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Die neue Sesselbahn Brunelle verkürzt die Fahrzeit drastisch von 8,6 auf vier Minuten.

Kitzbühel

Besser statt grösser

Das Skigebiet Kitzbühel modernisiert zwei Seilbahnen am Kitzbüheler Horn. Die Förderleistungen bleiben unverändert, der Komfort steigt aber erheblich.

 

Die äußerst positive Nachfrageentwicklung am Kitzbüheler Horn und die starke wirtschaftliche Position der Bergbahn Kitzbühel bilden eine solide Basis für die derzeit stattfindende Erneuerung des 30-jährigen Brunellen- und des 50-jährigen Raintalliftes in Form einer 6er-Sesselbahn (6SB) und einer 10er- Einseilumlaufbahn (10EUB). „Durch die neuen Anlagen, welche sich zur Gänze innerhalb der bestehenden Skigebietsgrenzen befinden, kommt es zu keiner Ausweitung der bestehenden Pistenfläche“, berichtet Josef Burger, Vorstand der Bergbahn Kitzbühel. Die Beförderungskapazität der neuen Anlagen wird nur geringfügig angepasst, um eine Überfrequentierung des bestehenden Pistenangebotes vorausschauend zu vermeiden. Die Beförderungskapazität der Zubringerbahnen bleibt gänzlich unverändert.

Die Tal- und Bergstationen werden minimalistisch mit Schindel-, Beton- und Glasfassade architektonisch behutsam in das Landschaftsbild eingepflegt. Fotos: Bergbahn Kitzbühel

Eingriff in die Natur gering

Die Tal- und Bergstationen werden minimalistisch mit Schindel-, Beton- und Glasfassade architektonisch behutsam in das Landschaftsbild eingepflegt. Zudem wird die Anzahl der Liftstützen aufgrund verantwortungsvoller System- und Trassenwahl von derzeit 40 auf neu 22 (nahezu) halbiert. „Die Anzahl der Fahrbetriebsmittel wird von derzeit 467 auf neu 69 um 85 Prozent reduziert und allesamt landschaftsverträglich garagiert“, sagt Florian Wörgetter, Technischer Leiter der Bergbahn Kitzbühel. Dies bringe nicht nur eine spürbare Reduzierung des Wartungsaufwandes, sondern insbesondere während der Nicht-Betriebszeit im Frühling, Sommer und Herbst einen äußerst positiven Effekt für das gesamte Landschaftsbild. Zudem werden Lufthänge- Steuerungskabel anstelle Kabelgräben installiert, welche die Almböden verwunden können.

Technik von LEITNER ropeways

Zum Antrieb der Anlagen hat sich die Bergbahn Kitzbühel für die Direkt-Antriebs- Technologie des Seilbahnherstellers LEITNER ropeways entschieden, welche Energieersparnis, Wartungseffizienz und Geräuscharmut gewährleistet – eine Investition, welche gleichermaßen ökonomisch sinnvoll wie ökologisch vorteilhaft ist. „Zur Optimierung der Anlagenverfügbarkeit kommt zusätzlich das Leit-Drive-Steuerungssystem zum Einsatz“, berichtet Burger. Größere Rollenquerschnitte gepaart mit der Verwendung von kompaktierten Seilen bringen nicht nur ruhigeren und daher höheren Fahrkomfort, sondern gleichzeitig geringeren Rollwiderstand und somit höhere Energieeffizienz. Die Tal- und Bergstationen sowohl von der 6SB Brunelle, als auch von der 10EUB Comfortline S Raintal sind mit höchster Funktionalität ausgestattet und – wie die 8er-Sesselbahn Jufen – im Pininfarina-Design gestylt.

Sesselbahn mit Windstabilisatoren

Die Trasse der 6SB Brunelle wird von der jetzigen Talstation nahezu ident zum Gipfelbereich geführt, wobei die Bergstation zwischen Horngipfelrestaurant und der Bergstation der Horngipfelbahn verschwenkt wird. Spezielle Windstabilisatoren im Gehängebereich der Premiumsessel der 6SB Brunelle minimieren die Windanfälligkeit auf ein absolutes Minimum. Als Fahrbetriebsmittel werden ergonomisch geformte Einzelsitze gewählt – mit Sitzheizung, Wetterschutzhaube, Echtlederbezug, mechanischer Sitzbügelverriegelung und automatischer Öffnung. Die Fahrzeit wird drastisch von 8,6 auf vier Minuten verkürzt.

Die 10EUB Comfortline S Raintal ist wie die 8SB Jufen im Pininfarina-Design gestylt.

Bodenabstand beträgt rund 90 Meter

Die Comfortline S 10EUB Raintal wird in der Form optimiert, dass die Talstation auf einer Seehöhe von 1.460 Metern positioniert wird – ca. 400 Meter unterhalb der Ober-Raintalalmen vor Beginn des langen Skiweges. Von dort aus wird die Anlage direkt zur derzeitigen Brunellen Bergstation im Gipfelbereich geführt. „Wiederholeranlagen bauen wir auf die Gipfel und in sonnenexponierten Südlagen nicht unter 1.450 Meter Seehöhe. Dieses Planungskonzept hat sich bei Ochsalm, Brunn, Jufen, um nur einige zu nennen, bestens bewährt“, bringt Burger die Planungsgrundsätze auf den Punkt.

 

Am Gipfelhang wird die bestehende Schneeanlage synergetisch auch für die Comfortline S 10EUB Raintal genutzt und von der Einfahrt in die Raintalabfahrt bis zur neuen Talstation die bestehende Pistenfläche neu unterstützend beschneit. Aufgrund des hohen Bodenabstandes von mehr als 90 Metern kommt ein System mit geschlossenen Fahrbetriebsmitteln zum Einsatz, welches gleichzeitig gänzlich neue Komfortstandards für die Gäste eröffnet. Dafür sorgen die neuen Symphony 10 Kabinen von LEITNER ropeways. Die Fahrzeit auf der Comfortline S 10EUB Raintal wird von 11,7 auf 3,6 Minuten um zwei Drittel verkürzt.

Kosten

Das Investitionsvolumen von 6SB Brunelle und Comfortline S 10EUB Raintal samt Beschneiung des Raintalpistenabschnittes beläuft sich auf 17 Millionen Euro. ts

Symphony 10 Kabine