zur Freude der zahlreichen Touristen und auch der Betreiber, an jedem Tag ohne Einschränkung garantiert werden. tm