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Inauen-Schätti

Seil verschoben, Laufwerk revidiert

Bei Seilschiebe- und Montagearbeiten vertrauen sogar polnische Bergbahner auf die Experten von INAUEN-SCHÄTTI. Die Schweizer durften in Zakopane ihr Können beweisen.

 

Die Seilbahn „Kuznice“ führt über den Tatra-Nationalpark auf den Gipfel des Kasprowy Wierch. Die Bergstation der Seilbahn und das meteorologische Observatorium sind die höchstgelegenen Gebäude Polens, die Destination nahe der Stadt Zakopane ist damit ein Ganzjahresziel für Touristen.

 

Die einzige Hochgebirgsseilbahn des Landes überwindet in zwei Sektionen rund 4,3 Kilometer und circa 930 Höhenmeter. Die Pendelbahn wurde 1936 errichtet und 2007 von GARAVENTA runderneuert. Sie kann mit ihren insgesamt vier Kabinen je 60 Passagiere transportieren, was einer Gesamtförderleistung von 720 Personen pro Stunde entspricht.

 

 

Wie bei einer Pendelbahn üblich, liegt auch bei „Kuznice“ das Tragseil immer an der gleichen Stelle auf dem Seilsattel und bewegt sich über die Jahre nur zwischen ein und zwei Metern – also kaum.

 

Das Laufwerk der Kabine knickt und biegt das Seil mit seinem Gewicht bei jeder Fahrt immer an ein- und demselben Stellen durch.

Schwindelerregende Arbeiten.

Betreiber erinnerten sich

Um Drahtbrüche zu verhindern, müssen Tragseile daher alle zwölf Jahre verschoben werden. In Zakopane wurden die Experten von INAUEN-SCHÄTTI mit dieser anspruchsvollen Aufgabe betraut, wie Projektleiter Reto Degen berichtet: „Vor sechs Jahren haben wir Revisionen an der Bahn vorgenommen.

 

Nun wollte uns der Betreiber wieder haben“ Ein weiterer Grund für die Zusage: Das Montageteam von INAUEN-SCHÄTTI besteht aus langjährigen, eingespielten Mitarbeitern, die im Jahr diverse Seilarbeiten durchführen. In Zakopane waren vier Experten des Teams unter der Leitung von Chefmonteur Marc Wäfler im Einsatz.

 

Zunächst lösten die Monteure das Seil am Berg und ließen es langsam 15 bis 20 Meter nach unten rutschen. Anschließend wurde ein Flaschenzug installiert und das Seil an der Talstation wieder nachgespannt – mit 60 Tonnen Zugkraft. Pro Seil benötigten die Mitarbeiter des Schweizer Unternehmens rund eineinhalb Tage zum Verschieben.

 

 

„Jede Bahn ist anders, es gibt Anlagen mit oder ohne Spanngewicht, mit oder ohne Muffen, mit oder ohne Poller usw“, beschreibt Degen die Herausforderung bei Seilarbeiten: „Vor allem bei kleinen Bahnen gibt es oft keinen Ankerpunkt. Da fragst du dich dann, wo du das Seil abspannen kannst!“

Projektleiter Reto Degen (li.) und Chefmonteur Marc Wäfler auf der Stütze 1 der „Kuznice“

Die Kabinen wurden demontiert.

Laufwerke & Gehänge geprüft

Bei der Bahn in Zakopane war dies aber kein Problem. Vielmehr galt es einen knappen Zeitplan einzuhalten und zu- sätzlich vier Laufwerke und Gehänge zu demontieren. „Hier stand, wie alle zwölf Jahre vorgeschrieben, Prüfung und Revision an“, sagt der Projektleiter.

 

Um Zeit zu sparen, sowie den Stillstand der Bahn auszunutzen, wurden beide Maßnahmen gleichzeitig erledigt. „Wir ließen die Kabinen herab, trennten die Laufwerke und Gehänge ab, welche durch den Hersteller GARAVENTA geprüft und revidiert wurden. Nach vier Wochen montierten wir wieder alles zusammen“, so Degen.

Arbeiten auf 1.030 Metern Höhe. Fotos: Inauen-Schätti

Zeit und Logistik forderten heraus

Neben dem Wetter – es gab Tage mit Schneesturm – und der Sprachbarriere war vor allem der Zeitplan eine große Herausforderung. „Die Zeitfenster für Revisionen werden durch die längeren Betriebszeiten immer kleiner, die Bahn in Zakopane fährt beispielsweise fast das ganze Jahr!“, betont der Projektleiter.

 

Von der Spedition über fremde Hilfskräfte bis hin zu Zollpapieren gebe es aber viele Faktoren, die den engen, detaillierten Zeitplan auseinander bringen können, spricht Degen aus Erfahrung. Deswegen hat der Projektleiter – wie üblich – auch der Bahn in Zakopane einen Vorabbesuch abgestattet.

 

 

Zusammen mit Chefmonteur Marc Wäfler hat er sechs Wochen vorher die Anlage untersucht und mit den Betreibern Terminplan und Vorgehensweise besprochen. „Anschließend habe ich das Personal, auch die Mitarbeiter der Seilbahn, eingeteilt, Werkzeuge vorbereitet und Formalitäten geklärt.

 

Denn nur mit einer guten Vorbereitung kann man auf Überraschungen kompetent reagieren“, so Degen. In Zakopane lief aber alles glatt, sodass der Projektleiter ein positives Fazit zieht: „Kuznice war ein spannendens, aber angenehmes Projekt!“ ts